PETA lernt nichts dazu!

Das war ja nicht anders zu erwarten: Nach dem Tod zweier „Senioren“ im Tiergarten Nürnberg vor ein paar Wochen – Gorilla Fritz und der Große Tümmler Moby (Foto: Timm Schamberger, dpa) sind beide im September gestorben – treten nun wieder die Tierrechtler auf den Plan. Was sie fordern, ist allerdings keine große Überraschung: Der Tiergarten soll die Haltung von Gorillas, anderen Menschenaffen  und Delfinen einstellen. (Anmerkung meinerseits: Der Tiergarten hält gar keine anderen Menschenaffen mehr als Gorillas – aber so genau braucht man sich bei PETA wohl nicht zu informieren.)

PETA hat dazu eine Massenmail verschickt. Darin wird kritisiert, dass die Zooleitung einen neuen Haremsführer für die Gorilladamen sucht. (Anmerkungen meinerseits: Der Tiergarten hält dafür über das EEP in anderen Zoos nach einem geeigneten Silberrücken Ausschau. Und für Delfinmann Moby wird in nächster Zeit kein weiterer Bulle nach Nürnberg kommen, solange die leckende Delfinlagune saniert wird.) PETA plädiert dafür, lieber den natürlichen Lebensraum der Tiere zu erhalten, um diese Arten effektiv zu schützen, statt „Menschenaffen und Delfine einzusperren und zur Schau zu stellen“. Das sei mit dem heutigen Wissen über diese Arten nicht zu vereinbaren. „Tiere werden wie Gefängnisinsassen zwischen den Zoos hin- und hergeschoben“, kritisiert die Tierrechtsorganisation in der erwähnten Mail.

Nun ist ja nichts dagegen einzuwenden, die natürlichen Lebensräume von Tieren zu schützen. Zoos haben darauf zwar nur bedingt Einfluss, beteiligen sich aber an unterschiedlichen Naturschutzprojekten. Der Tiergarten Nürnberg zum Beispiel  tut dafür einiges durch Yaqu Pacha, die im Tiergarten beheimatete Gesellschaft zum Schutz wasserlebender Säugetierarten Südamerikas. Das erwähnt PETA vorsichtshalber nicht in Veröffentlichungen wie der neuesten Massenmail.

Und dann kommt wieder einmal die alte PETA-Leier: Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans seien „dem Menschen derart ähnlich“, dass sie „die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Gefangenschaft erkennen“. Die intelligenten Tiere, so heißt es weiter, seien durchaus fähig, „Zustände wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit“ zu verspüren. Da frage ich mich schon: Wurden Fritz und Moby aus reiner Verzweiflung so alt? Hat Moby aus Hoffnungslosigkeit heraus für Nachkommen gesorgt, die ihrerseits schon wieder Junge haben?

Einen äußerst fundierten Beitrag über das Verhältnis von Menschen zu „intelligenten“ Tieren hat übrigens der Biologe Benjamin Schulz verfasst, den ich zur Lektüre nur empfehlen kann; Ihr findet ihn hier.

Tiergarten in der Erfolgsspur

Heute gab es im Tiergarten Nürnberg eine der einmal im Jahr stattfindenden Bilanz-Pressekonferenzen. Fazit: Die  Entwicklung des Zoos am Schmausenbuck war 2014 sehr erfreulich – vor allem in Sachen Besucherzahlen. Das zeigt, dass der Tiergarten – entgegen vielen Unkenrufen von bestimmter Seite – nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt hat.

Schon im Frühjahr hatte ich ja über den neuen Frühlings-Besucher-Rekord einen Beitrag geschrieben. Der positive Trend setzte sich dann fort: Mit 1.071.753 Besuchern verzeichnete man ein Plus von 76.280 gegenüber dem schlechten Ergebnis von 2013 und damit eine Zunahme von 14.447 Gästen im Vergleich zum Fünf-Jahres-Durchschnitt. Obendrein stieg im vergangenen Jahr die Zahl der verkauften Dauerkarten nochmals um 12 Prozent und lag bei 6530.

