Einfach tierisch, das Jahr 2017!

Ohne einen Jahresrückblick geht es auch in diesem Blog nicht. Wer schon länger zu meinen Lesern gehört, kennt das ja schon. Lustige, erstaunliche oder fast unglaubliche – aber immer wahre! – Tiergeschichten aus dem zu Ende gehenden Jahr. In einer davon spielt das Stachelschwein auf diesem Foto (Foto: Kreispolizeibehörde Herford/dpa) die Hauptrolle. Das Tier hat die Feuerwehr ganz schön auf Trab gehalten. Erst war es bei einem Tierarzt in Nordrhein-Westfalen ausgebüxt. Auf der Straße wurde es von Passanten entdeckt, die bei der Feuerwehr anriefen. Die hatte alles andere als einen einfachen Einsatz: Es dauerte Stunden, bis der Ausreißer wieder eingefangen war. Immer, wenn jemand ihn zu fassen bekam, stellte er nämlich schnell seine Stacheln auf.

Kommen wir zum Thema Tiere und Flughäfen. Auf einem Flugplatz in Alaska, der nahe am Meer gelegen ist, tauchte plötzlich eine Robbe auf der Landebahn auf. Möglicherweise war sie während eines Schneesturms aus dem Wasser gekommen. Die Robbe konnte schließlich mit einem Schlitten in Sicherheit gebracht werden. In Japan ist es einem Pudel gelungen, den Zeitplan eines Flughafens durcheinanderzuwirbeln. Auch er wurde auf der Landebahn gesichtet, wo er hin- und herrannte, nachdem ihm die Flucht aus einer Transportbox gelungen war. Der Hund raste fast eine Dreiviertelstunde  herum, bis ihn endlich jemand erwischte. Bis zu diesem Augenblick durften einige Flugzeuge weder starten noch landen.

Das Thema monsterartige Tiere deckt folgende Meldung ab: In einem Museum in Genf gibt es eine Schildkröte mit zwei Köpfen. Sie heißt Janus und hat mit dieser Abnormität bereits recht lang überlebt; immerhin ist sie schon 20 Jahre alt. Dabei tun die beiden Köpfe meistens etwas anderes.  Beispielsweise versucht einer, dem anderen ein Salatblatt wegzuschnappen. Kein Aprilscherz, sondern immer mal wieder von Museumsbesuchern so beobachtet!

Zum Thema Tiere und Rekorde passt folgende Nachricht: Ein Kater namens Arcturus Aldebaran wurde im September zur größten Hauskatze der Welt gekürt. Er hat eine Körperlänge von 48,4 Zentimetern und lebt in einem Tierheim in den USA. Sein Mitbewohner Cygnus Regulus ging als Hauskatze mit dem längsten Schwanz in die Annalen ein: Buschig und 44,66 Zentimeter lang ist sein „bestes Stück“.

Den Rückblick auf das Nürnberger Tiergarten-Jahr 2017 liefere ich Euch demnächst in diesem Blog. Jetzt erst mal einen schönen Jahreswechsel und dann: alles Gute für 2018!

Chris – um über 40 Kilo leichter

VorhernachhherGestern ging die Geschichte vom Merino-Schaf in Australien, das von seinem dicken, verfilzten Wollvlies schier erdrückt wird, um die Welt.  Nun hat das Ganze doch ein gutes Ende genommen: Das Schaf, das mittlerweile „Chris“ genannt wird, ist jetzt um 40 Kilo leichter. Der australische Landesmeister im Scheren, Ian Elkins, hat das Tier erlöst und dabei wahrscheinlich einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er benötigte sage und schreibe 42 Minuten dafür – normalerweise braucht er für eine Schafschur nur drei Minuten. Chris bekam zur Sicherheit ein Beruhigungsmittel, bevor Ian Elkins sich ans Werk machte und Chris um genau 40,45 Kilo erleichterte. Für gewöhnlich werden Merino-Schafe alle zwölf Monate geschoren und liefern dann gerade mal fünf Kilo Wolle. – Das Foto zeigt Chris vor und nach der Schur. Um ihn warm zu halten, wurde er in einen Daunenmantel gesteckt.

