Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

Eine Seekuh weniger im Tiergarten

Leider gibt es schon wieder eine traurige Meldung aus dem Nürnberger Tiergarten: Seekuh Luna ist tot, sie starb am vergangenen Freitag, nur gut eine Woche vor ihrem zehnten Geburtstag. Kurz nach dem Tod von Gepardin Kelly ist das ein schwerer Schlag für den Zoo am Schmausenbuck. Nun sind noch drei Seekühe im Manatihaus übrig: Zorro, der künftige Zuchtbulle, Mara und ihr Sohn Herbert.
Luna kam am 5. November 2003 im Zoo Parc de Beauval (Frankreich) zur Welt. Im Juni vergangenen Jahres übersiedelte sie im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Nürnberg. Der Tiergarten ist für die Koordination des EEP für alle Seekühe in Europa zuständig. Nachdem Luna in Beauval 2008 und 2011 Kälber zur Welt gebracht hatte, die nicht überlebensfähig waren, sollte sie es im Tiergarten mit Zorro, einem Bullen aus einer anderen Zuchtlinie, versuchen. Sie verstand sich auch gut mit ihren Mitbewohnern im Manatihaus.

Mitte Oktober fielen Tierpflegern Hautveränderungen bei Luna auf, die sich schnell ausbreiteten. Man entnahm ihr deshalb Hautproben, die aber keinen eindeutigen Befund ergaben. Lunas Zustand verschlechterte sich innerhalb weniger Tage. Schließlich trennte man sie von ihren Artgenossen; im medizinischen Becken des Manatihauses nahmen die Tierärzte weitere Untersuchungen vor und behandelten das Tier mit Antibiotika. Auch Ultraschalluntersuchungen wurden durchgeführt. Sie ergaben, dass Luna nicht trächtig war. Die Blutbefunde zeigten lediglich eine leichte Anämie.
Nun wartet der Tiergarten auf die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung, mit denen allerdings frühestens in der nächsten Woche gerechnet wird.

P.S. Ob es sich bei Lunas Krankheit um eine ansteckende gehandelt hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Laut Tiergartendirektor Dag Encke gibt es bei Zorro, Mara und Herbert derzeit keine Anzeichen dafür. „Sie sehen putzmunter aus“, hat er mir heute am Telefon gesagt. Erst wenn der Befund aus der Pathologie komme, könne er mehr dazu sagen.

Übrigens hatte der Tiergarten in der Vergangenheit, als die Manatis noch im alten Tropenhaus gehalten wurden, viele Jungtiere, die auch gesund großgezogen wurden. Der alte Zuchtbulle Abari wurde 27 Jahre alt und zeugte immerhin zehn Babys, die weibliche Seekuh Flora brachte 13 Jungtiere zur Welt. In früheren Zeiten lebten die Seekühe auf engstem Raum in einem verhältnismäßig kleinen Becken – und vermehrten sich fast ununterbrochen. Seekuh-Nachwuchs aus Nürnberg wurde an Zoos in ganz Europa abgegeben und hat dort häufig auch wieder für Nachwuchs gesorgt. Wegen dieses Erfolgs hat der Nürnberger Tiergarten die Koordination für das EEP für Manatis übertragen bekommen.

Innerhalb des EEP wurde der älteste Seekuh-Bulle bisher fast 40 Jahre alt, das älteste Weibchen 35 Jahre. Zurzeit ist das älteste noch lebende Männchen 32, die älteste Seekuh 27 Jahre alt.

