Erstes Wisentbaby in freier Wildbahn

Im April hatte ich über ein interessantes, wissenschaftlich begleitetes Auswilderungsprojekt geschrieben: Im Rothaargebirge (Nordrhein-Westfalen) lebt erstmals seit über einem Jahrhundert wieder eine Herde von Wisenten in freier Wildbahn. Nun gibt es schon die erste gute Nachricht über das Projekt zu vermelden: Die Leitkuh der Herde hat ein gesundes Kalb zur Welt gebracht.

Der kleine Bulle wurde auf den Namen Quintus getauft, weil er das fünfte Jungtier dieses Artenschutzprojekts ist, bei dem vorher – als die Wisentherde noch in einem großen Gehege in Gefangenschaft lebte – bereits vier Babys geboren worden waren. Die Mutter kümmert sich vorbildlich um Quintus, der laut den Wildhütern „putzmunter“ ist. Die Ranger raten allerdings Spaziergängern, die den Tieren begegnen, besonders großen Abstand zu halten, weil die Mutter ihren Nachwuchs instinktiv schütze und daher angriffslustiger als sonst sei.

Die im April freigelassene Herde hat mittlerweile ein Gebiet in der Größe von 2000 bis 2500 Hektar für sich erschlossen. Obwohl Wisente als sehr scheu gelten, lassen sich die im Rothaargebirge ausgewilderten Tiere immer wieder von Mountainbikern und Wanderern beobachten. Alles in allem ein Projekt, das vielversprechend angelaufen ist, und dem ich weiterhin gutes Gelingen wünschen möchte.

Weitere Informationen über das Projekt findet man hier.