Tierisch gute Idee der Frankfurter Polizei

PolizeigiraffeBei all dem derzeitigen Gerede über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen und den Überlegungen, wie sie realisierbar wären, lässt diese Pressemitteilung der Frankfurter Polizei aufhorchen – einfach weil sie zeigt, dass man sich auch bei der aktuellen miesepetrigen Stimmung den Humor bewahren kann. Hier die Nachricht: Die Polizei in Frankfurt testet ab heute Giraffen für die Videoübertragung bei Großveranstaltungen. Das bietet sich in einer Stadt mit einem Traditions-Zoo wie dem Frankfurter eigentlich geradezu an – aber man muss doch erst mal drauf kommen!

Die erste Polizei-Giraffe – sie heißt Horst – ist ab heute  im Dienst. Künftig soll sie bei allen Großveranstaltungen – das sind in Frankfurt immerhin um die 1500 pro Jahr – zum Einsatz kommen, um ihre wesentlich kürzer geratenen menschlichen Polizeikollegen bei der Arbeit zu unterstützen. Durch ihren langen Hals ist die Giraffe geradezu prädestiniert für diese Aufgabe – sie hat ja von Natur aus den Überblick. Die Tiere bekommen bei ihrer Arbeit ein eigens für sie konstruiertes Kopf-Kamera-Geschirr. Über diese Vorrichtung werden die Bilder dann direkt in die Einsatzzentrale der Polizei übertragen.

„Es war ein langer Weg, bis wir die Giraffe in Dienst stellen konnten“, erzählt Giraffen-Führer POK Meerheim. Als erfahrener Hundeführer war es aus seiner Sicht nur logisch, dass die Polizei weiter in der Tierwelt nach geeigneter Unterstützung sucht, teilt die Frankfurter Polizei mit.

Ich finde die Idee gut – aber ich sehe es schon kommen, dass sich da wieder die altbekannten „Tierschützer“ dranhängen werden, weil Tierarbeit nicht mit den Tierschutzgesetzen vereinbar sei.

Norwegen setzt Tierschutz-Polizei ein

FOTO: Torbjørn Tandberg / PR; 2013. MOTIV: Sylvi Listhaug, Landwirtschaftsministerin Norwegen.

Skandinavien geht in verschiedensten Lebensbereichen immer wieder mit gutem Beispiel voran, ebenso wie die Niederlande. So gibt es in Schweden und Holland etwa Tierschutz-Polizisten, und nun zieht Norwegen nach. Auch dort kommen künftig solche Ordungshüter speziell für Tierschutz-Delikte zum Einsatz. Sie sollen alle möglichen Fälle von Tierquälerei aufdecken, beziehungsweise – wenn möglich – verhindern. Drei Ermittler werden in der Provinz Sör-Tröndelag in West-Norwegen ihren Dienst antreten. Die Tierpolizei soll erst mal einen dreijährigen Testlauf absolvieren, bevor sie, davon gehe ich aus, zur Dauereinrichtung wird.

Zwar verfolgt die norwegische Landwirtschaftsministerin Sylvi Listhaug (im Bild) mit der neuen Polizei in erster Linie den Schutz von Tieren – aber nicht ausschließlich. Ihrer Meinung nach lassen sich auf diese Weise auch einige Verbrechen und Angriffe gegen Menschen vermeiden. Studien haben nämlich gezeigt, dass Menschen, die Straftaten und Ordnungswidrigkeiten gegen Tiere begehen, dazu neigen, auch Verbrechen an Menschen zu verüben. Für Tierquälerei kann man in Norwegen übrigens bis zu drei Jahre ins Gefängnis wandern. 2014 haben die norwegischen Behörden 38 Fälle von Tierquälerei gemeldet bekommen.

Droht Polizeihunden die Arbeitslosigkeit?

Die Niederlande sind ja in manchen Dingen äußerst fortschrittlich: Man denke etwa an ihr gut ausgebautes Radwegenetz, an Mitbestimmungsrechte von Studenten, als diese hierzulande dafür noch auf die Straße gehen mussten, oder an die Ehe unter Gleichgeschlechtlichen, die in Holland als erstem Land der Welt schon seit 2001 möglich ist.