Umzug bei Familie Seekuh und Seelöwe

Die Eröffnung von Delfinlagune und Manatihaus im Nürnberger Tiergarten rückt unweigerlich näher. Ab 30. Juli ist die neue Anlage für die Besucher zugänglich. Nach und nach ziehen auch die künftigen Bewohner in ihr neues Zuhause um.
Auch für die Mitarbeiter des Zoos am Schmausenbuck ist das eine logistische und organisatorische Herausforderung. Außer den Delfinen selbst müssen sie acht kalifornische Seelöwen und drei Seekühe in die Delfinlagune bzw.ins Manatihaus umsiedeln. Trotzdem gingen die beiden Umzüge jetzt glatt über die Bühne.
Die Seelöwen – neugierig, wie sie nun mal sind – haben nach einem kurzen Aufenthalt im „Kinderbereich“ gleich ihr neues Becken erkundet. Bei den Seelöwen handelt es sich um sechs Weibchen – Ella, Tiffy, Soda, Foster, Hazel, Blue – und zwei junge männliche Seelöwen, nämlich Salomon und Scott. Salomon soll – wenn er nächstes Jahr geschlechtsreif wird – die Rolle des Haremschefs im Aquapark des Tiergartens übernehmen. Er wird also, wenn es klappt, Nachfolger des langjährigen Haremsführers Patrick, der kürzlich gestorben ist, wie meine Kollegin Jule hier berichtet hat.

Die drei Seekühe Mara, Zorro und Herbert haben es – ihrer behäbigen Natur gemäß – in ihrem neuen Zuhause etwas langsamer angehen lassen (auf dem Foto ist der Transport von Mara zu sehen). Ruhig haben sie sich erst einmal in ihrem Becken im neuen Manatihaus umgeschaut. Ob sie die üppige, tropische Pflanzenpracht in ihrer neuen Umgebung wohl wahrnehmen? Oder ist ihnen diese prachtvolle „Inneneinrichtung“ im neuen Quartier schnurzegal – nach dem Motto: Hauptsache, es gibt regelmäßig was zu fressen? – Sei´s drum, jedenfalls haben sich die drei Manatis gleich gut mit ihren neuen Mitbewohnern vertragen, mit denen sie künftig in einer „Wohngemeinschaft“ zusammenleben: Perlmutt-Barsche, Schilderwelse und Pacu-Fische.

Delfinlagune eröffnet am 30. Juli

Lange hat der Nürnberger Tiergarten ein Geheimnis daraus gemacht. Doch nun hat er es gelüftet: Die im Vorfeld umstrittene Delfinlagune wird planmäßig fertig und am 30. Juli für die Besucher eröffnet, gleichzeitig mit dem neuen Manatihaus.

Die Delfinlagune ist die erste Freianlage für Delfine in Deutschland. Große Tümmler und Seelöwen, die bisher im geschlossenen Delfinarium gehalten wurden, erleben in der neuen Anlage zum ersten Mal Sonne, Wind und Regen in einer naturnahe gestalteten Wasserwelt. Die Anlage wird von begrünten Hügeln umgeben sein und soll sich in den Landschaftscharakter des Schmausenbuck einfügen.

Derzeit werden bereits die Wasserbecken gefüllt. Mehr als 5,4 Millionen Salzwasser passen dort hinein. Die Tiefe der Becken liegt zwischenn 50 Zentimetern und sieben Metern. Besucher des Tiergartens werden die Tiere nicht nur von einer Landschaftstribüne im Freien beobachten können, sondern auch durch eine riesige Unterwasser-Panoramascheibe.

Ins Manatihaus werden die Seekühe einziehen, die seit Jahren sehr beengt im alten „Tropenhaus“ untergebracht sind. Das Manatihaus soll mit mehr als 50 südamerikanischen Pflanzenarten endlich ein Tropenhaus werden, das diesen Namen tatsächlich verdient. Außer Seekühen sieht das Publikum dort auch Weißgesichtsakis – eine Affenart, die es im Nürnberger Tiergarten bisher noch nie gab -, außerdem Blütenfledermäuse, Kleinvögel, Schmetterlinge, Enten, Schildkröten und verschiedene Fischarten. Die Besucher bekommen auch Einblick in die hochinteressante Welt der Blattschneiderameisen, deren Lebensweise und Arbeitsteilung genau erklärt wird.

Meeressäugetiere in Gefahr

Die Ölpest im Golf von Mexiko erreicht neue Dimensionen: Während an der Wasseroberfläche vergleichsweise wenig von dem unaufhörlich sprudelnden Erdöl treibt, gibt es in den Tiefen des Ozeans erschreckende Mengen davon. Riesige Ölschwaden wurden dort entdeckt, in bisher nicht gekanntem Ausmaß: Bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und 100 Meter hoch.

