Quax und Blaustorch: Vogelige Medienstars

urn:newsml:dpa.com:20090101:100419-10-12519Vor kurzem hatte ich hier über einen blauen Storch in Brandenburg berichtet. Mittlerweile ist ein solch seltenes Exemplar auch in der Elbmarsch aufgetaucht – und dieses Tier hat nun schon für Nachwuchs gesorgt: In seinem Nest in Avendorf  brütet ein weißes Weibchen.

Ein Storchenbetreuer geht davon aus, dass sich die „Blaustörche“ wieder in normale Weißstörche zurückverwandeln werden – allerdings wird das seine Zeit brauchen. Man schätzt, es könnten zwei Jahre vergehen, bis von der blauen Farbe nichts mehr übrig ist. Im Gegensatz zu anderen Vogelarten verlieren Störche während der Mauser nämlich nur einzelne Federn – also wird der Wandel von blau zu weiß sehr langsam vor sich gehen.

Immer noch ist unklar, wie die Störche die Blaufärbung angenommen haben. Möglicherweise sind sie auf ihrer Reise vom Süden in den Norden in gefärbtes Wasser oder in Farbe geraten.

Nachrichten aus der Vogelwelt sind sonst ja nicht so spektakulär und locken im Vergleich zu Meldungen beispielsweise über Knut oder Flocke kaum jemanden hinterm Ofen hervor. Doch die blauen Störche haben sich – frei nach Walter Kempowski – zu „vogeligen“ Medienstars gemausert und sind für die kleinen Orte, in denen sie sich niedergelassen haben, echte Knüller: Sie kurbeln bereits den Tourismus an.

Ein weiterer Vogel hatte – wir erinnern uns – im Frühling letzten Jahres für Schlagzeilen gesorgt: Quax, der Rosapelikan. Vor ein paar Wochen habe ich hier vermeldet, dass Quax in diesem Jahr Frankreich den Vorzug gibt und sich bei uns nicht mehr blicken lässt. Alf Pille vom LBV  hat mich inzwischen wissen lassen, dass Quax doch wieder in unseren Gefilden gesichtet wurde, nämlich im mittelfränkischen Ornbau. Doch dort blieb er offenbar nicht lange – Vogelbeobachter aus Lothringen konnten ihn wieder bei unseren französischen Nachbarn ausmachen. Naja – zwischen Franken und Frankreich besteht halt doch eine gewisse Affinität!

Quax, der Wahl-Franzose

Also, ich persönlich kann ihn ja gut verstehen, denn ich liebe Frankreich auch: Quax, der Rosapelikan, scheint in Lothringen bleiben zu wollen. Dort war er im vergangenen Herbst auf seinem Flug gen Süden gelandet, und dort gefällt es ihm anscheinend so gut, dass er – zumindest derzeit – keine Anstalten macht, wieder zu uns zu kommen.

quaxneuSo schätzt man es im Augenblick jedenfalls beim Landesbund für Vogelschutz ein. Quax lebt in Lothringen am Etang le Lindre sozusagen wie Gott in Frankreich, wie auch dieses Foto von J. Says zeigt: Der Pelikan hat dort alles, was sein Herz begehrt, wird mit Fisch gefüttert und darf mit seinen geliebten Störchen zusammenleben. Auf seiner Homepage hat der lbv das „Quax-Tagebuch“ auf den neuesten Stand gebracht und zeigt auch dort dieses Foto.
weiter lesen

Wer hat Pelikan Quax gesehen?

Jetzt haben mich schon einige Leute gefragt, ob ich weiß, was aus Quax, dem Rosapelikan, geworden ist.

Zur Erinnerung: Quax hatte im Frühjahr jede Menge Wirbel verursacht. Der Rosapelikan hatte auf seiner Reise aus südlichen Gefilden nach Norden, auf der er ohne Artgenossen unterwegs war,  immer wieder die Gesellschaft von Störchen gesucht – nur waren die nicht so begeistert von ihm wie er von ihnen. Quax war in Franken zwischen Nürnberg, Fürth, Erlangen und Bamberg hin- und hergependelt. Wochenlang wurde er von Tierfreunden beobachtet, und der Landesbund für Vogelschutz forderte dazu auf, den neuesten Aufenthaltsort von Quax zu melden. Es gab ein richtiges Quax-Tagebuch.  Dann verabschiedete sich Quax in Richtung Thüringen und Sachsen und landete schließlich im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde in Niedersachsen, wo er den Sommer über blieb. Nur ab und zu unternahm er kleinere Ausflüge.

