Schweinerei im Alten Schlachthof

urn:newsml:dpa.com:20090101:100427-10-12127Ich habe zwei oder drei Bekannte, die ein und derselben Sammelwut verfallen sind: Sie horten Schweine in ihrer Wohnung. Das sind aber keine Fälle von Tierquälerei – vielmehr beschränken sich die Sammler auf Schweinefiguren, Schweinebilder, Schweinekalender, Schweinebücher etc. pp. Dass Schweine absolut „in“ sind, zeigt sich jetzt auch in Stuttgart:  Am 1. Mai öffnet dort – im Alten Schlachthof, au (Schweine-)Backe! – ein Schweinemuseum.

Nicht weniger als 40 000 Schweine sind auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche in 25 Themen-Räumen untergebracht. Die Auswahl der Geschichten rund ums Schwein reicht von Kunst bis Kitsch, von Wissenschaft bis Mythos. Die ganze Schweinerei wird in einem wahrhaft schweinewürdigen Ambiente ausgestellt: Der Alte Schlachthof ist ein sehr ansprechendes Jugendstilgebäude.

Die Ausstellungsstücke stammen von der passionierten Sammlerin Erika Wilhelmer, die sie in 25 Jahren zusammengetragen hat. Hier nur ein paar Beispiele: Korkenzieher, Feuerzeuge, Krawattennadeln, Puppen und – die dürfen natürlich auf keinen Fall fehlen – Sparschweine in allen denkbaren Varianten. Erika Wilhelmer ist 70 Jahre alt und fühlt sich in ihrer Sammlung, wie sie selbst sagt, „sauwohl“.

Im Alten Stuttgarter Schlachthof soll nun dem Schwein ein Denkmal gesetzt werden. Erika Wilhelmer hat bereits Erfahrung als Museumsleiterin: 1989 schon hatte sie in Bad Wimpfen bei Heilbronn ihr „Glücksschweinemuseum“ gegründet – doch das platzte inzwischen aus allen Nähten. Die Schweineliebhaberin hat in ganz Deutschland nach einem geeigneten neuen Standort gesucht und stieß in Hamburg, Köln und Dresden auf Interesse. Überall, nicht nur in Stuttgart, wären die Schweine in einen alten Schlachthof gewandert. Die Stadt am Neckar setzt nun mit dem neuen Museum auf eine zusätzliche Touristen-Attraktion.

Wilhelmers ausgefallene „Rotte“ ist bereits als umfangreichste Schweinesammlung im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet. Das größte Exemplar heißt übrigens Annabelle und nimmt die Besucher vor dem Museumseingang in Empfang.

Und hier die Adresse des neuen Schweinemuseums: Alter Schlachthof, Schlachthofstraße 2 in Stuttgart.  Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 19.30 Uhr.

Europas ältester Elefant wird 60

In Stuttgart feiert die Wilhelma am 24. Januar den 60. Geburtstag von Europas ältestem Indischen Elefanten: Elefanten-Dame Vilja, seit 1952 Bewohnerin dieses Zoologischen Gartens und gleichzeitig sein Wappentier. Es ist allerdings nicht der „echte“ Geburtstag von Vilja – den kennt keiner genau. Sie ist nämlich ein Wildfang und kam 1952 nach Stuttgart, damals war sie ungefähr drei Jahre alt.

Warum hat man nun ausgerechnet den 24. Januar zum Geburtsdatum auserkoren? Ganz einfach: Am 24. Januar 2008 stürzte Vilja in den Graben ihres Geheges. Sie hatte unglaubliches Glück und holte sich nur ein paar Schürfwunden – für die meisten anderen Elefanten wäre so ein Sturz das Todesurteil gewesen. Weil der 24. Januar offensichtlich ein Glückstag für Vilja ist, erklärte ihn der Zoo zu ihrem Geburtstag.

Die alte Dame, deren Alter beim Menschen etwa 100 Jahren entspechen würde, ist noch gut drauf. Ihr fehlt gesundheitlich nichts – nur ein Knie ist ein bisschen steif und macht ihr das Aufstehen schwer, so dass sie es mittlerweile vorzieht, im Stehen zu Schlafen. Und ihre Zähne sind völlig abgeschmirgelt.

Ihre Pfleger erzählen außerdem, dass Vilja ganz schön raffiniert ist. Beispielsweise durchsucht sie mit ihrem langen Rüssel gern die Taschen der Pfleger nach etwas Essbarem. Und sie ist so verrückt nach Äpfeln, dass sie sogar einen Trick anwendet, um sich ein zusätzliches Exemplar zu erschleichen: Wenn der Pfleger den Schlüssel fallen lässt, hebt Vilja ihn sofort auf, gibt ihn aber erst wieder heraus, wenn ihr ein Apfel zugesteckt wird.

Also, alles Gute zum Geburtstag, Vilja!

Konkurrenz für Knut?

WilbärDas letzte Mal war an dieser Stelle von den albernen Spekulationen bunter Blätter über eine Hochzeit zwischen Flocke und Knut die Rede. Nimmt man diese Spekulationen dennoch mal ganz kurz für bare Münze, hat der Berliner Knut nun Konkurrenz bekommen – denn in Stuttgart wurde Wilbär geboren, und gegen den ist Knut fast schon ein „Oldie“. Wilbär ist zwar auch älter als Flocke, aber nur einen Tag. Er wurde am 10. Dezember 2007 geboren. Die Erfahrungen aus Berlin und Nürnberg haben die Stuttgarter  Verantwortlichen dazu gebracht, Wilbärs Geburt erstmal zu verschweigen. Vielleicht eine weise Entscheidung, denn die Mutter-Kind-Beziehung wurde erhalten. In Nürnberg ist ja ungeklärt geblieben, ob nicht doch das unerlaubte Eindringen eines Kameramannes zu Veras Verhaltenswandel gegenüber ihrem Baby beigetragen hat, der die Trennung von Mutter und Kind nötig machte. Da jetzt Wilbärs Existenz  – seinen etwas gewöhnungsbedürftigen Namen verdankt der Bär übrigens dem Zoo, der als „Wilhelma“ bekannt ist – publik wurde, dürfte es auch in Stuttgart viel Rummel geben. Und so bekommt wohl nicht nur Knut, sondern auch Flocke Konkurrenz – und zwar hinsichtlich der medialen Aufmerksamkeit.