Wildesel-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg

Somali-WildeselIm Nürnberger Tiergarten gibt es wieder einmal ein nettes Tierbaby zu sehen: Die Somali-Wildesel-Dame Sissi hat am 30. Juli einen Sohn zur Welt gebracht. Der kleine Hengst wurde Sabu genannt und jetzt den Medien vorgestellt.

Somali-Wildesel sind eine besonders stark bedrohte Tierart, die auf der Roten Liste steht: Weltweit gibt es nur noch 400 von ihnen, fast die Hälfte davon lebt in Zoos. Der Bestand in freier Wildbahn geht so rasant zurück, dass die Zoos alles daransetzen, diese Wildeselart durch Nachzuchten zu erhalten. Auch der Nürnberger Tiergarten, der regelmäßig Nachwuchs für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) beisteuern kann. Das Zuchtbuch wird im Zoo Basel geführt, von dort aus wird koordiniert, welche Tiere in den Zoos verpaart werden.
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Mikes Tod überschattet Wildesel-Glück

Eigentlich hatte man die Medienvertreter heute in den Tiergarten Nürnberg eingeladen, um ihnen ein freudiges Ereignis zu präsentieren: Bei den Somali-Wildeseln gibt es Nachwuchs. Die 12 Jahre alte Stute „Sissi“ hat am 6. Juni einen kleinen Hengst geboren, der „Sirius“ getauft wurde. Vater ist „Lucas“, der erst im vergangenen Jahr aus dem Zoo Basel nach Nürnberg kam und nun erstmals Vater wurde.

Damit hat Sirius seinen ganz persönlichen Beitrag dazu geleistet, die Art zu erhalten. Schließlich liegt die Zahl der weltweit lebenden Somali-Wildesel gerade einmal bei rund 400 Tieren. Dieser Restbestand lebt vor allem in Äthiopien, Eritrea, Somalia und im Sudan. Die Somali-Wildesel werden auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten als „vom Aussterben bedroht“ geführt.

Doch das ist eben nur die eine Hälfte der Neuigkeiten. Die Verantwortlichen mussten den Journalisten auch noch eine traurige Nachricht überbringen – und wir nun unseren Lesern: Seelöwe Mike, einer der größten Publkumslieblinge am Schmausenbuck, ist tot. Der 285 Kilo schwere Koloss starb ganz überraschend am Montag an akutem Herz-Kreislauf-Versagen, nachdem es ihm plötzlich schlecht gegangen war. Noch sind die Hintergründe unbekannt, erst die Obduktion, die nun vorgenommen wird, kann da mehr Klarheit bringen.

Mike kannten mit Sicherheit sehr viele Zoobesucher – und nicht nur die. Denn der 19-jährige Seelöwe trat nicht nur regelmäßig bei den Vorführungen im Delfinarium und bei Benefiz-Veranstaltungen auf, sondern war auch bei der ZDF-Serie „Nürnberger Schnauzen“ häufig zu sehen. Wegen seines gutmütigen Wesens war er außerdem einer der Lieblinge bei den Tierpflegern und -trainern.

Mike stammte ursprünglich aus dem Zoo Osnabrück und kam 1991 in den Nürnberger Tiergarten. Er war stolzer Vater von zwölf Jungtieren, die er mit drei verschiedenen Seelöwen-Weibchen zeugte: Farah, Tiffy und Soda. Der Nachwuchs lebt nicht nur im Tiergarten Nürnberg, sondern auch in München, Berlin, Spanien und Holland.