Breuninger bald pelzfrei – na also, es geht doch!

In meinem Blog habe ich schon öfter den – gelinde gesagt – eigenartigen Umgang vieler Chinesen mit Tieren geschrieben, zum Beispiel hier. Nun gibt es zu diesem Thema Neuigkeiten. Der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ hatte die Warenhauskette Breuninger angeprangert, weil sie Kleidungsstücke aus echtem Pelz führt – unter anderem aus Pelz von Marderhunden aus China (Foto: dpa). Diese Tiere werden in China unter grausamen Bedingungen gehalten, gequält und für Pelzkleidung getötet. Nachdem das „Deutsche Tierschutzbüro“ bereits im vergangenen Winter Protestaktionen gegen Breuninger veranstaltet hatte, rief der Verein vor kurzem zum bundesweiten Boykott gegen das Warenhaus auf, solange Profit auf Kosten von Tieren gemacht werde. Ende 2017 hatten die Tierrechtler Breuninger außerdem mit dem „Preis der Herzlosigkeit“ als tierquälerischstes Unternehmen des Jahres ausgezeichnet und eine Petition gegen Pelz bei Breuninger gestartet, die fast 70.000 Menschen unterzeichneten.

Nachdem das Unternehmen lange nicht bereit war, mit den Tierrechtlern ins Gespräch zu kommen, hat Breuninger jetzt doch auf die Aktionen des Deutschen Tierschutzbüros reagiert: Künftig wolle man Kleidungsstücke aus echtem Pelz nicht mehr anbieten. Das Sortiment soll bis spätestens Sommer 2020 umgstellt sein. Die Ausdauer der Tierschutzaktivisten hat sich also endlich ausgezahlt. Ein toller Erfolg!

Bekleidung aus echtem Pelz ist heutzutage absolut indiskutabel. Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Gewinnung von Pelz zu den schlimmsten Qualen für die betroffenen Tiere zählt. Sie werden in geringem Alter brutal getötet, bevor ihnen das Fell abgezogen wird. Es gibt außerdem längst Kleidung aus Kunstpelz für alle, die unbedingt meinen, so etwas tragen zu müssen. Allerdings ist der manchmal teurer als echter Pelz – was ja wiederum auch absurd ist. Man kann die Schuld in dieser Sache auch nicht nur den Kunden zuschieben, denn wegen der häufig falschen Kennzeichnung durch die Hersteller wissen sie manchmal gar nicht, dass sie Pelz kaufen.

Nun gibt es allerdings immer noch eine Reihe von Marken, die nicht auf Produkte aus echtem Pelz verzichten: unter anderem Louis Vuitton, Astrid Anderson, Fendi und Escada. Andere – zum Beispiel Armani, Charles Vögele, Esprit, Gerry Weber und Marc O´Polo – verwenden schon seit einigen Jahren keinen echten Pelz mehr für ihre Kleidung. Als Tierfreund sollte man sich also genau überlegen, welche Marken man kauft oder nicht.

Oh je: Pelz ist wieder angesagt!

Nein, über diesen Trend können sich Tierfreunde wahrlich nicht freuen: Pelz ist in diesem Winter wieder modern. Ausgerechnet in einem Winter, der ein verkappter Frühling ist, sind Pelze in. Allerdings weniger als ganze Mäntel, sondern als Accessoires, etwa als Pelzkragen, Ohrenschützer oder an der Kapuze. Und vor allem junge Leute fahren offenbar darauf ab.

Dabei werden Kunstpelze leider meist verschmäht, wirklich Modebewusste bevorzugen echten Pelz. Ob Kaninchen oder Waschbär, Fuchs oder Kojote: Designer bei Edelmarken, aber auch bei Jeans-Kollektionen setzen aufs Fell – und haben offenbar selber ein dickes, wenn sie auf das Thema angesprochen werden. Der Handel verlangt danach, also werden die Modelle geliefert. Pelz gehört anscheinend einfach zum Gefühl von Luxus, wie es auch das Mannequin auf diesem Foto vermittelt.

Kritik von Tierschützern stößt da auf taube Ohren. Der eine oder andere Modemacher windet sich vielleicht ein klein wenig, wenn er gefragt wird, ob er denn keine moralischen Bedenken gegen echte Pelze habe. Und er verspricht möglicherweise, künftig auf Pelz-Besätze zu verzichten. Doch wer erinnert sich später schon an solche halbherzigen Versprechen?

Die einzige Möglichkeit, Pelz-Mode zu unterlaufen, besteht im Boykott. Wenn der Kunde die Ware verschmäht, wird sie auch nicht mehr angeboten. Doch offenbar muss das Problembewusstsein für dieses Thema erst wieder geschaffen werden. Und ich dachte schon, das hätten wir längst hinter uns.