Rätselhaftes Tiersterben

Es sind leider viele Hiobsbotschaften, über die ich aus der Welt der Tiere immer wieder berichten muss. Diesmal kommt die schlechte Nachricht aus Peru. Dort herrschen unter der Bevölkerung Angst und Schrecken, weil viele Strände tagtäglich mit Tierkadavern übersät sind. Hauptsächlich Pelikane verenden dort, aber auch andere Seevögel und sogar Delfine. Und bisher gibt es nur unzureichende Erklärungen, warum die Tiere massenweise sterben.

Man hat tote Tiere untersucht und dabei festgestellt, dass mindestens 5000 Pelikane und andere Seevögel verhungert sind. In ihren Mägen fand man nämlich nur Sand und Müll. Forscher gehen daher davon aus, dass die Tiere keine andere Nahrung gefunden haben. Gleichzeitig hat man seit Februar eine Erwärmung der Küstengewässer vor Peru beobachtet, die weiterhin anhält. Deshalb tun sich die Vögel mit ihrer Beute schwer: Die Fische, in erster Linie Sardellen, tauchen in größere Tiefen ab, um in kälteres Wasser zu gelangen. So haben die Vögel keine Chance mehr, sie auf der Jagd zu fangen.

Wissenschaftler gehen von einer weiteren Erwärmung der Küstengewässer bis Juni aus. Und sie befürchten, dass womöglich noch weitere Tierarten gefährdet werden könnten, vor allem Pinguine. Das wäre ein schlimmer Rückschlag, denn in den letzten Jahren war die Anzahl der in diesen Regionen lebenden Pinguine endlich wieder angewachsen.

Warum bisher 800 bis 1000 Delfine verendet sind, lässt sich allenfalls vermuten. An den Tieren sind keine äußerlichen Verletzungen erkennbar. Und das Wasser ist in den betroffenen Küstengebieten nicht mit Pflanzengiften oder Schwermetallen belastet, so dass dies als Todesursache ausscheidet. Es gibt allerdings einen Verdacht, den Tierschützer hegen: Ein Unternehmen setzt bei der Suche nach Erdölvorkommen im Meer eine Technik ein, die unter Wasser einen wahnsinnigen Lärm macht. Die besonders geräuschempfindlichen Delfine halten diesen Krach nicht aus. Dass dies zum Tod der Delfine führen könnte, lässt sich aber (noch?) nicht beweisen. Von offizieller Seite wird es erwartungsgemäß erst einmal abgestritten.

Bisher fällt den Behörden nichts anderes ein, als die verendeten Tiere einsammeln und verbrennen zu lassen.

 

 

Premiere bei den Pelikanen

Zwei junge Pelikane im Nürnberger Tiergarten – das ist wieder so eine Meldung, die auf den ersten Blick niemanden vom Hocker reißt. Auf den zweiten Blick aber ist sie durchaus interessant. Denn mit den am 6. und 12. Juni geschlüpften Jungvögeln wurden erstmals in diesem Zoo Pelikane nicht von Hand – also von Tierpflegern – aufgezogen, sondern ganz natürlich von den Eltern.

Die bisherigen Handaufzuchten hatten ihren Grund. Denn das Brutgeschäft auf der Insel im vorderen Vogelweiher des Tiergartens ist normalerweise ein ziemlich gefährliches Unterfangen. Dort leben sehr viele frei lebende Krähen, die sich gerne an Eiern und Jungvögeln vergreifen. Und so gehen die Pfleger sonst lieber auf Nummer sicher, legen die Eier in den Brutapparat und ziehen die Küken dann von Hand auf.

In diesem Jahr aber machten die Krähen weniger Druck, und den Pelikanen gelang es, ihre Brutinsel zu verteidigen. Deshalb wagte man im Tiergarten die natürliche Aufzucht, die die Eltern gut hinbekommen haben, wie die beiden Jungvögel beweisen: Sie bringen mittlerweils stattliche sechs bis acht Kilo auf die Waage. Am meisten erstaunt waren die Tierpfleger, als die Pelikan-Eltern ihren Nachwuchs schon im zarten Alter von vier, fünf Wochen, mit ins Wasser genommen haben – da hatten die Jungen erst einen zarten Flaum. Doch das Baden ist ihnen offensichtlich bestens bekommen. Die Zoo-Mitarbeiter konnten außerdem beobachten, dass die Jungvögel aus den letzten zwei Jahren – durchwegs Handaufzuchten – mitgeholfen haben, die beiden Babys durchzubringen: Sie bewachten sie auf der Brutinsel, wenn die Eltern auf Nahrungssuche auf dem Weiher unterwegs waren.

Neben diesen beiden natürlichen Pelikan-Aufzuchten haben die Pfleger auch in diesem Jahr zwei Eier in den Brutapparat gelegt und die am 7. und 14. Juni geschlüpften Jungen per Hand aufgezogen. So können die Besucher nun insgesamt vier junge Pelikane beobachten – zwei Rosapelikane und zwei Krauskopfpelikane.