Nun tun sich unsere Nachbarn in einem weiteren Gebiet hervor: Als erste richtet die Polizei dort Ratten für ihre Ermittlungsarbeit ab. Die Nagetiere werden darauf trainiert, zum Beispiel Drogen oder Rückstände von Schießpulver zu erschnüffeln. Auf diese innovative Idee kam man durch eine Hilfsorganisation, die Ratten in Tansania bei der Suche von Landminen einsetzt.

Gegenüber Spürhunden haben die Nager entscheidende Vorteile, vor allem sind sie weitaus billiger. Kostet die Anschaffung und Ausbildung eines Polizeihundes Zehntausende von Euro, so sind es bei den Ratten nur zehn Euro. Und sie lernen sehr fix – in nur zehn bis 15 Tagen können sie Gerüche voneinander unterscheiden. Trainiert werden die Tiere nach dem Belohnungssystem, ähnlich wie Delfine: Absolvieren sie eine Trainingseinheit richtig, ertönt ein Klick, und sie bekommen einen Sonnenblumenkern (auch viel kostengünstiger als Leckerlis für Hunde!).

Noch laufen die Tests mit den Nagetieren, doch schon im nächsten Jahr sollen sie ernsthaft zum Einsatz kommen, wenn alles nach Plan läuft. Es gibt nur ein Problem: Im Gegensatz zu den Hunden haben Ratten eine gewisse Scheu vor einer ungewohnten Umgebung. Aber dafür hat man bereits eine Lösung gefunden. Man bringt die Geruchsproben eben zu ihnen, statt die Tiere an den Tatort zu schaffen. Auf diesem Gebiet haben Hunde den Nagern einiges voraus, denn sie begleiten die Polizisten ohne Zögern zu jedem Ort, an dem sich Verbrechen ereignen. Deshalb werden Ratten trotz des Spareffekts die Polizeihunde auch nicht ganz ablösen – trotzdem dürften künftig weniger Hunde als „Polizisten“ arbeiten als bisher. – Und wenn die Niederlande wieder einmal die Vorreiterrolle übernehmen, dann wird es europaweit weniger „Arbeitsplätze“ für Hunde bei der Polizei geben als bisher, denn gespart werden muss schließlich überall.

Schuhe für Polizeihunde

Verglichen mit dem, was da in Mexiko abgeht, haben Hunde bei uns allenfalls Luxusprobleme. Manche Herrchen und Frauchen stecken ihre heißgeliebten Vierbeiner in Hundemode, die Designer wie etwa Harald Glööckler entwerfen. Und die Beamten im Bereich der Bundespolizeidirektion Hannover (dazu gehören neben Niedersachsen auch Hamburg und Bremen) ziehen ihren Polizeihunden neuerdings Schuhe über.

Das ist kein Witz, sondern hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Aus Kautschuk bestehen die Spezialschuhe, die eine schwarz genoppte Neoprensohle besitzen. Die Überzieher müssen die Tiere nicht bei jedem Einsatz tragen, aber immer dann, wenn für die empfindlichen Fußballen der Hunde Verletzungsgefahr besteht. Also zum Beispiel im Bremer Weserstadion, wo die Hunde oft mit Glasscherben in Berührung kommen, bei Demonstrationen, auf dem „Freimarkt“, dem großen Volksfest in Bremen, oder an anderen Einsatzorten, wo sich die Hunde an scharfkantigen Gegenständen verletzen könnten. Auch jetzt im Winter, auf mit Salz gestreuten Straßen und Gehwegen, machen die Schuhe Sinn, denn dort ziehen sich die Hunde leicht wunde Stellen an der Unterseite der Pfoten zu. Praktisch sind die Schuhe außerdem, wenn die Vierbeiner über engmaschige Bodenroste laufen müssen: Da bleiben die Tiere nämlich ohne Schuhe leicht mit den Krallen hängen.

