Ein Bärendienst für die Zoo-Welt

urn:newsml:dpa.com:20090101:100617-99-01267Das Urteil in Sachen Magdeburger Tigerbabys ist ist gefallen. Das Gericht hat den Zoodirektor und drei seiner Mitarbeiter wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verwarnt. Dazu gab es die Auflage für die Angeklagten, jeweils bis zu 600 Euro an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Kommen sie dieser Auflage nicht nach, kann auch noch eine Geldstrafe verhängt werden. Die Verteidigung will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Egal, ob der Prozess nun noch weitergeht _ der Magdeburger Zoo hat sich und allen anderen Zoos mit der Tötung von drei Tigerbabys einen Bärendienst erwiesen. Süße Tierbabys umbringen, weil sie nicht reinrassig sind: Unsensibler geht’s nimmer. Da muss ja ein Aufschrei der Entrüstung folgen, und zwar nicht nur seitens militanter Tierschützer, sondern Tausender Tierfreunde in aller Welt.

Natürlich steckte die Magdeburger Zooleitung in der Klemme. Sie hat zu spät erfahren, dass sich bei den Vorfahren von Tigerkater Taskan ein Sumatra-Tiger eingeschlichen hatte. Damit war klar: Die drei Tigerbabys kann man für die Weiterzucht reinerbiger Sibirischer Tiger vergessen. Bedauerlich, sicher, aber noch längst kein Grund, den Kleinen das Lebensrecht abzusprechen, nur weil im Zoo kein Platz für sie war.
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