Die grausame Jagd der Orcas

Oft genug schreibe ich in diesem Blog über Grausamkeiten, die Menschen Tieren antun – leider scheint das Thema unerschöpflich zu sein.

urn:newsml:dpa.com:20090101:110123-99-03895Jetzt aber haben Forscher nach mehrjähriger Beobachtung ein wirklich grausames Spektakel nachweisen können, das sich unter Tieren abspielt: Jedes Jahr im Frühling richten Orcas vor Unimak Island (Alaska) ein regelrechtes Gemetzel an, bei dem sie Grauwal-Kälber töten.  Ungefähr 150 Orca- bzw. Große Schwertwale fallen dann über die vorüberziehenden Grauwal-Herden her und jagen neugeborene bis einjährige Jungtiere. Ein Drittel des Grauwal-Nachwuchses bezahlt die unerbittliche Hatz mit ihrem Leben. Interessant dabei: Die Grauwal-Kälber sind um einiges größer als die Orcas, die ihnen nachstellen.

Andere Walarten begnügen sich mit dem Fang von Fischen oder im Meer lebenden Kleinlebewesen. Große Schwertwale jedoch haben sich auf die Jagd von Meeressäugetieren spezialisiert. Jeweils mehrere Jäger schleichen sich an ihre Beute heran, trennen die Kälber von ihren Müttern und versuchen sie zu ertränken. Töten die Schwertwale mehr Kälber, als sie gleich auffressen können, legen sie sich eine Vorratshaltung mit Jungtier-Kadavern an und tun sich zu einem späteren Zeitpunkt daran gütlich.

Manchmal gelingt es einer angegriffenen Grauwal-Herde, sich in flaches Wasser zu flüchten. Dort wagen sich die Orcas nicht an die Grauwale heran. Manchmal schafft es eine Grauwal-Mutter auch, angreifende Schwertwale mit einem gewaltigen Schlag ihrer Fluke in die Flucht zu schlagen. Oft müssen sie aber tatenlos zuschauen, wie ihr Nachwuchs niedergemetzelt wird.

Tiere schlagen weiter zu

Das war wirklich ein kurzes Zwischenspiel von Marco! Nun bin ich vom Urlaub zurück und kann „Achtung, Wolf!“ wieder selbst betreuen. Leider habe ich diesmal keine Tiergeschichte aus Ramsau mitgebracht – ich glaube, meine intensive Begegnung mit dem Norovirus ist nicht unbedingt attraktiv genug, um hier darüber zu schreiben!

Sei´s drum, wenden wir uns interessanteren tierischen Begebenheiten zu! Da scheint sich ein Trend fortzusetzen, der schon vor ein paar Monaten begann und den ich hier schon mehrmals thematisiert habe: Immer öfter verbreiten die Medien Vorkommnisse, dass Tiere Menschen angreifen oder anderweitig bedrohen. So bot vor knapp einer Woche sogar am idyllischen Dachstein der tödliche Angriff eines Schwertwals auf seine Trainerin in einem Freizeitpark in Florida ausreichend Gesprächsstoff – und das, obwohl die Österreicher eigentlich ziemlich mit dem desaströsen Abschneiden ihrer Sportler bei den Olympischen Spielen beschäftigt waren. Aber mit Nachrichten aus der Tierwelt ist es wohl wie mit Sex: Sie gehen – medial betrachtet – immer.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100301-99-00781Kaum bin ich wieder zu Hause und in der Redaktion, kommt heute die nächste Meldung, die gut in oben genannte Rubrik passt: Im Zoo von Adelaide hat Seelöwe Tasco seinen Pfleger vor den Augen der Zoobesucher in den Arm gebissen. Aus Rache, wie es scheint. Das Tier soll laut Zooleitung deshalb so aggresiv reagiert haben, weil seine Gespielin in ein anderes Gehege verlegt worden war. Offenbar wollte sich Tasco an seinem Betreuer rächen, den er kurzfristig für einen männlichen Rivalen hielt. Im Gegensatz zur Trainerin in Orlando überlebte der australische Zoo-Angestellte und soll schon bald seine Arbeit wieder aufnehmen; die Bisswunde wurde mit 30 Stichen in einer Klinik genäht.

Tja, ich bin mal gespannt, was sich als nächstes tut in Sachen „Tiere schlagen zu“.