Im Südwesten fehlt ein Nationalpark

Nationalparks sind wichtig für den Natur- und Tierschutz. In Südwestdeutschland besteht aber noch eine große Lücke im Netz der deutschen Nationalparks. Deshalb fordert die Umweltschutzorganisation WWF einen „Nationalpark Schwarzwald“, der diese Lücke schließen könnte.

Für diese Forderung hat der World Wide Found for Nature,  der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert,  in der Stuttgarter Innenstadt mit 1600 Pandabär-Figuren und geworben, außerdem mit 72 Auerhähnen; der Panda ist bekanntlich das Wappentier des WWF. Auf diese Zahlen kamen die Veranstalter, weil es weltweit noch rund 1600 Pandas in freier Wildbahn gibt und 72 Auerhähne auf der Fläche des geplanten Nationalparks leben.  – Das Foto zeigt die Aktion auf dem Stuttgarter Rathausplatz mit Diana Pretzell, der Leiterin des Bereichs Naturschutz Deutschland beim WWF, und dem grünen baden-württembergischen Naturschutzminister Alexander Bonde.

Bärenpark statt Auswilderung

Der Schwarzwald bekommt einen neuen Wolf- und Bärenpark: Am kommenden Wochenende wird dieser Park in dem beschaulichen Ort Bad Rippoldsau-Schapbach eröffnet. Die neue Einrichtung soll möglichst viele Touristen anlocken.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100831-10-11281Das wäre vielleicht noch keine interessante Meldung für dieses Tierblog. Interessant wird die Angelegenheit aber durch folgende Nachricht: Als erste Bewohnerin ist die Braunbärin Jurka eingezogen. Wir erinnern uns: Jurka ist die Mutter von Bruno, dem Bären, der vor gut vier Jahren in Oberbayern erschossen wurde, weil er den Menschen zu nah auf die Pelle gerückt war. Auch die anderen beiden Söhne von Jurka, JJ1 und J2, wurden aus diesem Grund getötet. 

Jurka, die 14-jährige Bärendame, stammt ursprünglich aus Slowenien. Sie lebte zuletzt in einer Auffangstation in Italien. Dort wollte man sie auf die Rückkehr in ein Leben in der Wildnis vorbereiten. Doch das Vorhaben ist misslungen: Jurka ist mittlerweile zu sehr auf Menschen geprägt. Ließe man sie frei, würde sie mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wieder die Nähe von Menschen aufsuchen und damit eine Gefahr darstellen. Letztlich wäre ihr wohl das gleiche Schicksal beschieden wie ihren drei Söhnen.

Deshalb hat nun ein ein siebenköpfiges Team von Fachleuten Jurka aus dem Trentino/Italien Jurka in den neuen Bärenpark gebracht. Der Park soll eine Auffangstation für ehemalige Wildtiere sein, die nicht mehr ausgewildert werden können. Jurka kann sich nun erst einmal  in ihrer neuen Umgebung eingewöhnen. Sie soll aber nicht lang allein bleiben. Als nächstes sollen drei Bären in dem Park einziehen, die früher im Zirkus aufgetreten sind. Man darf gespannt sein, wie Jurka mit diesen Artgenossen zurechtkommt.