Übrigens hat Chris mit seinen gut 40 Kilo Wolle seinen Schicksalsgenossen Shrek aus Neuseeland um einiges übertrumpft: Der wurde im Jahr 2004 von 27 Kilogramm Wolle befreit. Und Chris ließ auch den bisherigen, ebenfalls aus Neuseeland stammenden Rekordhalter namens Big Ben hinter sich, dem Anfang vergangenen Jahres 28,9 Kilo Wolle abgeschnitten wurden.

Hier mal ne gute Nachricht

Während in Neuseeland und an der Nordsee Wale gestrandet sind und qualvoll zu Tode kamen, gibt es von anderen Meeressäugetieren Erfreuliches zu berichten: von den Seehunden. Ihre Zahl im Wattenmeer ist auf den bisher höchsten Stand seit Beginn der Zählung im Jahr 1975 gestiegen.

Die Tiere werden vom Flugzeug aus gezählt, wenn sie auf den Sandbänken liegen. Dabei kommt es natürlich vor, dass einige im Wasser schwimmende Seehunde nicht miterfasst werden. Und so muss man die sehr genauen Zahlen, die das Internationale Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven gerade bekannt gegeben hat, wohl sogar noch etwas nach oben korrigieren.

Also: Im August lebten den Mitarbeitern dieser Einrichtung zufolge 24 118 Seehunde im Wattenmeer an den Nordseeküsten von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden – neun Prozent als bei der Zählung im Vorjahr. Und: Es gibt nicht nur mehr Seehunde insgesamt, sondern mit 7044 auch mehr Jungtiere; das bedeutet eine Steigerung von acht Prozent gegenüber 2010. Wenn das keine gute Nachricht ist!

Am meisten Seehunde hat man in Schleswig-Holstein entdeckt, gefolgt vom niederländischen Wattenmeer, Niedersachsen und den Wattgebieten rund um Hamburg. Am wenigsten Tiere gibt es in Dänemark. Diese Unterschiede sind aber nicht etwa darauf zurückzuführen, dass manche Länder sich besser oder schlechter um den Bestand kümmern. Verantwortlich dafür sind vielmehr die Tiere selbst, die nicht an einem Ort bleiben, sondern auf Wanderschaft gehen. Auch die Zählung kann Fehler aufweisen, etwa bei schlechter Sicht vom Flugzeug aus. Es gibt deshalb Schätzungen, die von bis zu 35 000 Seehunden im Wattenmeer ausgehen.

Ein gutes Seehund-Jahr

Leider muss ich in diesem Blog oft über negative Meldungen aus der Tierwelt schreiben: Über Umweltkatastrophen zum Beispiel, über Probleme der Erderwärmung für bestimmte Tierarten oder über Tiere, die bedroht sind, weil Menschen ohne Rücksicht auf deren Lebensraum Profit machen wollen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100823-99-01055Und wo bleibt das Positive?, könnte man frei nach einem Gedicht von Erich Kästner fragen. Heute kann ich tatsächlich wieder einmal mit einer erfreulichen Meldung dienen. Sie führt uns an die Nordsee und dort zu einer besonders beliebten Tierart: den Seehunden. Seit dem Jahr 1958 werden im niedersächsischen Wattenmeer regelmäßig die Seehunde gezählt. Die einzelnen Ergebnisse gehen beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg ein und werden dort registriert.

Jetzt hat das Landesamt das Ergebnis der diesjährigen Zählung bekanntgegeben: 6623 Seehunde sind es heuer im Wattenmeer zwischen Elbe und Ems. Damit wurde der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2002 mit 6481 Exemplaren übertroffen. Und gleich noch eine positive Nachricht hinterher: Auch für den Seehund-Nachwuchs ist 2010 ein gutes Jahr. Mit 1648 Jungtieren sind im niedersächsischen Wattenmeer diesmal 202 mehr Seehund-Babys gesund herangewachsen als im vergangenen Jahr.

Die Seehund-Zählungen sind Teil eines internationalen Schutzabkommens. Das legt fest, dass jedes Jahr Beobachtungsflugzeuge zur Zählung in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden starten.