Tierischer Jahresrückblick

Auf Jahresrückblicke stößt man derzeit allüberall – leider nicht nur gerade jetzt, da das Jahr wirklich zu Ende geht, sondern schon seit Anfang Dezember. Was danach noch passiert ist, konnte eben nicht mehr in solchen Jahresrückblicken erscheinen. – Sei´s drum!

Auch ich möchte für meine Blog-Leser einen Blick zurück werfen – nicht im Zorn, sondern auf  Tiere, die im ablaufenden Jahr Schlagzeilen gemacht haben.

First DogDa hätten wir zunächst das wichtigste Tier des Jahres: Wer sonst könnte das sein als der „First Dog“ in den USA? Bei seiner Wahl zum US-Präsidenten hatte Barack Obama seinen beiden Töchtern Malia und Sasha versprochen, dass sie einen Hund bekommen würden. Wochenlang fieberte die ganze Welt mit, welche Hunderasse es sein würde, für die sich die Präsidentenfamilie entscheiden würde. Die US-Medien berichteten fast täglich über den neuesten Stand der Dinge. Schließlich gab man einem Portugiesischen Wasserhund den Vorzug. Er heißt „Bo“. Im April zog er ins Weiße Haus ein. Der schwarze, wuschelige Hund eroberte im Sturm die Herzen der Menschen.

Das verschlafenste Tier des Jahres ist für mich ein Dachs, der betrunken mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Dabei schlummerte er so tief, dass ein Autofahrer ihn für tot hielt. Der Mann alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, wachte der Dachs endlich auf, war aber immer noch beschwipst.  Es stellte sich heraus, dass er zu viele überreife Kirschen gefressen hatte, die von einem Kirschbaum gefallen waren. Die Geschichte trug sich in Goslar (Niedersachsen) zu.

Der Unglücksrabe des Jahres unter den Tieren ist für mich ein kleiner Igel, der in Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) mit einem Sahnebecher auf dem Kopf durch die Fußgängerzone irrte. Das Tierchen hatte offenbar die Reste aus dem Becher ausschlecken wollen und war dann in dem Gefäß steckengeblieben. Die Polizei konnte den Igel schließlich befreien.

Dann wäre da noch das diebischste Tier des Jahres. Nein, es handelt sich nicht um eine Elster, sondern um einen Fuchs. Der hat auch nicht die Gans gestohlen – aber so um die 200 Schuhe. Die klaute er nachts aus Gärten und Hauseingängen in Föhren (Rheinland-Pfalz) und schleppt sie anschließend in seinen Bau. Ob der Fuchs ein Schuh-Fetischist ist oder aus welchem anderen Grund er Nacht für Nacht auf Diebestour ging, konnte bis zum heutigen Tag nicht geklärt werden.

Droht jetzt eine "Bo-mania"?

Das hat gerade noch gefehlt! Jetzt löst Bo, der neue Hund im Weißen Haus, eine Welle der Begeisterung für seine Rasse aus: Der Portugiesische Wasserhund, den bislang kaum jemand kannte, droht sich zum neuen Modehund zu entwickeln. Doch bisher gibt es weltweit nur etwa 1000 Exemplare. Die wenigen Züchter können sich bereits vor Anfragen kaum retten.

Tierschützer rund um den Globus sprechen bereits Warnungen aus: Finger weg von dieser Rasse, denn sie ist zumindest für Großstadtmenschen ohne eigenes Haus und Garten komplett ungeeignet. Die wuscheligen Vierbeiner, die ein wenig an Pudel erinnern, brauchen nämlich jede Menge Auslauf. Schön finden sie es auch, wenn Herrchen und Frauchen ihnen einen Swimmingpool oder ein anderes Gewässer bieten können. Denn sie schwimmen für ihr Leben gern. Einst wurde diese Rasse von Fischern in Portugal gehalten. Die Hunde trieben ihren Besitzern Fische ins Netz oder bewachten auch mal den Fang.

Man kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren: Schafft jetzt keinen solchen Hund an, wenn ihr ihm nicht optimale Bedingungen bieten könnt! Sonst werden die Tierheime bald überrannt von „Bos“, die ihre Besitzer wieder zurückgeben wollen, weil sie – zu spät – merken, dass das doch nicht der geeignete Hausgenosse ist. Und noch eine Gefahr besteht: Dass obskure Hundezüchter hier das Geschäft ihres Lebens wittern und „Wasserhunde“ züchten, was das Zeug hält.

Obwohl, wenn ich mir es recht überlege, vielleicht könnte ich mir da auch ein zweites Standbein….

