Sensationelles Foto

Nach der unsäglichen Geschmacklosigkeit der Fotos auf Facebook, die grausame Tierquälerei zeigten, heute zu einem erfreulichen Tier-Foto: Es wurde von dem Wildtier-Fotografen Bruno D´Amicis aufgenommen, der für den Naturschutzbund Deutschland (NABU) arbeitet. Auf den ersten Blick mag man das Bild vielleicht nicht so außergewöhnlich finden. Aber wenn man die Zusammenhänge kennt, dann ist es eine echte Sensation.

Denn das Foto zeigt erstmals einen Löwen – beziehungsweie eine Löwin – in einem afrikanischen Regenwald. Bisher ging man immer davon aus, dass Afrikanische Löwen ihren Lebensraum nicht in feuchten Regionen haben, sondern in der trockenen Savanne. Zwar hatten die Bewohner von Kafa, dem Biosphärenreservat in Südäthiopien, wo das Foto entstanden ist, schon früher erzählt, dass sie dort Löwen gesehen hätten. Aber dafür gibt es jetzt durch das Foto zum ersten Mal einen Beweis.

Die Naturschützer nehmen an, dass die Löwen während der Trockenzeit auf ihrer Reise von Ost- nach Zentralafrika durch diesen Regenwald hindurchziehen. Auf jeden Fall hat der NABU angekündigt, das Verhalten der Löwen in dieser Region nun weiter zu erforschen. Könnte ein interessantes Projekt werden, das neue, aufschlussreiche Erkenntnisse über die Afrikanischen Löwen liefert. Diese Tiere gelten als gefährdet; in Äthiopien soll es nur noch 1500 Exemplare geben.

Rettung für die Schimpansen im Kongobecken

Normalerweise bin ich niemand, der sich gleich für irgendwelche Spendenaktionen starkmacht. Aber ich glaube, es lohnt sich, die neue Hilfsaktion des WWF für den Schimpansenwald im Kongobecken zu unterstützen.

In der Lac-Tumba-Region, die zum größten Überschwemmungswaldgebiet der Erde gehört, leben mehrere Populationen von Schimpansen und Zwergschimpansen. Im Jahr 2009 haben außerdem WWF-Mitarbeiter dort die einzigartigen „Sumpfschimpansen“ entdeckt, die während der gesamten Regenzeit nur auf Bäumen leben. Außerdem gibt es in diesem Gebiet eine ganze Reihe von Säugetieren, die endemisch sind, also ausschließlich dort leben. Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat zwar über 7000 Quadratkilometer Wald unter Naturschutz gestellt, doch nun schlägt der WWF Alarm, dass das nicht ausreiche.

Denn vor allem die Sumpfschimpansen werden häufig ein Opfer von Wilderei. Es hat sich eine sogenannte Bushmeat-Mafia gebildet, die ganze Städte mit Wildfleisch beliefert. Leider ist auch Schimpansenfleisch sehr begehrt. Außerdem sind die Schimpansen durch Brandrodung bedroht: Wertvoller Regenwald wird niedergebrannt, weil die Menschen zusätzliche Ackerflächen anlegen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Der WWF will deshalb ein Schutzgebietsystem aufbauen, dafür Wildhüter ausbilden und diese mit notwendigen Geräten ausstatten. Der WWF hat es bereits geschafft, die Regierung zu überzeugen, dass langfristig 15 Prozent der Landesfläche unter Schutz gestellt werden. Die Organisation will auch mit den Einheimischen zusammenarbeiten und ihnen helfen, ihre Lebensgrundlage zu verbessern, damit sie nicht mehr auf Wilderei angewiesen sind. Auch Programme für eine verbesserte Landwirtschaft sind geplant, damit weniger Wald für neue Felder geopfert wird.

Falls jemand dieses Projekt unterstützen will, kann er seine Spende überweisen auf das Konto 809 871 1 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 550 205 00.

Wer rettet die unentdeckten Arten?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101025-11-10297Es ist faszinierend, wie riesig die Artenvielfalt der Tiere  im Regenwald des Amazonas-Gebietes ist. In einem Zeitraum von zehn Jahren haben Forscher dort rund 1200 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, von deren Existenz vorher niemand etwas geahnt hatte.

Eine dieser Tierarten ist der hier abgebildete, wunderbar gezeichnete und gefärbte Frosch, dem die Experten den Namen „Ranitomeya amazonica“ gegeben haben. Auch ein Papagei mit Glatzkopf gehört zu den neu erforschten Arten. Das Problem ist nur: Der Lebensraum dieser Tiere und Pflanzen, der Regenwald, wird vom Menschen durch Rodung immer weiter zerstört – und das immer schneller. Wissenschaftler vermuten, dass es im Amazonas-Gebiet noch andere bislang unbekannte Arten gibt. Doch durch das Schrumpfen der Regenwaldflächen werden manche dieser Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

Natur- und Tierschützer warnen zwar regelmäßig vor den Auswirkungen der Regenwald-Zerstörung und starten Projekte zur Rettung des Waldes. Doch mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist das wohl nicht …