Bis das richtige Schuhmodell für die Polizeischnüffler gefunden war, hat es eine ganze Zeit gedauert. Schließlich wurden acht verschiedene Modelle getestet. Man hat sich für eines entschieden, das griffig und gut zu reinigen ist und sich gut an die Ballen und Krallen anpasst. Einfach abstreifen lassen sich die Schuhe auch nicht, denn sie besitzen sowohl einen Klett- als auch einen Reißverschluss. Nur eines können die Polizisten nicht ausschließen: Dass ihre Hunde die Schuhe zerkauen, wenn sie sich gerade mal langweilen. Die Hundeführer dürfen ihre Vierbeiner deshalb nicht zu lange aus den Augen lassen.

 

 

Schaf-Mafia schlägt zu

Es gibt Meldungen, über die man sich nur wundern kann. Dazu gehört auch diese: Bei unseren Nachbarn, den Niederländern, scheint eine regelrechte Schaf-Mafia im Entstehen zu sein. Ja, richtig gelesen! Die niederländische Polizei spricht tatsächlich von einer Mafia, nachdem in den letzten Monaten Hunderte von Schafen gestohlen worden sind.
Dass Schafe geklaut werden, kam in der Vergangenheit in den Niederlanden immer wieder vor. Aber jetzt erfolgen die Diebstähle in wesentlich größerem Stil. Die Behörden melden ein alarmierendes Niveau von Schaf-Diebstählen. Wie die Diebe genau vorgehen, ist offenbar unklar; es wurde auch noch keiner festgenommen.

Die Diebstähle sind wahrscheinlich auf die stark gestiegenen Preise für Hammel- und Lammfleisch zurückzuführen. Dieser Anstieg wiederum hängt damit zusammen, dass Länder, in denen die Schafzucht traditionell eine große Rolle spielt – etwa Neuseeland oder Australien -, die Produktion von Schaffleisch reduziert haben. Vertreter von niederländischen Landwirtschaftsorganisationen nehmen an, dass die geklauten Tiere geschlachtet werden und ihr Fleisch in holländischen Metzgereien verkauft wird. Vielleicht werden die Schafe auch illegal exportiert.

Nun heißt es, die Polizei sei der Schaf-Mafia auf der Spur. Sie hat außerdem in der Nähe von Nijmegen, unweit der Grenze zu Deutschland, vor kurzem 309 vermisste Schafe auf einen Schlag wiedergefunden. – Ich bin gespannt, ob man in nächster Zeit etwas darüber hört, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt.

Stand die Schildkröte unter Alkohol?

Nach so viel Ernst heute wieder ein Griff in die Kiste mit kuriosen Tiergeschichten. Diesmal spielt sie in Oberfranken, genauer gesagt in der Nähe von Hof. Dort fuhr ein Autofahrer nichtsahnend von Naila nach Rodesgrün, als er auf der Straße einen Verkehrsteilnehmer entdeckte, der dort eindeutig nicht hingehörte: eine große Schildkröte. Der Mann alarmierte die Behörden, und schließlich rückte die Feuerwehr an. Drei Mann hoch waren nötig, um das über 20 Kilo schwere Tier einzufangen.

Doch wohin mit dem Vieh? Schließlich wusste man sich nicht anders zu helfen, als es bei der Polizei in die Ausnüchterungszelle zu stecken. Nicht etwa weil es eine Fahne hatte oder schwankte. Die Beamten hatten vielmehr Angst, von der Schildkröte gebissen zu werden.

Mittlerweile hat man einen passenderen Ort für das Tier gefunden. Es wurde erst mal im Zoologischen Garten von Hof untergebracht. Dort stellte man fest, dass es sich um eine afrikanische Spornschildkröte handelt (das Foto oben zeigt eine Spornschildkrötenmutter mit Nachwuchs). Inzwischen hat sich auch der Schildkrötenbesitzer gemeldet. Wann er sein Tier zurückbekommt, wird sich zeigen. Er hat die unter Artenschutz stehende Schildkröte nämlich nicht bei der Naturschutzbehörde gemeldet.

