Mai

14

2012

Säugetiere können mit Klimawandel nicht mithalten

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Bedrohte Tierarten, Forschung, GefĂ€hrdete Tiere, Klimawandel, Tiere, Tierschicksale, Wissenschaft | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Auch das noch: Eine neue Studie von amerikanischen Wissenschaftlern sagt vielen Säugetierarten eine Niederlage im Wettlauf mit dem Klimawandel voraus. Die US-Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass jede zehnte Art mit der Verlagerung der Lebensräume durch die Erderwärmung nicht Schritt halten können wird.

Diese zehn Prozent sollen allerdings nur den Durchschnittswert bilden. Laut der Studie könnten in einzelnen Gebieten fast 40 Prozent der Säugetiere betroffen sein. Ganz düster sieht es für Menschenaffen aus, außerdem für kleinere insektenfressende Tiere und Tiere in den Tropen. Die Forscher sind der Meinung, dass bisherige Szenarien nicht darauf eingegangen seien, wie schnell Tiere auf die Verlagerung von Lebensräumen reagieren und in neue umziehen können. Hier einige Zahlen aus der Studie: Aufgrund der Erderwärmung verlagern sich Klimazonen schon jetzt um sechs Kilometer jährlich in Richtung der Pole. In den Gebirgen wandern die Lebensräume innerhalb von zehn Jahren um sechs Meter weiter in die Höhe. Viele Säugetierarten könnten da nicht mithalten, sagen die Wissenschaftler. Gerade im Amazonasgebiet klaffen die Zahlen besonders weit auseinander: Dort verschieben sich die Lebensräume sogar um acht Kilometer im Jahr, die Säugetierarten könnten ihre Verbreitungsgebiete aber nur um einen Kilometer verlagern.

Bei den Menschenaffen verschärft sich die Situation: Sie sind sowieso schon bedroht, können das Tempo bei der Veränderung der Lebensräume bei weitem nicht schaffen, und dann spielt ihnen der Mensch auch noch übel mit und schafft durch Siedlungen, Straßen und den Ausbau der Agrarflächen unüberwindbare Hindernisse, die es den Primaten unmöglich machen, in neue, für sie geeignete Gebiete auszuweichen.

 

 

Mai

19

2011

Neue Hoffnung für den Artenschutz

Über Artenschutz habe ich in diesem Blog immer wieder geschrieben. Meist ging es dabei um Probleme bei der Umsetzung. Jetzt gibt es zu diesem Thema mal eine gute Nachricht.

Bisher haben Wissenschaftler eine sehr hohe Messlatte angelegt, wenn es darum ging, eine Zahlengrenze festzulegen, ab der sie gefährdeten Tierarten noch Überlebenschancen in der Zukunft einräumen. Die meisten Forscher haben sehr rigoros eine Meinung vertreten: Für Arten, bei denen es einen enormen Aufwand erfordern würde, eine Population von 5000 zu erreichen, gebe es keine Hoffnung mehr. Man sollte dann die für Artenschutzprojekte vorhandenen Gelder lieber für andere Tiere einsetzen.

Jetzt aber hat sich ein Team britischer Wissenschaftler der Uni Durham auf eine andere Aussage festgelegt: Die Anzahl von Tieren einer gefährdeten Art wirkt sich nicht unbedingt auf ihre Überlebenschancen aus. In einer neuen Studie haben sie herausgefunden, dass die Populationsgröße, die eine Art für ihr langfristiges Überleben benötigt, sowohl innerhalb einer Art als auch zwischen den Arten unterschiedlich sein kann. Ein wichtiger Faktor dabei sind etwa die Bedingungen, unter denen die Tiere leben. Wenn die Tiergruppen einigermaßen stabil sind, würden schon Hunderte von Einzeltieren genügen, damit die Art nicht ausstirbt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind in der Zeitschrift “Trends in Ecology und Evolution” veröffentlicht.

Da könnte man also direkt Hoffnung schöpfen für Arten, von denen es nur noch sehr wenige Exemplare gibt, zum Beispiel für die schätzungsweise noch 450 Sibirischen Tiger oder die rund 1000 Berggorillas – wenn nicht wieder andere Wissenschaftler zu einem ganz anderen Ergebnis kommen!

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