Schutz für bedrohte Koalas

Koalabären gehören zu den größten Touristenattraktionen in Australien. Alle lieben die knuddeligen Beuteltiere mit dem wuscheligen grauen Fell. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gab es noch mehrere Millionen von diesen Tieren in Australien. Mittlerweile sind es nach Expertenschätzung der Koala-Stiftung nur noch höchstens 100 000 Exemplare.

Deshalb hat die Regierung sich nun entschieden, in einigen Regionen des Kontinents Koalas auf die Liste der gefährdeten Arten setzen zu lassen und unter Schutz zu stellen.  Bedroht sind die Tiere vor allem in dicht besiedelten Gebieten an der Ostküste, in den Bundesstaaten New South Wales, Queensland und auch in Australiens Hauptstadt Canberra. Dort werden überall ihre Lebensräume nach und nach zerstört, hauptsächlich durch Bauprojekte und den Ausbau des Straßennetzes. Immer öfter kommt es außerdem zu Zusammenstößen mit Autos. Auch Angriffe durch wilde Hunde und verschiedene Krankheiten dezimieren den Koala-Bestand immer mehr.

Dann gibt es aber auch Landesteile mit großen, teils sogar wachsenden Koala-Populationen – besonders im Süden Australiens, beispielsweise in Victoria. Dort fressen die Koalabären, die sich überwiegend von Eukalyptusblättern ernähren, in manchen Gegenden sogar ihren ganzen Lebensraum kahl. Deshalb greifen die Behörden dort sogar ein, um die unkontrollierte Ausbreitung der Tierart zu verhindern.

Flughund vom Aussterben bedroht

In der Vergangenheit wurden manche Tierarten einfach aus Unwissenheit ausgerottet. Man wusste auch meist nicht viel über die negativen Folgen, die durch das Wegfallen einer Art für andere Arten und für die Umwelt entstehen.

FlughundHeute ist es anders. Wissenschaftler erkennen es oft rechtzeitig, wenn Tierarten bedroht sind. Und sie warnen dann bzw. rufen dazu auf, dass etwas zum Schutz der Tiere passiert. So auch jetzt wieder. Britische Forscher machen darauf aufmerksam, dass der Kalong, mit eineinhalb Metern Flügelspannweite einer der größten Flughunde der Welt, auf der malaiischen Halbinsel bedroht ist. Das Problem ist vor allem die intensive Jagd auf diese Tiere. So werden völlig legal jedes Jahr rund 22 000 Exemplare dieser Flughunde umgebracht. Wie hoch die Zahl der illegalen Tötungen ist, weiß man nicht.

Nach optimistischen Schätzungen gibt es noch eine halbe Million dieser Flughunde auf der malaiischen Halbinsel. Wenn die Jagd dort so weiter geht, ist den Wissenschaftlern zufolge die Arterhaltung unmöglich. Deshalb wird wenigstens ein zeitweises Jagdverbot gefordert.

Die Jagd ist allerdings nicht der einzige Feind dieser Tiere. Durch das Abholzen von Regenwäldern verschwindet auch jeden Tag ein Stück ihres Lebensraums.

Ob die Warnungen der Forscher auf fruchtbaren Boden fallen werden? Bisherige Erfahrungen geben da leider wenig Anlass zur Hoffnung.