Die große Wanderung der Gnus

Nach den wenig erfreulichen Beiträgen über Klon-Affen und Tierversuche an Affen heute mal ein beeindruckendes Foto, das ein wunderbares Natur-Phänomen zeigt: Rund eine Million Gnus macht sich jedes Jahr um diese Zeit in Ostafrika auf den Weg in Richtung Nordwesten. Das dpa-Foto vermittelt einen sehr guten Eindruck davon, wie es ist, wenn Abertausende von Gnus losgaloppieren und Staubwolken hinter sich herziehen. Es handelt sich dabei um eine der größten Tierwanderungen der Welt.

Die großen, afrikanischen Antilopen ziehen das ganze Jahr über im Kreis durch Tansania und Kenia, um Gras auf den Weiden zu finden. Dabei folgen die Tiere immer dem Regen, der das Gras wachsen lässt. Im Frühjahr zieht die Gruppe vom Süden der Serengeti in Tansania erst in den Nordwesten und dann in Richtung Norden und erreicht etwa im Juli Kenia. Im Herbst kehren die Gnus nach Tansania zurück. Wenn sie im Januar wieder im Süden ankommen, werden Tausende von Jungtieren geboren. Und dann beginnt die Wanderung wieder von vorne. Woher die Gnus wissen, wann wo der Regen einsetzt, ist bisher nicht erforscht. Ich finde, das kann auch ruhig ihr Geheimnis bleiben.

Ein Tier-Selfie gefällig?

TierselfieneuSelfies sind ja für manche Zeitgenossen inzwischen so eine Art Nachweis dafür geworden, dass sie existieren. Nach dem Motto: Ich stelle ein Selfie ins Netz, also bin ich – und umgekehrt. Ich finde das ziemlich armselig, aber der Hang zur Selbstdarstellung ist nun mal eine Erscheinung unserer Zeit.

Und deshalb gibt es jetzt auch Selfies von Tieren. Und zwar von Tieren im Serengeti-Nationalpark, also in Tansania und Kenia. In einem Teil dieses ostafrikanischen Landstrichs haben Wissenschaftler um Alexandra Swanson von der University of Minnesota in Minneapolis in den vergangenen Jahren 225 Spezialkameras aufgestellt. Wenn sich denen ein Tier nähert, wird die Kamera automatisch ausgelöst. Und so entstehen dann diese neuartigen Selfies, bisher Hunderttausende. Darunter finden sich lustige Bilder, etwa der Riesenhintern eines Flusspferdes, oder originelle Schnappschüsse wie der von einem Pavian, der aussieht, als würde er die Kamera klauen wollen. Natürlich wurden die Kameras nicht für Tier-Selfies aufgestellt, sondern für die Erforschung der Tierwelt in der Serengeti. Aber die Fotos sehen aus wie Selfies, weil die meisten Tiere ganz nahe an die Kamera herankommen und der Ausschnitt genauso unprofessionell wirkt wie bei einem Selfie.

Filmstart für neuen "Serengeti"-Film

Es war im Jahr 1959, als der unvergessliche Film „Serengeti darf nicht sterben“ von Michael Grzimek und dessen Vater Bernhard Grzimek in die Kinos kam. Er wurde übrigens 1960 mit dem Oscar für den besten Dokumentationsfilm ausgezeichnet.

260111DOK026Über 50 Jahre später startet nun am heutigen 3. Februar in den deutschen Kinos der Film „Serengeti“ des Zoologen und Naturfilmers Reinhard Radke – ebenfalls eine Dokumentation über den berühmten Nationalpark in Tansania. Mittlerweile ist das Naturparadies durch eine geplante Straße bedroht, die den Park durchqueren und zum Viktoria-See führen soll. Diese Verkehrsverbindung hätte schlimme Folgen für die jährliche Wanderung von Millionen von Tieren nach Kenia und wieder zurück. Diese Straßenbaupläne problematisiert Radke allerdings nicht in seinem Film, was ihm Naturschützer auch schon stark angekreidet haben.

Radkes großes Thema ist der Überlebenskampf der im Serengeti-Park lebenden Tiere: Es geht schlicht und einfach um Leben und Sterben,  Fressen und Gefressen werden. Radke und sein Team haben mit modernster Kameratechnik beeindruckende Szenen von Leben und Tod, vom Kampf gegen Hunger und Durst eingefangen. Reinhard Radke geht es nicht darum, dem Zuschauer den unerbittlichen Kampf zwischen Räuber und Beutetier bis ins Detail vor Augen zu führen – die grausamsten Szenen hat er dem Kinopublikum bewusst erspart. Stattdessen macht er dem Zuschauer das meist sehr komplizierte Verhältnis zwischen Räuber und Beutetier mit brillanten filmischen Dokumenten deutlich.

Radke versucht mit seinem Film, die monumentale Schönheit des Serengeti-Nationalparks auf die Kinoleinwand zu zaubern und die Zuschauer daran teilhaben zu lassen. – Ob ihm das zu unkritisch ist, muss jeder Kinobesucher für sich selbst entscheiden.