Marienkäfer-Alarm beim KSC

Beim Karlsruher SC müsste derzeit eigentlich aus sportlichen Gründen Alarmstimmung herrschen: Der Verein kämpft in der Zweiten Bundesliga gegen den Abstieg. Nun haben aber nicht schlechte Leistungen beim KSC Alarm ausgelöst, sondern Tiere, und ausgerechnet ganz kleine. Ein Schwarm von Marienkäfern war auf einem Sportplatz des Fußballclubs eingeflogen. Und diesen Tierchen fiel nichts Besseres ein, als sich in riesigen Scharen treffsicher auf dem Bewegungsmelder einer Sprecherkabine niederzulassen. Dadurch löste ein Bewegungsmelder automatisch Alarm aus. Das führte dann auch tatsächlich dazu, dass die Polizei anrückte. Sie unternahm allerdings nichts gegen die geflügelten Eindringlinge – vielleicht sind die Beamten ja KSC-Fans und hoffen, dass die als Glücksbringer geltenen Marienkäfer dem KSC beim Abstiegskampf aus der Patsche helfen.

Wasch mir den Pelz…

Es ist absurd, wie sich die Tierwelt entwickelt. Einerseits sterben Tierarten in ihrer ureigensten Heimat aus, weil der Mensch ihnen den Lebensraum stiehlt und damit die Grundlage zum Überleben. Andererseits vermehren sich Tiere wie die Karnickel in Gebieten, wo sie gar nicht hingehören – verhalten sich also selbst ein wenig wie Menschen im schlimmsten Fall. Zum Beispiel Waschbären, die deutsche Wälder unsicher machen. So unsicher, dass sie abgeschossen werden müssen. Deutsche Jäger haben in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie nie zuvor: nämlich 67 706, wie es in der neuesten, gerade veröffentlichten Statistik des Deutschen Jagdschutzverbandes heißt. Irgendwie beängstigend, vor allem, wenn man bedenkt, dass es vor 20 Jahren noch nicht mal 400 abgeschossene Waschbären waren. Die Tiere, so der Verband der Jäger, würden sich explosionsartig vermehren und heimische Tierarten gefährden. – Und irgendwie passend, dass man in diesem Winter wieder Pelz trägt, wie hier schon angeprangert.

Unsicher machen auch in Niederbayern gerade zwei Tiere ihre Umwelt – und zwar nicht den Wald, sondern den Straßenverkehr: Im Landkreis Landshut sind jetzt schon zum wiederholten Male ein Geißbock und ein Esel aus ihrem Gatter ausgebüxt. Offenbar will das ungleiche Gespann gemeinsam die Welt erkunden und geht zusammen auf Wanderschaft. Die Polizei fängt die zwei Ausreißer immer wieder ein, damit es auf der nahegelegenen Kreisstraße nicht zu Unfällen kommt. Weil Esel und Geißbock schon mehrmals ihr angestammtes Quartier verlassen haben, muss die Besitzerin der beiden Tiere nun für den Polizeieinsatz bezahlen.

Ob es sich bei den zwei Tieren um eine moderne Version der Bremer Stadtmusikanten handelt? – Ich weiß es nicht, aber vielleicht sollte man die beiden beim nächsten Mal nicht einfangen, sondern lieber beobachten, ob sie sich weitere Begleiter suchen und versuchen, eine tierische Pyramide zu bilden? Wäre doch interessant.

 

 

 

 

Bob Dylan (?!) und der Schäferhund

Früher war es gar keine Frage: Die deutsche Polizei setzte Deutsche Schäferhunde (wie das Exemplar auf diesem Foto) als Polizeihunde ein, punktum. Doch die Zeiten ändern sich – das wissen wir spätestens seit Bob Dylan. Und so beginnt der Belgische Schäferhund den Deutschen mittlerweile zu verdrängen. Zumindest in Nordrhein-Westfalen mustert die Polizei Deutsche Schäferhunde nach und nach aus, berichtet jetzt die Deutsche Presseagentur dpa.  – Na, hoffentlich zieht die nicht auch noch irgendwann gegen die belgische Presseagentur Belga den Kürzeren! 😉

Doch Spaß beiseite: In Nordrhein-Westfalen schieben zurzeit von insgesamt 350 Polizeihunden 281 Belgische Schäferhunde (die Rasse heißt Malinois) Dienst, wohingegen lediglich noch 26 Deutsche Schäferhunde im Einsatz sind. Zur  Hundestaffel gehören außerdem Holländische Schäferhunde, Mischlinge, Riesenschnauzer sowie ein Boxer und ein Rottweiler.

