Herrliche Raubkatze nicht mehr akut bedroht

PardelluchsWahnsinn, was das für ein tolles Tier ist: Der Pardelluchs (Lynx pardinus), auch unter dem Namen Iberischer Luchs bekannt, weil seine Heimat Spanien und Portugal ist, wo er in offenen Buschlandschaften lebt. Er ist etwas kleiner als der bei uns wieder ansässige eurasische Luchs. Ich finde ihn einfach umwerfend schön, mit seiner ungewöhnlichen Zeichnung. Und jetzt kommt die gute Nachricht: Dieses Tier, das bis vor kurzem noch als die am stärksten vom Aussterben bedrohte Raubtierart der Welt galt, beginnt sich in seinem Bestand zu erholen. Die Bemühungen in Spanien und Portugal zur Rettung dieser Raubkatzen haben sich also gelohnt.

Nach einem Bericht des Förderprogramms Life+Iberlince gab es Ende des vergangenen Jahres in Spanien und Portugal 404 Pardelluchse – das sind rund 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vergleicht man die neuen Werte mit denen aus dem Jahr 2002, als der Bestand auf unter 100 Exemplare gesunken und die Art akut vom Aussterben bedroht war, dann hat sich die Zahl der Iberischen Luchse seitdem vervierfacht – ein großer Erfolg! Der WWF wertet die gute Entwicklung als Hoffnungsschimmer für eines der weltweit am stärksten bedrohten Säugetiere, warnt aber: Die Zukunft des Pardelluchses sei noch längst nicht gesichert.

Die Zahlen wurden auf einem  Expertentreffen in Sevilla vorgestellt. Dort wurden auch die größten Gefahren für diese Tiere genannt. Das ist zum einen der Straßenverkehr: Vergangenes Jahr wurden demnach zehn Luchse von Autos angefahren bzw. totgefahren, 2014 waren es noch etwa doppelt so viele. Zum anderen bedroht eine Krankheit die Luchse – wenn auch indirekt: In bestimmten Gegenden Südspaniens sterben Wildkaninchen an deren Folgen, und da diese Beutetiere die Hauptnahrung der Pardelluchse sind, droht den Raubkatzen Futtermangel. Sie ziehen dann in andere Gebiete weiter.

Alles in allem aber ein Lichtblick, und das in einer Zeit, wo fast täglich eine weitere Tierart in ihrem Bestand als gefährdet gilt.

 

Die Krise hat auch ihr Gutes!

Manchmal läuft im Leben alles ganz anders, als man gedacht hätte. So zum Beispiel in Spanien. Seit Jahrzehnten treten Tierschützer dort für ein Verbot des Stierkampfs ein – ohne Erfolg. Aber nun droht ihm das Ende aus einem ganz anderen Grund: Die Wirtschaftskrise scheint ihm langsam den Garaus zu machen. In den letzten fünf Jahren ging die Zahl der Kämpfe beinahe um die Hälfte auf weniger als 1200 im Jahr zurück. Wenn die Krise nun auch noch den Rest schaffen sollte, hätte sie doch endlich auch mal etwas Positives.

Vor allem in kleineren Arenen in der spanischen Provinz wird die „Fiesta“ gestrichen – die Gemeinden haben schlicht kein Geld mehr dafür. Hochburgen des Stierkampfs sind nach wie vor die großen Städte – allen voran Madrid, Sevilla und Pamplona. Allerdings interessieren sich auch dort hauptsächlich ältere Spanier für die grausamen Spektakel. Die jungen Leute lehnen Stierkampf mehrheitlich ab.

Die großen Verlierer der Entwicklung sind die Züchter von Kampfstieren. Sie können immer weniger Tiere für ihren ursprünglichen Zweck verkaufen. Stattdessen landen nun viele Stiere im Schlachthof. Das bedeutet für die Züchter einen riesigen Verlust, denn das Schlachten bringt ihnen nur etwa 600 Euro pro Tier, während sie bis zu 5000 Euro in die Aufzucht stecken. Und die Verbraucher sind vom Fleisch der Kampfstiere gar nicht begeistert, weil die Tiere älter als Mastrinder sind, deren Fleisch man sonst angeboten bekommt.

Obwohl der Stierkampf in Spanien also in mehr als einer Hinsicht in der Krise steckt, gibt es immer noch einflussreiche glühende Anhänger, die von einem Verbot nichts wissen wollen. Nur auf den Kanarischen Inseln wurde diese Tierquälerei in den neunziger Jahren abgeschafft, und in Katalonien gilt ein Verbot seit Beginn dieses Jahres. Doch das brachte in der Praxis beides nicht sehr viel, weil in diesen Regionen sowieso kaum noch Stierkämpfe stattfanden.

