Bizarr, bizarr!

Sie sehen fast aus, als seien sie künstlich: knallbunt und bizarr geformt. Aber es sind echte Tiere, die jetzt von Forschern auf Madagaskar entdeckt wurden: zwei Riesenstabschrecken. Auch ihre Größe ist beeindruckend. Sie erreichen über 20 Zentimeter Körperlänge und gehören damit zu den größten Insekten der Welt. Ihr Aussehen ist eigentlich schon seit 15 Jahren bekannt, die Wissenschaftler konnten aber jetzt erst nachweisen, dass es sich bei den Schrecken um eigene Arten handelt. Präsentiert werden die Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Frontiers in Ecology and Evolution“ (Fotos: Frank Glaw/SNSB-ZSM/dpa).

Das Besondere an den neuen Arten, die „Achrioptera manga“ und „Achrioptera maroloko“ benannt wurden: Im Gegensatz zu anderen Stabschrecken tarnen sich die Männchen nicht als unscheinbare Äste, sondern zeigen sich auffallend farbenprächtig. Das wundert auch die Forscher, weil die wichtigste Überlebensregel für Stabschrecken eigentlich lautet: Mach´dich  unsichtbar, sonst wirst du gefressen! Nun vermuten die Wissenschaftler, dass die Schrecken vielleicht mit der Blätternahrung Pflanzengifte aufnehmen, die sie in ihrem Körper bunkern und mit ihrer Farbenpracht die Fressfeinde davor warnen, dass sie ungenießbar sind. Die beiden neuen Arten sind allerdings hauptsächlich nachts aktiv, deshalb macht die auffällige Färbung eigentlich gar nicht viel Sinn.

Und genau das ist es, was ich an der Tierwelt so liebe: Sie lässt sich nicht immer und überall enträtseln, manches bleibt einfach geheimnisvoll – toll!