Mit der tierischen Straßenbahn zum Zoo

strassenbahnViele werden sie wahrscheinlich schon vermisst haben: Die „Tiergartenstraßenbahn“ in Nürnberg mit den lustigen Tiermotiven. Nach fast neun Jahren wurde sie im Sommer dieses Jahres im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Verkehr gezogen, um überholt und „re-designt“ zu werden. Seit heute ist eine neue Ausgabe dieser Straßenbahn in Nürnberg unterwegs, und zwar ein moderneres Fahrzeug. Sie wirbt nicht nur auf der Strecke der Linie 5 für den Zoo am Schmausenbuck, sondern im ganzen Stadtgebiet – beklebt mit Tiermotiven ausschließlich von Arten, die im Tiergarten Nürnberg gehalten werden, also zum Beispiel Eisbären, Delfinen, Nashörnern, Löwen und Tigern, Buntmardern oder Schabrackentapiren.

Die  VAG-Verkehrs-Aktiengesellschaft und der VGN haben die Neugestaltung der aus fünf Wagenteilen bestehenden Niederflur-Straßenbahn umgesetzt. Sie kann maximal 231 Personen befördern, hat 87 Sitzplätze, zusätzlich zwölf Klappsitze und wird – passend zum ökologischen Selbstverständnis des Tiergartens – mit Ökostrom angetrieben. Sie ist die erste Variobahn, die für Werbung freigegeben wurde, und ist mit 150 Quadratmetern Folie beklebt. Übrigens nutzen jedes Jahr rund 270.000 Zoobesucher öffentliche Verkehrsmittel für die Anfahrt zum Tiergarten. Die werden für ihr umweltfreundliches Verhalten auch entsprechend belohnt: Bei Vorlage eines gültigen VGN-Fahrausweises erhalten sie einen ermäßigten Eintritt in den Tiergarten.

Schlaue Wildschweine

Wer viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, hilft mit, die Umwelt zu schonen und die Natur zu schützen. In Nürnberg leistet die Straßenbahn der Linie 5 noch einen zusätzlichen, ganz besonderen Beitrag zum Artenschutz: Sie ist nicht unerheblich dafür verantwortlich, dass der Bestand der Wildschweine im Stadtgebiet anwächst.

Wie das? Ganz einfach: Im Bereich der Wendeschleife der „Fünfer“ im Waldstück an der Endhaltestellle Tiergarten besteht ein Jagdverbot. Das hat sich wohl unter den Schwarzkitteln herumgesprochen. Denn dort haben sich besonders viele Exemplare dieser Spezies angesiedelt, freuen sich ihres Lebens und sicheren Daseins und vermehren sich vergnügt. Ein Gerücht ist es allerdings, dass das Borstenvieh jetzt auch schon Straßenbahn fährt.