Als die Störche vor kurzem wieder in ihre Winterquartiere gestartet sind, ist auch Quax gen Süden aufgebrochen. Eine Zeitlang wusste niemand etwas über sein weiteres Schicksal. Doch dann hat der Landesbund für Vogelschutz einen Anruf bekommen, wo Quax sich aufhält: In Lothringen lässt er es sich an einem Fischgewässer gutgehen, das gerade abgelassen wird. Auch Störche wurden dort gesichtet.

Der Landesbund für Vogelschutz hat wieder eine Hotline eingerichtet, auf die ich auch gerne hinweisen möchte: Wer Quax sieht, sollte sich bitte hier melden.

Ich bleibe dran, Quax!

Wir Journalisten haben ja den Ruf, uns immer nur kurzfristig für etwas zu interessieren und gerade so lange darüber zu schreiben, wie die Sache „heiß“ ist. Es ist nicht leicht, von diesem Image wegzukommen, aber ich versuche es trotzdem immer wieder. Zäh dran bleiben, heißt meine Devise. Das führt manchmal zum Erfolg: Nur weil ich die Leitung des Nürnberger Tiergartens seit Wochen mit meinen Anfragen nerve, ob Vera jetzt bald gedeckt wird oder nicht, hatte ich als erste – und damit vorübergehend als einzige – die Meldung, dass Vera heuer eine Babypause gegönnt wird.

Ähnlich will ich es auch mit Quax, dem Rosapelikan, halten, der einen Monat ganz Franken in Atem gehalten hat. Seit er sich am 31. März erst nach Thüringen und später nach Niedersachsen aufmachte, ist es natürlich bei uns relativ still um ihn geworden. Auf der Homepage des Landesbundes für Vogelschutz wird aber von Zeit zu Zeit noch über den wunderlichen Kerl berichtet, der statt mit Artgenossen lieber mit Störchen zusammen ist. Neuerdings tritt er in einer noch ungewöhnlicheren Gruppierung auf: Als „Dreierbande“ mit einem Storch und einem jungen Seeadler ist er vor ein paar Tagen über einem Naturschutzgebiet bei Leiferde gesichtet worden.

Warum nur verguckt sich Quax in alle möglichen gefiederten Gesellen und will nur von seinen Artgenossen nichts wissen? Ich bin gespannt, ob der lbv dieses Rätsel noch lösen kann oder ob sich Quax doch noch irgendwann umorientiert. – Wie gesagt: Ich werde dranbleiben!

Quaks/Quax, wir vermissen dich!

Quaks, der Rosapelikan, hat unser schönes Franken endgültig verlassen. Ich versteh`s ja auch nicht so recht, wo er hier doch zum Medienstar aufgestiegen ist. Vielleicht hat aber gerade das ihm zusätzlich zur günstigen Thermik Aufwind gegeben, so dass er sich immer weiter von uns entfernen konnte.  Über Sachsen ist er nach Niedersachsen geflogen und hat sich im NABU-Zentrum in Leiferde niedergelassen. Von dort hat er einen kurzen Abstecher nach Bremen gemacht, ist aber wieder nach Leiferde zurückgekehrt.

Der Landesbund für Vogelschutz führt sein Quaks-Tagebuch trotzdem weiter. Wer weiß, vielleicht überlegt Quaks es sich ja doch wieder anders. Wahrscheinlich wird ihn spätestens im Sommer das schlechte norddeutsche Wetter wieder nach Süden treiben.

In dem Tagebuch wird inzwischen wild spekuliert: Ist Quaks aus irgendeinem Grund auf Störche geprägt? Warum sonst lässt er hübsche Pelikan-Mädels abblitzen? Und auch der Name „Quaks“ sorgt mittlerweile für heftige Diskussionen: Schreibt er sich nun „Quaks“, wie ihn der lbv die ganze Zeit genannt hat? Oder „Quax“ nach dem berühmten Film mit Heinz Rühmann, wie ihn der lbv neuerdings auch nennt?

Ich finde ja, dass „Quax“ falsch ist. Denn für mich hat Quaks eindeutig bewiesen, dass er kein Bruchpilot ist, vielmehr ein Meisterflieger. Ich kenne allerdings die lange Vorgeschichte dieses Vogels nicht, die mittlerweile durch die vielen Beiträge in dem Tagebuch bruchstückhaft Gestalt annimmt. Wenn er einst wirklich „Quax“ getauft wurde, dann muss man natürlich dazu zurückkehren.

Egal, ob „Quaks“ oder „Quax“: Wir vermissen dich in Mittelfranken!!