Marco, übernimm bitte!

Es ist endlich wieder mal so weit: Ich bin im Urlaub – wie immer während der letzten Jahre im Winter geht es auch heuer nach Ramsau am Dachstein. Dort, wo ich 2009 die unvergessliche Pferdeschlittenfahrt gemacht habe und mit dem Vermieter unserer Ferienwohnung zur Fütterung des Rotwilds  mitgehen durfte.

Und ebenfalls wie immer, wenn ich verreise, wird mich in den nächsten Tagen mein Kollege Marco Puschner von der NZ-Lokalredaktion in meinem Tier-Blog vertreten – er ist auch ein großer Tierfreund. Ich hoffe, er schreibt den einen oder anderen Beitrag, und ich wünsche ihm, dass er auch so viele Klicks bekommt, wie sie „Achtung, Wolf!“ im vergangenen Monat beschert waren. Noch nie zuvor haben so viele Leser mein Blog besucht. Das freut mich unheimlich, und ich möchte mich bei allen bedanken! So genießt man den Aufenthalt  in den Bergen gleich doppelt!

Meine erste Wildfütterung

Jetzt bin ich schon ein paar Tage aus meinem Urlaub am Dachstein zurück und habe meinen Blog-Lesern immer noch nicht mein beeindruckendstes Erlebnis von dort erzählt. Keine Angst, es braucht sich niemand an quälende Schulaufsätze erinnert zu fühlen!

Mein schönstes Urlaubs-Erlebnis dreht sich – wie sollte es anders sein – um Tiere. Ich hatte das große Glück, dass der Vermieter meiner Ferienwohnung im Gebiet der Ramsau einer der Wildhüter ist. Da gehört es zu seinen Aufgaben, im Winter das Rotwild zu füttern. Jeden Tag sorgen er und seine Kollegen dafür, dass rund 70 Rehe und Hirsche an einer bestimmten Stelle im Wald ihr Futter bekommen – vor allem Heu.

Und ich durfte bei einer solchen Fütterung mit ihm auf dem Hochsitz dabei sein, um die wunderschönen Waldbewohner zu beobachten. Ausgerüstet mit dicken Klamotten (es hatte ungefähr fünf Grad unter Null) und einem Fernglas stapften wir erst 20 Minuten durch den tief verschneiten Wald ein Stück den Rittisberg hoch, bis zu der Lichtung, an deren Rand der Hochsitz steht. Der ist geschlossen und innen an den Wänden mit Teppichboden ausgekleidet, damit es nicht durch die Ritzen zieht.

Ja, und dann haben wir gewartet und uns so ruhig wie möglich verhalten. Nach einer Dreiviertelstunde – ich hatte fast schon die Hoffnung aufgegeben – wagte sich das erste Reh unter den Bäumen am Hang hervor. Als es merkte, dass die Luft rein war, trauten sich nach und nach auch seine Artgenossen näher heran. Es kamen Jungtiere, aber auch starke Hirsche – sogar ein Vierzehnender! Und es wurden immer mehr, schließlich hatten sich 50 Tiere versammelt. Es mag vielleicht kitschig klingen, aber das war für mich wirklich ein erhebender Moment!

Natürlich habe ich mich in dieser Situation fotografieren lassen. Die Lichtverhältnisse waren sehr schwierig, und man durfte nicht blitzen, um das Wild nicht zu vertreiben. Ich denke aber, das Foto hat zumindest dokumentarischen Wert und passt daher hervorragend in so etwas wie ein Blog. Oder??