Doppelkopf – mehr als ein Kartenspiel

DoppelkopfDoppelkopf – darunter versteht man normalerweise ein Kartenspiel. Manchmal gibt es auch in der „Nürnberger Zeitung“ auf Seite zwei – in den Kommentarspalten – einen „Doppelkopf des Tages“: Einen kommentierenden Beitrag mit den Kopfbildern von zwei Menschen, die an diesem Tag in Zusammenhang mit einem bestimmten Thema von sich Reden machen. Nun hat auch der Zoo in Rostock seinen Doppelkopf, nämlich eine Schlange – genauer gesagt: eine Höhlenschönnatter – mit zwei Köpfen, eine sehr seltene biologische Besonderheit.

Das Tier ist jetzt in einem Terrarium im „Darwineum“ für die Besucher zu sehen und dürfte sich zu einer echten Attraktion entwickeln. Womöglich werden nun einige Zoo-Gegner kritisieren, dass so etwas früher in Kuriositäten-Kabinetts gezeigt wurde und diese Zeit längst vorbei sei. Ich bin aber der Meinung, dass es sich um ein hochinteressantes wissenschaftliches Phänomen handelt. Zoos haben ja auch einen Bildungsauftrag, und wenn das Ganze gut erklärt wird, ist es in Ordnung, so ein Tier zu zeigen.

Geschlüpft war die  Natter schon im Juni 2015. Mittlerweile bringt sie es auf stolze 65 Zentimeter Länge. Sie besitzt nicht nur zwei Köpfe, sondern auch zwei Luft- und Speiseröhren. Die anderen Organe existieren nur in einfacher Ausführung. Das Tier kommt offenbar mit seiner Anomalität ganz gut zurecht: Die Schlange kann sogar mit beiden Köpfen fressen – allerdings nicht gleichzeitig.

Schlangen mit zwei Köpfen können durchaus bis ins Erwachsenenalter überleben. Experten erklären den Doppelkopf durch einen nicht abgeschlossenen Teilungsvorgang der Eizelle. Wie bei der Entwicklung von
eineiigen Zwillingen teilt sich auch die befruchtete Schlangeneizelle, aber diese Teilung wird vorzeitig abgebrochen.

Jetzt twittern schon Schlangen

So etwas gibt es auch nur in den USA. Da büxt eine Kobra erst aus dem Zoo in der New Yorker Bronx aus und verschwindet spurlos. Gut, bis hierhin könnte die Geschichte auch bei uns passiert sein. Doch nun kommt es: Die vermisste Giftschlange twittert und ist quasi über Nacht zum neuen Star auf Twitter geworden. Schon weit über 25 000 „Follower“ hat sie schon für sich gewinnen können.
Sie hat zum Beispiel getwittert, dass sie sich bei den Tieren des Films „Madagascar“ bedankt: „Sie waren eine wahre Inspiration für mich.“ In diesem Film waren ebenfalls Tiere aus dem Bronx-Zoo geflohen. Später hat die Kobra über Twitter wissen lassen, dass sie sich im Naturhistorischen Museum in New York in der Schlangenausstellung befinde und sich völlig ruhig verhalte. Sehr originell.
Kein Mensch weiß bisher angeblich, wer hinter der twitternden Schlange steckt.
Auf jeden Fall hat man das Reptilienhaus im Bronx-Zoo vorsichtshalber geschlossen. Die Zoo-Mitarbeiter gehen nämlich davon aus, dass sich die Bewohnerin irgendwo in dem Haus verkrochen hat. Die Suche nach ihr war bislang aber erfolglos. Bei dem Tier handelt es sich um eine ägyptische Kobra, die erst ein paar Monate alt und ungefähr einen halben Meter lang ist. Sie soll für Menschen nicht besonders gefährlich sein, weil sie normalerweise den Kontakt zu ihnen meidet und sich hauptsächlich von Kröten und Vögeln ernährt.
Aber was heißt bitteschön normal in einer Welt, wo Schlangen Stars bei Twitter werden???