Gulf Oil SpillDiese Schwaden haben verheerende Auswirkungen für die im Meer lebenden Tiere: Der Sauerstoffgehalt in ihrer Nähe liegt ungefähr ein Drittel unter dem Normalwert. Möglicherweise ist das darauf zurückzuführen, dass Chemikalien verwendet wurden, die das Öl unter Wasser zersetzen. So gelangt es zwar nicht – oder nur in geringen Mengen – an die Oberfläche, richtet aber weiter unten schlimme Schäden an.

Für die Seevögel, die normalerweise unter einer Ölpest am meisten zu leiden haben, ist das zumindest im Augenblick günstig. Doch die im Meer lebenden Tiere sind nun extrem gefährdet. Auch Säugetiere wie Delfine, Seekühe, Wale, Robben oder Otter – Tiere, die wir Menschen besonders lieben – schweben nun in Lebensgefahr. Kommen sie mit dem Öl in Kontakt, können sie ersticken, außerdem drohen ihnen Vergiftung, Unterkühlung und Hungertod.
weiter lesen

Was hat das Seekuh-Baby nur?

Immer noch gibt es keine Entwarnung, was das Ende Januar im Nürnberger Tiergarten geborene Seekuh-Baby betrifft. Über dieses Sorgenkind habe ich hier schon berichtet. Die Kleine will einfach nicht wachsen und zunehmen, sie hat auch immer wieder Verdauungsprobleme und leidet an Appetitlosigkeit.

Heute fand in dem Zoo am Schmausenbuck sozusagen ein Krisengipfel statt, wie es mit der Kleinen weitergehen soll, die von der Mutter nicht angenommen und von Pflegern mit dem Fläschchen großgezogen wird.

Das Blut des Seekuh-Mädchens wurde untersucht – die Werte sind in Ordnung. Nun soll eine Endoskopie des Magens gemacht werden.

Es könnte aber auch sein, dass die Kleine einen Defekt im Gehirn hat. So etwas gab es schon einmal vor 15 Jahren in dem Zoo: Damals wurden Zwillinge geboren. Einer war gesund, die Mutter zog ihn auf. Vom anderen wollte sie nichts wissen. Am Ende stellte es sich heraus, dass dieses Baby unter Hydrozephalus litt – seine Mama hatte das instinktiv viel früher erkannt als die Tierärzte. Die haben die kleine Seekuh schließlich eingeschläfert. Die andere wuchs und gedieh.

Seekuh-Nachwuchs: Hoffen auf ein Happyend

Das Seekuh-Baby, das vor kurzem im Nürnberger Tiergarten geboren wurde, ist ein echtes Sorgenkind: Es will einfach nicht bei seiner Mutter Mara trinken. Immer noch bekommt es regelmäßig sein Fläschchen mit einer Spezialmilch vom Pfleger. In der Vergangenheit hatte schon einmal eine kleine Seekuh erst nach einigen Wochen bei seiner Mutter zu saugen begonnen. Deshalb hat man die Hoffnung auf ein Happyend auch diesmal noch nicht aufgegeben.

Es kann aber auch sein, dass das Baby von Hand aufgezogen werden muss; solche Fälle gab es schon bei den Seekühen im Tropenhaus des Tiergartens. Dabei darf man sich die Handaufzucht allerdings nicht so aufwändig vorstellen, wie sie etwa bei Flocke war. Das Baby schwimmt mit seiner Mutter bzw. den anderen Seekühen weiter im Becken, die Pfleger kümmern sich nur um seine Ernährung.

Mutter und Kind sind zwar schon ab und zu Seite an Seite geschwommen, aber im großen und ganzen ignoriert Mara ihr Baby und das Baby seine Mutter. Im Tiergarten setzt man immer noch darauf, dass sich zwischen Mara und ihrem Nachwuchs eine Beziehung aufbaut. Das geht aber nur, wenn es von außen keine Störungen gibt. Um das zu vermeiden, hat die Zooleitung entschieden, dass das Tropenhaus für Besucher weiterhin vorläufig geschlossen bleibt.