 

Etappensieg gegen Stierkampf

urn:newsml:dpa.com:20090101:100727-11-13095Was ich hier letzte Woche schon angedeutet habe, tritt nun tatsächlich ein: Die spanischen Tierschützer feiern einen historischen Sieg, denn das katalonische Parlament hat beschlossen, Stierkämpfe zu verbieten – als erste Region auf dem spanischen Festland. Die Kanarischen Inseln haben sich schon 1991 von den grausamen Spektakeln verabschiedet.

Allerdings tritt das Verbot in Katalonien erst ab dem Jahr 2012 in Kraft. Und man muss auch noch dazu sagen, dass in Katalonien in letzter Zeit – abgesehen von der Arena in Barcelona – sowieso kaum noch Stierkämpfe stattgefunden haben. Nun geht es darum, ob die Entscheidung des katalonischen Regionalparlaments eine Signalwirkung auf ganz Spanien haben wird oder nicht. Die Befürworter von Stierkämpfen wollen außerdem vor das spanische Verfassungsgericht ziehen, um den Stierkampf zu retten.

So gesehen, ist das heute beschlossene Verbot ein Etappensieg, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kleine Erfolge sind immerhin auch Erfolge, gerade in Sachen Tierschutz.

Kampf dem Stierkampf!

StierkampfDer Stierkampf in Spanien steht ja schon seit langem im Kreuzfeuer der Kritik, und Tierschützer fordern, dass er verboten wird. Bisher ohne Erfolg, denn viele sehen den Stierkampf als Kulturgut mit jahrhundertelanger Tradition.

Nun aber gibt es zumindest wieder einmal einen Teilerfolg für die spanischen Tierschützer zu vermelden: Das Parlament in der Region Madrid hat den Antrag der Bürgerinitiative „El Refugio“ zugelassen, der die Abschaffung von Stierkämpfen fordert. Ob es allerdings tatsächlich zu einer Debatte über ein Stierkampf-Verbot kommt, ist noch nicht klar.

Laut „El Refugio“ kommen jedes Jahr bei Stierkämpfen in Spanien an die 14 000 Stiere auf grausame Weise zu Tode. Abgesehen davon kommen immer wieder auch Stierkämpfer bei dem effektheischenden Spektakel ums Leben.
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Kampfstiere werden arbeitslos

urn:newsml:dpa.com:20090101:091216-99-01827Stierkampf ist für jeden Tierfreund oder Tierschützer – um sprachlich beim Thema zu bleiben – ein rotes Tuch. Seit Jahren haben Tierschutz-Organisationen mit unterschiedlichsten Kampagnen versucht, etwas gegen diese grausamen Spektakel zu unternehmen. Ohne Erfolg – es schien, als seien die „Corridas“ aus dem spanischen Kulturgut einfach nicht wegzudenken.

Doch manche Probleme lösen sich von ganz allein. Nicht Tierschützer dürften dem Stierkampf den Garaus machen, sondern der Lauf der Zeit. Die Spanier verlieren einfach das Interesse an dieser jahrhundertealten Tradition – der Stierkampf kommt aus der Mode. Eine Veranstaltung, die immer weniger Zuschauer anlockt, befindet sich irgendwann auf dem absteigenden Ast.

In Katalonien gibt es zum Beispiel nur noch eine einzige Arena, in der regelmäßig Stierkämpfe stattfinden: „La Monumental“ in Barcelona. In anderen  Städten ließ man schon vor Jahren die Arenen abreißen, weil sie bei Kämpfen halb leer standen. Jetzt haben auch noch Abgeordnete des Regionalparlaments von Katalonien mehrheitlich ein Volksbegehren für ein Verbot des Stierkampfs gebilligt. Das Verbot tritt damit aber noch nicht in Kraft, es muss vorher erst verschiedene Ausschüsse durchlaufen.

Ob ein Verbot kommt oder nicht, ist wahrscheinlich gar nicht mehr so wichtig. Denn man spricht bereits davon, dass der Stierkampf in ganz Spanien in einer tiefen Krise stecke. Das Publikum besteht fast nur noch aus alten Männern. Und deshalb finden auch immer weniger „Fiestas“ statt.

Das wiederum hat zur Folge, dass die Kampfstiere sozusagen arbeitslos werden. Die Züchter können mit den überflüssigen Tieren nichts anfangen. Nicht einmal sie zu schlachten lohnt sich: Weil die Kampfstiere älter sind als Mastvieh, ist ihr Fleisch längst nicht so zart und wird deshalb nicht gekauft.

Alles in allem kann man also von einer guten Nachricht für Tierfreunde sprechen – und die scheinen manche Leser meines Blogs zu bevorzugen, wie etwa „noske“ in einem Kommentar zu diesem Beitrag.