Spatz gleichzeitig Gewinner und Verlierer

SpatzneuDer Spatz (hier auf einem Foto von Monika Graf) ist Gewinner, aber gleichzeitig auch Verlierer der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ des lbv.  Er konnte zwar seinen Spitzenplatz vom Vorjahr verteidigen, trotzdem ist die Anzahl der bei der Aktion gemeldeten Spatzen zurückgegangen. Fast 6500 Tierfreunde haben bei der mittlerweile sechsten Stunde der Gartenvögel in Bayern mitgemacht und 137 000 Vögel aus fast 4463 Gärten und Parks gemeldet. Das sind elf Prozent mehr als beim letzten Mal.

Auch wenn der Haussperling, meist der Einfachheit halber als „Spatz“ bezeichnet, an der Spitze geblieben ist: Bundesweit ist sein Bestand so stark zurückgegangen, dass bei der Zählung sogar lange Zeit die Amsel vor ihm lag und er sich erst gegen Ende der Aktion auf den ersten Platz vorschieben konnte. In München ist der Spatz sogar auf Rang 7 zurückgefallen.

Der Rauch- und Mehlschwalbe geht es auch nicht besser. Denn sogar in Unterfranken, das als Mehlschwalben-Hochburg gilt, wurden weit weniger Exemplare dieser Vögel gesichtet als noch im Vorjahr. Die Verantwortlichen der Aktion bei lbv und NABU haben außerdem erfreut eine Zunahme des Feldsperlings festgestellt, ebenso der Kohl- und Blaumeise.
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Eine Stunde für unsere Gartenvögel

HaussperlingDer Landesbund für Vogelschutz ruft vom 7. bis 9. Mai wieder zur  „Stunde der Gartenvögel“ auf. Wie das geht? Ganz einfach: Man zählt am 7., 8. oder 9. Mai eine Stunde lang die Gartenvögel in seiner Umgebung und meldet das Ergebnis an den LBV.  Auf dem Bild rechts  ist ein Haussperling zu sehen (Foto: Nadine Wolf).

Diese bayern- und bundesweite Langzeitstudie, die der LBV zusammen mit dem NABU organisiert,  soll dazu beitragen, dem Wandel im Bestand unserer heimischen Vögel auf die Spur zu kommen. Der ergibt sich zwangsläufig durch veränderte Umweltbedingungen. Und die Zählung bietet die Grundlage für konkrete Hilfsaktionen, bevor es zu spät ist. Im vergangenen Frühjahr ist infolge der Zählung zum Beispiel ein Spatzen-Schutzprojekt in München gestartet worden.

Beim Zählen lernt man nicht nur eine Menge über unsere heimische Vogelwelt. Als Belohnung fürs Mitmachen gibt es auch viele Preise zu gewinnen. – Ich finde, eine Stunde Zeit zu investieren, das ist das Mindeste, was man man tun kann für die Vogelwelt direkt vor unserer Haustür. Je mehr Teilnehmer mitmachen, umso repräsentativer ist das Ergebnis!

Spitzenreiter Spatz

Vor ein paar Wochen, wollte ich von meinen Lesern wissen, was bei ihnen so zwitschert. Das hat mancher falsch verstanden, weil er dabei an „twittern“ dachte. Nun twittere ich zwar auch, meist meine ich als Tierfreundin, die ich bin, aber immer noch das Original, wenn ich „zwitschern“ sage oder schreibe.

Was bei Ihnen zwitschert, war also ganz wörtlich zu verstehen und bezog sich auf eine Aktion des Landesbundes für Vogelschutz: Die „Stunde der Gartenvögel“.

Deren Ergebnis liegt nun vor:  Spitzenreiter war auch diesmal wieder der Spatz, dessen Vorkommen – und das ist neu – in ganz Bayern etwas zugenommen hat. Außerdem können Mauersegler, Hausrotschwanz und Buntspecht im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Plus verbuchen. Rotkehlchen und Zaunkönig dagegen sind die Verlierer. Und welcher Vogel von allen ist am meisten verbreitet? – Das ist und bleibt die Amsel, die in 96 Prozent der Gärten vorkommt. An zweiter Stelle liegt die Kohlmeise mit 80 Prozent. Wer sich für das Ergebnis interessiert, kann hier noch mehr dazu erfahren.

Der lbv ist besonders stolz darauf, dass er zu der bundesweiten Aktion die meisten Meldungen beitragen konnte. Dazu kann man nur gratulieren und den vielen Menschen danken, die mitgemacht haben. Ich hoffe, es waren auch ein paar meiner Leser darunter.