Chris – um über 40 Kilo leichter

VorhernachhherGestern ging die Geschichte vom Merino-Schaf in Australien, das von seinem dicken, verfilzten Wollvlies schier erdrückt wird, um die Welt.  Nun hat das Ganze doch ein gutes Ende genommen: Das Schaf, das mittlerweile „Chris“ genannt wird, ist jetzt um 40 Kilo leichter. Der australische Landesmeister im Scheren, Ian Elkins, hat das Tier erlöst und dabei wahrscheinlich einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er benötigte sage und schreibe 42 Minuten dafür – normalerweise braucht er für eine Schafschur nur drei Minuten. Chris bekam zur Sicherheit ein Beruhigungsmittel, bevor Ian Elkins sich ans Werk machte und Chris um genau 40,45 Kilo erleichterte. Für gewöhnlich werden Merino-Schafe alle zwölf Monate geschoren und liefern dann gerade mal fünf Kilo Wolle. – Das Foto zeigt Chris vor und nach der Schur. Um ihn warm zu halten, wurde er in einen Daunenmantel gesteckt.

Übrigens hat Chris mit seinen gut 40 Kilo Wolle seinen Schicksalsgenossen Shrek aus Neuseeland um einiges übertrumpft: Der wurde im Jahr 2004 von 27 Kilogramm Wolle befreit. Und Chris ließ auch den bisherigen, ebenfalls aus Neuseeland stammenden Rekordhalter namens Big Ben hinter sich, dem Anfang vergangenen Jahres 28,9 Kilo Wolle abgeschnitten wurden.

Ach du Schreck, Shrek ist tot!

Wieder einmal gibt es eine besonders kuriose Geschichte aus der Welt der Tiere. Neuseelands berühmtestes Schaf, ein Merinoschaf namens Shrek, ist tot. Es war vor ein paar Wochen krank geworden, deshalb ließ es sein Besitzer jetzt einschläfern. Shrek wurde 17 Jahre alt und war damit unter Umständen auch das älteste Schaf Neuseelands. Die meisten Schafe werden dort nämlich etwa im Alter von sechs Jahren geschlachtet.

Shrek wird als freiheitsliebendes Schaf in die Geschichte Neuseelands eingehen. Das hat folgenden Grund: Shrek war einst geflohen, als er geschoren werden sollte. Dem Tier gelang es, sich sieben Jahre lang im Bergland der Südinsel zu verstecken. Während dieser Zeit lebte er wie ein wildes Schaf und fand in verschiedenen Höhlen Unterschlupf. 2004 wurde er dann aber eingefangen. Sein Körper hatte durch Unmengen von Wolle einen riesigen Umfang erreicht – deshalb musste sich Shrek nun doch der Schafschur unterziehen. Das Ganze wurde medienwirksam inszeniert und live von Fernsehkameras übertragen. Shrek war nach der langen Zeit völlig zugewachsen – bei der Schur kamen nicht weniger als 27 Kilo feinste Merinowolle zusammen.

Shreks Besitzer nutzte die Gunst der Stunde und machte einen Haufen Geld mit Shrek, der in Neuseeland ein Star wurde. Das Schaf tourte durchs Land, und sein Besitzer ließ sich jeden Auftritt teuer bezahlen. Bei einem der Auftritte wurde Shrek auf der Spitze eines Eisbergs geschoren, der vor der Küste der Südinsel im Meer trieb. Die Neuseeländer begeisterten sich für das Tier. Shrek anvancierte zur Hauptfigur mehrerer Kinderbücher, wurde von der damaligen Ministerpräsidentin empfangen und durfte sich über einen eigenen Stall, einen eigenen Pfleger und einen eigenen Ausstellungsraum freuen. Mit Shreks Hilfe kamen schließlich auch erkleckliche Summen für wohltätige Zwecke zusammen.

Nun scheint ganz Neuseeland um Shrek zu trauern. Es gibt mittlerweile natürlich eine Facebook-Seite (R.I.P. Shrek the Sheep). Shreks Besitzer plant angeblich eine Beerdigung und hat wohl auch angekündigt, dass er Shreks Asche auf Neuseelands höchstem Berg verstreuen will. Aber es kommt noch besser: Sogar ein Trauergottesdienst soll für Shrek abgehalten werden, berichten verschiedene Medien. Und zwar an einem passenden Platz: In der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Tekapo.