Heute ist Welt-Pinguintag

Fast hätte ich es übersehen: Heute ist Welt-Pinguintag! Dieses Datum wurde dafür auserkoren, weil an diesem Tag die Adéliepinguine nach vielen Monaten auf See in ihre Brutkolonie an Land zurückkehren. Pinguine sind nicht nur ungemein beliebt und gehören in Zoologischen Gärten zu den absoluten Lieblingstieren (Foto: dpa). Nein, sie sind angesichts von Erderwärmung und Klimawandel auch wichtige Indikatoren für funktionierende oder nicht funktionierende Ökosysteme. „Wenn es einem Pinguin gut geht in seiner Umgebung, ist das Ökosystem weitestgehend in Ordnung“, so hat es der Pinguinforscher Klemens Pütz anlässlich des Welt-Pinguintages in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht.

Immer schwieriger wird es für Pinguine, die weit im Süden leben. An der antarktischen Halbinsel etwa ist die Temperatur innerhalb eines halben Jahrhunderts um fünf Grad angestiegen, mit der Folge, dass es dort nun öfter regnet und im Sommer nicht mehr schneit. Das wirkt sich wiederum auf die Meeresströmung aus und auf die Tierwelt im Meer, in der sich die Pinguine ihre Nahrung erjagen. Und so zieht Pütz zum Welt-Pinguintag eine aus meiner Sicht äußerst bedenkliche Bilanz: Man gehe davon aus, dass heute elf der 18 Pinguinarten weltweit unterschiedlich stark bedroht sind.

Pinguine zum Spaß für Badegäste?

Pinguin
Da taucht wieder mal das Thema auf, das die Emotionen hochkochen lässt: Dürfen Tiere nur zum Spaß von Menschen gehalten werden? In diesem Fall geht es um Humboldt-Piguine im „Spreewelten-Bad“ in Lübbenau (Brandenburg), die in einer 400 Quadratmeter großen Anlage leben (das Foto zeigt einen Pinguin mit Tierpflegerin Laura Schäfer). In diesem „Erlebnisbad“ wird u.a. mit der Attraktion „Schwimmen mit Pinguinen“ geworben, was es in Europa sonst nirgends gibt. Wobei die Besucher gar nicht wirklich mit den Tieren schwimmen. Die Badegäste sind vielmehr in einem Außenbecken von den Pinguinen lediglich durch eine Plexiglasscheibe getrennt und können direkt an die Scheibe heran, um möglichst nahe an die im und unter Wasser schwimmenden Tiere zu kommen. Es geht genau genommen also um Blick-, nicht um Körperkontakt.

Die Pinguine von Lübbenau scheinen sich dort ganz wohlzufühlen – zumindest vermehren sie sich wie die Karnickel (die mir den Gebrauch der Redewendung verzeihen mögen), so dass es für die vielen Tiere zu eng wird. Für zehn junge Pinguine, die im vergangenen Jahr geschlüpft sind, wurde deshalb ein neues Zuhause gesucht und mittlerweile gefunden. Jetzt haben sie den schönen Spreewald (kann ich zumindest für einen Kurzurlaub nur empfehlen!) verlassen und die Reise nach Tschechien angetreten. Dort sollen sie allerdings nicht bleiben. Ihr nächstes Ziel ist die Türkei: In Antalya sollen sie in einer Hotel-Freizeitanlage untergebracht werden, um auch dort für die Unterhaltung der Gäste zu sorgen. Es gab in den letzten Jahren übrigens auch schon Pinguin-Nachwuchs aus Lübbenau, der nach Philadelphia (USA) und Südkorea geschickt wurde.

In der Türkei gibt es bekanntlich auch Hotelanlagen, wo Delfine zum Amusement von Touristen gehalten werden. Das wurde und wird – meiner Meinung nach zu recht – von Tierschützern heftig kritisiert. Ich habe aber noch nicht gehört, dass sich bei den Pinguinen darüber aufregt. Gehört wohl wieder in die Rubrik „doppelte Moral“ von gewissen Leuten…

Wieder eine Hiobsbotschaft aus Dortmund

HumboldtpinguinDas Drama im Zoo in Dortmund geht weiter: Nach Seelöwin Holly, die Anfang November unter noch nicht geklärten Umständen im Gehege tot aufgefunden wurde, ist jetzt ein junger Humboldtpinguin tot. Er lag außerhalb seines Geheges in der Nähe der Flamingos. Außerdem sind zwei seiner Artgenossen verschwunden. Die drei wurden vor gar nicht langer Zeit noch als Zuchterfolge gefeiert.