Wie kam es zu dem Wandel, der sich auch in anderen Bundesländern andeutet? Auch wenn es der Deutsche Schäferhund vielleicht nicht gern hört: Sein belgischer Kollege (siehe Foto rechts) gilt als mutiger, belastbarer, gesünder und robuster; er soll auch eine höhere Spiel- und Beutemotivation besitzen. Und dann hat er noch einen ganz entscheidenden Vorteil: Der Belgier ist billiger als der Deutsche. In Nordrhein-Westfalen spielt dieser Gesichtspunkt allerdings eine untergeordnete Rolle, denn dort züchtet die Polizei ihren Hundenachwuchs auf Schloss Holte-Stukenbrock selbst. So konnte man die beiden Rassen sehr gut miteinander vergleichen. Der Deutsche Schäferhund überzeugt immerhin noch durch seine Vielseitigkeit: Er erfüllt seine Aufgaben als Hüte-, Blinden-, Therapie, Sport- und Familienhund gut.

Der Belgische Schäferhund hingegen triumphiert sogar bei der Bundespolizei immer öfter über den Deutschen. Dem bleibt aber zumindest ein Trost: Ganz ohne ihn will die Bundespolizei in Zukunft nicht operieren. Und selbst wenn in den letzten Jahren die Beliebtheit des Deutschen Schäferhundes hierzulande auch bei Nicht-Polizisten rückläufig ist, liegt der Deutsche Schäferhund immer noch auf Platz 1 der deutschen Hunde-Hitliste – vor dem Dackel und dem Retriever!

Geier als Hilfspolizisten?

Als ich diese Meldung entdeckt habe, dachte ich erst: Soll das womöglich ein verspäteter Aprilscherz sein? Aber nein, es handelt sich um eine ganz seriöse Nachricht. Also: In Niedersachsen will die Polizei künftig mit Geiern zusammenarbeiten. Nicht mit Pleitegeiern, sondern mit Truthahngeiern. Diese Tiere sollen auf menschlichen Aasgeruch abgerichtet werden und in sehr großen Gebieten oder in für Spürhunde und Menschen unzugänglichem Gelände nach Leichen suchen. Bisher ist es das einzige Polizei-Geier-Projekt auf der ganzen Welt.

Truthahngeier haben ein schwarzes Gefieder und werden etwa zwei Kilogramm schwer. Ihr Kopf ähnelt dem eines Truthahns. Sie besitzen nicht nur scharfe Augen, sondern verfügen außerdem über einen außerordentlichen Geruchssinn – ganz im Gegensatz zu fast allen anderen Geierarten.

Im Vogelpark Walsrode übt ein Truthahngeier namens Sherlock schon seit einigen Jahren für seinen künftigen Job als Spürgeier. Im letzten Jahr hat er durch zwei Artgenossen aus einem österreichischen Zoo Verstärkung bekommen: Miss Marple und Columbo sollen praktisch später einmal zusammen mit Sherlock ein Sondereinsatzkommando bilden. Im Vogelpark Walsrode arbeitet ein Spezialtrainer mit den drei Geiern.

Sie üben natürlich nicht mit richtigen Leichen. Ein Stück Leichentuch muss für das Training genügen. Sherlock ist beim Aufspüren dieses Tuchs schon sehr erfolgreich. Das Problem ist nur: Er macht sich bisher lieber zu Fuß auf die Suche, statt in der Luft über dem Gebiet zu kreisen, so, wie man sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Nun hofft man, dass die drei Geier zusammen sich doch noch zum Aufspüren von Leichen im Flug aufraffen. Diese Vögel fliegen nämlich nur in der Gruppe über längere Strecken. Das Training zielt jetzt also auf den gemeinsamen Flug der drei künftigen Polizeigeier ab. Noch steht es aber in den Sternen, ob und wann die Vögel tatsächlich ihren Dienst für die Polizei antreten werden.