Keine Tiere aus dem Urlaub mitbringen!

Urlaubszeit – das ist auch die Zeit, in der jedes Jahr viele Menschen plötzlich ihre Tierliebe entdecken. Besonders in südlichen Ländern, wo Urlaubern Hunderte von Straßenhunden und streunenden Katzen über den Weg laufen. Aus Mitleid mit den Tieren würden sie sie am liebsten mit nach Hause nehmen. Doch das ist Tierliebe am falschen Ort. Tierschutzorganisationen raten, diesen Tieren lieber dort zu helfen, wo sie leben. Beispielsweise, indem sie mit einem geschwächten oder kranken Tier zum Tierarzt gehen oder Futter an Plätzen hinstellen, wo Einheimische Tiere füttern.

Wer unbedingt ein Tier aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss mit einigen Problemen rechnen. Aus EU-Mitgliedsstaaten benötigt man für die Einreise nach Deutschland einen gültigen EU-Heimtierpass. Voraussetzung ist eine Tollwutimpfung und ein Mikrochip. Dabei sind auch bestimmte Fristen zu berücksichtigen. Bei der Einreise aus nicht-europäischen Ländern gelten noch strengere Auflagen. Wer die nicht einhält, muss das Tier, dem er eigentlich etwas Gutes tun wollte, womöglich am Flughafen in Quarantäne zurücklassen, und zwar drei Monate lang. Für die Tiere ist das die reinste Qual, und für den, der sie mitgebracht hat, eine teure Angelegenheit, denn er muss für die Unterbringung aufkommen.

Man sollte es sich also lieber zweimal überlegen, bevor man solche Tiere mitnimmt. Schließlich gibt es zu Hause auch jede Menge Tiere, die Hilfe brauchen: Die Tierheime sind voll davon, und deren Mitarbeiter sind dankbar, wenn sie so viele ihrer Bewohner wie möglich an ein Herrchen oder Frauchen vermitteln können.

Die Reise kann beginnen!

Der große Regen ist vorüber, die Sonne hat ihren Platz am Himmel zurückerobert, es ist Wochenende, und im Land macht sich langsam aber sicher Ferienstimmung breit. Endlich, endlich beginnt ein Sommer, der seinen Namen auch verdient hat. Mit ihm kommt aber auch das Fernweh.

Einige Tierhalter dürften die Reiselust allerdings eher gedämpft verspüren. Denn wenn sie ihre Schützlinge in den Urlaub mitnehmen wollen, müssen sie womöglich schon Wochen vorher mit den Vorbereitungen beginnen: Bei Reisen ins Ausland werden vor allem für Hunde und Katzen Impfnachweise verlangt. Man verplempert dafür viel wertvolle Zeit (und Geld!) in Veterinärpraxen.

Die Impfvorschriften wurden jetzt durch eine Neuregelung gelockert, und zwar für Hunde und Katzen, die ihren Urlaub mit Herrchen und Frauchen innerhalb der EU-Grenzen verbringen. In diesem Bereich wurde das Reisen mit Haustieren erleichtert; das Europaparlament hat eine entsprechende Verordnung erlassen. Jetzt gilt folgendes: Sind Rex und Mikesch gechippt und besitzen sie den europaweit einheitlichen Tierausweis, so brauchen sie keine Tollwutimpfung mehr, wenn die Reise innerhalb von Gebieten stattfindet, die als tollwutfrei gelten.

Und worauf ist diese Erleichterung zurückzuführen? – Man glaubt es kaum: Auf die Einsicht von Beamten, die den Amtsschimmel endlich mal ein wenig leiser wiehern lassen wollen. Außerdem begründet man die Verordnung mit spürbaren Erfolgen bei der Tollwutbekämpfung in Europa. In einigen EU-Staaten schafft man sogar lange Quarantäne-Aufenthalte für Haustiere ab, zum Beispiel in Großbritannien. Menschen dürfen ihre Tiere außerdem für Sportveranstaltungen, Wettbewerbe oder Ausstellungen ins Ausland bringen, ohne gleich verdächtigt zu werden, Tierhändler zu sein. Das gilt jedoch nicht für Welpen unter sechs Monaten. Sonst würde man wohl den – leider expandierenden – illegalen Handel mit Hundewelpen oder anderen Tierbabys noch fördern.

Um die Neuregelung tierisch zu würdigen, rufe ich in Richtung Straßburg: Gut gebrüllt, Löwe!!