Der Zoodirektor und alle Mitarbeiter stehen vor einem Rätsel. Man weiß auch noch nicht, welche Verletzungen zum Tod des Pinguins geführt haben. Wie schon bei der 21 Jahre alten Seelöwin Holly hat auch jetzt wieder die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Im Fall von Holly hatte der Zoo den Verdacht, dass das Tier von einem oder mehreren Fremden, die nachts in den Zoo einbrachen, erschlagen wurde. Polizeiermittlungen in diese Richtung blieben aber erfolglos. Die Serie mit Tieren, die aus dem Zoo verschwunden sind, ging schon im August los, als drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis gestohlen wurden.

Nun will der Zoodirektor die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Gelände weiter verstärken. Außerdem ist ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr im Einsatz.

Es lebe der Kaiserpinguin!

Selten kann ich an dieser Stelle über richtig gute Nachrichten aus der Tierwelt schreiben. Heute aber gibt es endlich mal wieder einen Anlass: Ein Team aus englischen Polarforschern und Geografen hat jetzt herausgefunden, dass die Zahl der in der Antarktis lebenden Kaiserpinguine doppelt so hoch ist als man bisher glaubte. Die Wissenschaftler haben dafür hochaufgelöste Satellitenbilder ausgewertet. Dabei gingen sie so vor, dass sie von der Zahl der Brutpaare auf dem Eis auf den Gesamtbestand hochrechneten. Auf diese Weise kamen sie immerhin auf rund 595 000 Exemplare dieser größten Pinguinart. Die Vögel können bis zu einem Meter groß werden und bringen dann etwa 30 Kilogramm auf die Waage.

Bei dieser umfassenden ersten Zählung anhand von Satellitenbildern stieß das Forscherteam auf insgesamt 44 Kaiserpinguin-Kolonien; sieben davon waren vorher nicht bekannt gewesen. Die Forscher haben sich bei der Zählung nicht ausschließlich auf die Satellitenbilder verlassen. Die Ergebnisse wurden vielmehr mit Zählungen am Boden abgeglichen. Aber weil mit den Satellitenbildern auch weit abgelegene Gebiete erfasst werden können, die wegen extrem niedriger Temperaturen von unter minus 50 Grad sonst kaum erreichbar sind, hat man nun eine größere Sicherheit bei den Zählungen erreicht. Und noch einen Vorteil hat diese Methode: Sie ist schonend für die Umwelt.

 

Klimaforschung – eine Gefahr für Pinguine?

Unter Tierforschern dürfte nun ein alter Streit wieder aufflammen: Machen Markierungsbänder, die an den Flossen von frei lebenden Pinguinen zum Zweck wissenschaftlicher Beobachtung angebracht werden, Sinn oder nicht? Schon seit längerem sind einige Wissenschaftler der Meinung, die Clips könnten die Tiere verletzen oder zumindest beim Schwimmen behindern.

urn:newsml:dpa.com:20090101:110111-99-08739Pinguine werden besonders gern als Studienobjekte herangezogen, wenn es darum geht, die Auswirkungen des Klimawandels auf das ökologische Gleichgewicht der Meere auf der Südhalbkugel der Erde zu untersuchen. Man geht davon aus, dass diese Ozeane von der Erderwärmung besonders stark betroffen sind und dass Pinguine, die sich vom Fischfang ernähren, darunter leiden, wenn sich das Ökosystem verändert. Um einzelne Tiere aus der Ferne unterscheiden und ihr Verhalten und ihren Aufenthaltsort genau registrieren zu können, versehen Biologen die Flossen von Pinguinen mit Metall- oder Kunststoffbändern.

