Tiere gezählt, gewogen und gemessen

SetoaufwaageIm ganzen Land machen die Zoos in diesen Tagen Inventur: Tiere werden gezählt, gewogen und gemessen. So auch im Tiergarten Nürnberg. Um den Pressevertretern das an sich wenig spannende Zahlen-Material attraktiver zu präsentieren, musste das Ende August 2009 geborene Panzernashorn-Baby Seto Paitala als Zugpferd dienen: Für die Kameras lockte es sein Pfleger Oliver Pürkel mit leckerem Gemüse auf die Waage. 309 Kilo waren dort abzulesen – die Kleine hat also ganz schön zugelegt in den letzten Monaten! Es wird nicht mehr lange dauern, dann darf sie sich  nicht mehr auf die Waage stellen, denn die geht nur bis 400 Kilo. Der Pfleger nutzte auch gleich die Gelegenheit, um die Schulterhöhe des weißbeinigen Nashornbabys zu messen: 97 Zentimeter.

Panzernashörnchen ist derzeit – neben den drei kleinen Tigern – einer der großen „Stars“ im Tiergarten. Natürlich lockt auch Flocke noch viele Besucher an, zusammen mit ihrem Freund Rasputin ist sie ja nur noch wenige Wochen lang in Nürnberg, um dann nach Südfrankreich umzuziehen. Aber der Mega-Run auf Flocke hat doch deutlich abgenommen. So haben im vergangenen Jahr „nur“ noch 1,04 Millionen Menschen den Tiergarten besucht. Das Rekord-Jahr war 2008, als Eisbärenbaby Flocke die Riesenattraktion war; damals kamen fast 19 Prozent mehr Besucher als 2009.

Lesern, die sich für Zahlen interessieren, möchte ich weitere Ergebnisse der Inventur nicht vorenthalten: 2009 lebten 2548 Tiere aus 254 Arten in dem Zoo am Schmausenbuck. Sie haben 28 Tonnen Karotten verspeist, außerdem 13 500 Salatköpfe, 19 Tonnen Äpfel, sieben Tonnen Birnen, 3,7 Tonnen Bananen, 160 Tonnen Runkelrüben, 137 Tonnen Heu, 30,8 Tonnen Kraftfutter, 76,5 Tonnen Fisch und 23,7 Tonnen Fleisch.

2009 war für den Tiergarten ein Jahr der Um- und Neubauten: Das sanierte Raubtierhaus wurde nach über zwei Jahren wiedereröffnet, der neue Pavianstall in Eingangsnähe in Betrieb genommen, das Guanako-Gehege zum Natur-Erlebnis-Garten umgestaltet. Außerdem zog sich der Bau zweier zusätzlicher, ansprechend gestalteter Toiletten-Anlagen eine Zeitlang hin.

Die größte Baustelle des alten Jahres wird auch im neuen nicht verschwinden: Die Delfinlagune mit angeschlossenem Seekuh-Haus soll 2011 fertig sein – wenn alles klappt. Denn in diesem Bauwerk stecken eine Reihe von Unwägbarkeiten. Sollte etwa beim Transport der riesigen Unterwasser-Einsicht-Scheibe aus Acryl (zweieinhalb Meter hoch, 12 Meter breit, 30 Zentimeter dick), irgendetwas schiefgehen, kann sich die Bauzeit gleich um Monate verlängern. Das gute Stück kommt per Schiff und Lkw aus Japan. Nur dort und in den USA gibt es einen Anbieter dafür.