Und das ist er, der First Dog

Diesen Augenblick haben Tierfreunde in aller Welt und natürlich vor allem die beiden Töchter von Barack Obama seit Monaten herbeigesehnt: Malia und Sasha haben endlich den lang versprochenen Hund bekommen. Es ist, wie in diesem Blog schon mehrmals angekündigt (zuletzt hier), ein Portugiesischer Wasserhund. Morgen, Dienstag, soll er ins Weiße Haus einziehen.

„Bo“ heißt das sechs Monate alte Hundekind und ist ein Geschenk von Senator Edward Kennedy und seiner Frau. Die beiden halten selbst auch diese Rasse. Bo soll die Herzen der Obamas im Sturm erobert haben und schon sehr gut auf das hören, was man ihm befiehlt. Er ist schwarz, hat eine weiße Brust und weiße Pfoten und einen kleinen weißen Flecken an der Schnauze. Man kann ihn sich zum Beispiel auch hier anschauen.

„Bo“ haben ihn Malia und Sasha angeblich genannt, weil ihre Cousins eine Katze haben, die auch so heißt. Bo soll auch schon einmal probeweise das Weiße Haus besucht haben und alle mit seinem für so einen kleinen Hund bemerkenswert guten Benehmen verblüfft haben. Nicht einmal eine Pfütze hat er auf den wertvollen Teppichen hinterlassen – ein Missgeschick, das kleinen Hunden sonst häufig passiert.

Höchste Zeit für den First Dog!

Jetzt hat Barack Obama seinen ersten „Europa-Marathon“ fast geschafft: G 20-Gipfel, NATO-Gipfel, Rede über Atomwaffen in Prag … Die Heimreise in die USA steht bevor. Und damit auch das Wiedersehen mit den beiden Töchtern Sasha und Malia. Die mussten eine ganze Zeitlang nicht nur ohne den Herrn Papa auskommen, sondern auch ohne ihre Mutter, die Obama begleitet hat.

Wir erinnern uns: Im April, so hatte der mächtigste Mann der Welt seinen Kindern versprochen, wolle er endlich sein Versprechen einlösen und ihnen den lang ersehnten Hund besorgen. Michelle Obama soll den Zeitpunkt angeblich konkreter genannt haben: Nach den Frühlingsferien.

Zuletzt war ein Portugiesischer Wasserhund  (siehe diese Abbildung aus einem Buch der Edition Tieger) im Gespräch – eine Rasse, für die ich mich persönlich bisher nicht so sehr erwärmen konnte.

 Aber das ist ja egal: Hauptsache, die zwei Mädels kriegen endlich ihr Haustier! Sie müssen schließlich immer wieder für längere Zeit auf ihre Eltern verzichten, da sollten sie doch wenigstens tierischen Trost an einer nasskalten Hundeschnauze finden. Mein Vorschlag an die Obamas: Wenn Ihr schon mal hier in „good old Europe“ seid, dann macht schnell noch einen Schlenker nach Portugal und sackt so ein Viech mit ein! Wäre doch ein nettes Mitbringsel.

Das soll ein First Dog sein?

Lange genug haben sie warten müssen, die beiden Töchter von Barack Obama. Seit der Mann als Präsident eine Krise nach der anderen managen soll, war vom versprochenen Hund für Malia und Sasha nicht mehr die Rede. Das habe ich hier ja schon ausgiebig kritisiert.

Aber jetzt ist wieder Bewegung in die Sache gekommen. Die First Lady hat die Sache in die Hand genommen und für ihre Töchter einen „Portugiesischen Wasserhund“ ausgesucht. Empfohlen wurde ihr diese Rasse angeblich vom demokratischen Senator Ted Kennedy, der selbst zwei Exemplare davon besitzt.

Mag sein, dass diese Hunde politisch korrekt und gutmütig sind und mit bis zu einem halben Meter Größe und 25 Kilo Gewicht als Familienhunde das Idealmaß besitzen. Doch wodurch zeichnen sie sich sonst aus? Dadurch, dass sie zwischen Krallen und Pfoten eine Schwimmhaut haben und deshalb jahrhundertelang von Fischern auf der Iberischen Halbinsel gehalten wurden? Dadurch, dass sie angeblich schon auf den Schiffen der großen Entdecker mitfuhren?

Ich frage mich: Wozu muss der First Dog der USA eigentlich ein guter Schwimmer sein? Ist Obama ein Fischer? Plant er eine größere Schiffsreise? Will sich seine Frau mit den Kindern auf dem Meeresweg von ihm absetzen, weil sie sehen, dass die politische Realität ein wenig von dem abweicht, was sich die Obamas vor der Wahl erträumt haben? Fragen über Fragen.

Obamas Kinder wollen ihren künftigen Hund doch einfach liebhaben können. Und mal ehrlich: Findet Ihr/finden Sie diesen Köter süß? Also, ich nicht.