Die Meerbarbe als Trendsetterin

Heute mal ein kleines Quiz – als Tierfreund will man sich ja auch weiterbilden. Nicht nur in Sachen Tierwelt, auch sprachlich. Und da im weltweiten Netz Englisch die Sprache Nummer eins ist, will ich versuchen, beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Hier also die Frage: Was ist „mullet“? Nachdem heutzutage keiner mehr Fragen ohne Multiple-Choice beantworten kann, gebe ich mehrere Möglichkeiten vor.

Please choose the correct definition and click the link.

a) a type of jacket

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b) a type of wine

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c) a type of hair style

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Ich bin normalerweise nicht für englische Bezeichnungen, aber ich muss zugeben, dass mir für eine solche Frisur weder der Begriff „Vokuhila“ (für „Vorne kurz hinten lang“) gefällt noch eine Umschreibung wie „80er-Jahre-Matte“. Und weil ich Tierfreund bin, werde ich „mullet“ für diese Art von Frisur gerne übernehmen.

Ob sich da die Meerbarbe beleidigt fühlt? Ich hoffe nicht!!!

Das unglaubliche Quiz der Tiere, Teil 2

elstner.jpg„Das unglaubliche Quiz der Tiere“ (ARD), die Zweite: Auf dem Foto sieht es so aus, als würde Quizmaster Frank Elstner ganz harmlos vor einer Dschungelcamp-Kulisse stehen und seinen Kandidaten Fragen über die Welt der Tiere stellen. „Wir wollen Tiere nicht nur so vorführen“, versichert er mit sonorer Stimme.

Doch wie schon in der ersten Ausgabe passiert in Wirklichkeit das Gegenteil: Die Kandidaten reiten wieder auf Elefanten ins Studio. Ein echter Pelikan steht die ganze Sendezeit über völlig sinnlos als Staffage unter dem gleißenden Scheinwerferlicht. Er versucht, sich zu verdrücken – so gut es eben  geht – als ein handzahmer Fuchs zusammen mit seinem Frauchen auf der Bühne erscheint. Um dieses Tier, das bevorzugt als lebender Pelzkragen den Hals seiner Besitzerin und Ziehmutter schmückt, braucht man sich allerdings keine großen Gedanken mehr zu machen.

Und es geht in dem Stil weiter: Ein nicht unbedingt als Zirkustier geeignetes Rentier wird im wahrsten Wortsinn vorgeführt, und wir erfahren, dass bei dieser Spezies im Gegensatz zu Rehen und Hirschen auch die Weibchen ein Geweih tragen. Das finde ich wirklich interessant. Wir erfahren außerdem, dass sich die Tierart beim Gehen durch knackende Geräusche im Fußgelenk auszeichnet. Auch interessant, aber wenn das Tier schon da ist, hätte ich das auch gern gehört. Doch es mag zunächst nicht loslaufen. Weil es sich gut macht, Tiere zu nichts zu zwingen, meint Elstner großzügig, das Rentier müsse jetzt nicht unbedingt das Knacken hören lassen. Dann setzt es sich aber doch in Bewegung – muss es ja auch, wenn es das Fernsehstudio wieder verlassen soll. Da hätte man das Knacken endlich vernehmen können. Doch just in dem Mioment fängt das Publikum wieder an zu klatschen und zu toben und übertönt alles andere.

Ansonsten macht die Sendung praktisch ausschließlich für den Erlebniszoo Hannover Reklame. Wäre schön, wenn verschiedene Zoos mit anderen Experten als Heiner Engel auch mal an die Reihe kämen, aber offenbar hat man dort am lautesten „hier!“ geschrieen. Nürnberg kommt im Zusammenhang mit „Flocke“ auch mal kurz vor, aber da macht Elstner sich im Gegensatz zu Hannover nicht die Mühe, den Namen korrekt zu nennen: „Nürnberger Zoo“ heißt es mal wieder, wie leider meist im Fernsehen, wenn es nicht der Bayerische Rundfunk ist.

Die Kandidaten Horst Lichter, Barbara Schöneberger und Til Schweiger tun ihr Bestes, um mich zu nerven. Til Schweiger geht zunächst in Führung und scheint sich wirklich recht gut auszukennen in der Tierwelt, besonders bei Eisbären. Dass er sein Wissen wohl vor kurzem bei der Konkurrenz erworben hat („Kerner“ im ZDF, wo Schweiger zusammen mit Helmut Mägdefrau vom Nürnberger Tiergarten auftrat, der über Eisbären im allgemeinen und „Flocke“ im Besonderen informierte), ver“schweigt“ er geflissentlich – nomen est omen. Dafür folgt die Strafe auf dem Fuß: Am Ende gewinnt nämlich der Fernsehkoch Lichter, obwohl er freimütig zugibt, dass ihn beim Kaninchen ein Kochrezept mehr interessiert als alles andere.