Nun hat ein Team von französischen Forschern über einen Zeitraum von zehn Jahren frei lebende Königspinguine im südlichen Indischen Ozean beobachtet und herausgefunden, dass die Markierungen die Überlebenschancen dieser Tiere gefährden. Die Pinguine, die ein Markierungsband trugen, hatten weniger Nachwuchs und benötigten mehr Zeit, um in der Brutzeit Futter zu finden, als Tiere ohne Markierungsclips. Die Pinguine mit Clip hatten eine 16 Prozent niedrigere Überlebenschance und produzierten fast 40 Prozent weniger Küken. Das lag daran, dass sie später an den Brutplätzen ankamen als Tiere ohne Markierungsband und dass sie länger für die Nahrungssuche brauchten, weil die Markierung sie beim Fischfang behinderte: Die Bänder sorgen nämlich für einen höheren Widerstand im Wasser und führen dazu, dass die Pinguine mehr Energie beim Schwimmen verbrauchen.

Weil die Markierungsbänder derart drastische Auswirkungen auf das Verhalten der Pinguine hatten, ziehen die französischen Wissenschaftler nun die Aussagekraft der Daten in Zweifel, die in den letzten Jahren mit Hilfe der Chips von Klimaforschern gesammelt wurden.

Tja, da stellt sich wieder einmal die Frage für uns Laien: Welchen Forschungsergebnissen kann man überhaupt noch vertrauen?

Noch ein toter Pinguin

Die ganz große Kälte ist ja nun vorbei. Trotzdem ist ihr im Nachhinein noch ein Humboldtpiguin im Nürnberger Tiergarten zum Opfer gefallen. Er starb an der Vogel-Malaria, an der er erkrankt war, weil die langanhaltenden niedrigen Temperaturen das Immunsystem der Vögel schwächen. Über diese Problematik habe ich hier schon berichtet.

Insgesamt mussten in den letzten Wochen also sechs Humboldtpinguine dran glauben. So traurig das ist – die Zooleitung kann in den vergangenen sieben Jahren, seit der Aquapark im Tiergarten eröffnet wurde, insgesamt auf einen großen Erfolg bei der Humboldtpinguin-Zucht verweisen: 56 Jungvögel wurden in diesem Zeitraum großgezogen, auf der anderen Seite stehen nur drei tote Altvögel (die sechs toten der letzten Wochen muss man natürlich noch draufrechnen). Außerdem gab es einmal Nachwuchs bei den im Tiergarten ebenfalls gehaltenen Brillenpinguinen.

Die Haltung der Brillenpinguine will man allerdings bald einstellen: Es besteht nämlich die Gefahr, dass sich beide Arten miteinander verpaaren und „Bastarde“ produzieren. Einmal  ist das schon passiert.

Kälte macht den Pinguinen zu schaffen

Pinguine lieben Eis und Schnee: Der Meinung sind fälschlicherweise viele Leute. Sie wissen nicht, dass nur bestimmte Arten – zum Beispiel Kaiser- und Königspinguine – mit extremen Minustemperaturen in der Antarktis fertig werden. Viele Arten leben aber in Breiten mit gemäßigten Temperaturen bzw. sogar in ziemlich warmen Gebieten, wie etwa die im Nürnberger Tiergarten gehaltenen Brillen- und Humboldtpinguine, die ursprünglich aus Südafrika bzw. Chile/Peru stammen.
Die anhaltende Kälte setzt diesen Zootieren jetzt schwer zu: Sie schwächt ihr Immunsystem und macht sie sehr anfällig für Krankheiten. In Nürnberg sind schon fünf Pinguine an den Folgen einer Pilzerkrankung der Bronchien bzw. an der Vogelmalaria gestorben.
Damit gehören die Pinguine im Nürnberger Tiergarten zu den wenigen Tieren, die mit der Kälte ein Problem haben. Die Tierpfleger haben als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Unterkühlung der schwarzweißen Frackträger den Zugang zum Wasserbecken mit einem Zaun abgesperrt und den Boden mit Stroh ausgelegt. Im Innenkäfig können sich die Pingus außerdem unter Wärmelampen aufwärmen. Hoffentlich fallen nicht noch mehr dieser possierlichen Vögel der Kälte zum Opfer!!

Ein Tipp für Pinguin-Fans

Seid Ihr/sind Sie auch Pinguin-Fan? Wenn ja, dann könnte das hier eine interessante Internet-Adresse für Euch/Sie sein! Wer immer irgendwo auf der Welt etwas zum Thema Pinguine zu sagen hat, der kann sich hier austoben, mit anderen Fans austauschen und auch das eine oder andere über diese Tiere erfahren.