DelfinkalbDie Gründe für den Besucherzustrom liegen – abgesehen vom schönen Wetter im Frühjahr 2014 – auf der Hand: Zwei neue Delfinweibchen, Dolly und Donna, sind aus dem Duisburger Zoo nach Nürnberg gekommen; die Empfehlung dafür stammte vom Zoo in Harderwijk (Niederlande), der das Europäische Erhaltungszucht-Programm für Große Tümmler koordiniert. Im Rahmen des EEP zog außerdem Delfinbulle Rocco von Nürnberg weg nach Malaga (Spanien). Innerhalb des EEP für Gorillas holte man die siebenjährige Gorilladame Habibu aus dem Zürcher Zoo ins Menschenaffenhaus nach Nürnberg. Und neuerdings ist natürlich das am 31. Oktober 2014 geborene Delfinbaby Nami ein besonderer Publikumsliebling (auf dem Foto: Nami mit Mama Sunny). Auch das Eisbärenbaby, das im November das Licht der Welt erblickt hat, wird sicher viele, viele Fans haben, wenn es in einigen Wochen mit seiner Mutter Vera aus der Geburtshöhle herauskommt. Die beiden sind derzeit nur über eine Videokamera zu sehen – selbst für die Tiergartenmitarbeiter; die Höhle in den Sandsteinfelsen des Schmausenbuck darf niemand betreten.

Der Tiergarten  soll künftig in verschiedenen Bereichen durch bauliche Veränderungen attraktiver werden: Die alte Anlage für Brillenbären ist umgebaut worden und wird schon bald Fischkatzen aus Südostasien beherbergen. Mit immerhin 64.500 Euro unterstützt der Tiergarten-Förderverein die  Umgestaltung. (Dieser Zusammenschluss von engagierten Zoo-Fans ist übrigens im vergangenen Jahr von bisher 2000 Mitgliedern auf  fast 2600 gewachsen.) Die übergangsweise für Ziegen genutzte ehemalige Braunbärenanlage wird in eine begehbare Voliere für Bartgeier verwandelt; das zieht sich allerdings voraussichtlich noch bis in den Frühsommer hin.

Die Spendenbereitschaft der Tiergartenbesucher hat sich erfreulicherweise im Jahr 2014 weiter vergrößert. Die Zahl der Tierpatenschaften legte gegenüber 2013 um 9,5 Prozent auf 719 zu und erbrachte auf diese Art und Weise „Einnahmen“ für den Zoo in Höhe von 118.400 Euro.

Seit 2. Januar 2015 gibt es ein neues Servicezentrum der Zoobegleiter im Naturkundehaus. Jetzt werden alle speziellen Führungen und individuellen Angebote im Tiergarten von dieser einen Stelle aus organisiert. Erreichbar ist das Zentrum montags bis freitags von 10 Uhr bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 54 54-833. Die Mailadresse lautet: zootouren@stadt.nuernberg.de.

Nürnberg liegt am Amazonas!

Zoos bieten immer öfter exklusive Führungen für ganz kleine Gruppen an, um diesen Gästen engen Kontakt mit bestimmten Tieren zu ermöglichen. Solche Angebote werden auch gern verschenkt und sind in der Regel sehr schnell ausgebucht. Auch der Nürnberger Tiergarten macht bei diesem Trend mit und weitet sein Exklusiv-Programm wie die stark nachgefragten „Besuche beim Lieblingstier“ oder die Tiergartenführungen am frühen Morgen und späten Abend  nun noch aus. Unter dem Motto „Begegnungen am Amazonas“ erleben die Teilnehmer im  Manatihaus aus nächster Nähe eine Vielfalt an Wasser- und Landtieren: 80 verschiedene Tierarten, dazu noch 100 Pflanzenarten. Zweieinhalb Stunden dauert diese „Begegnung“, Kostenpunkt: 65 Euro pro Person zuzüglich ermäßigter Tiergarteneintritt (11,50 Euro). Ein nicht ganz billiges Vergnügen also, aber eben etwas Besonderes.

Was kann man da erleben? – Zum Beispiel, von tropischen Blütenfledermäusen umschwirrt zu werden, die man mit Honig anlockt. Oder, nachdem man in eine Wathose geschlüpft ist und selbst im Wasserbecken des Manatihauses steht, wie einem Seekühe und Pacus bis ans Bein schwimmen. Oder wie einem ein Weißgesichtssaki die Mehlwürmer aus der Hand frisst. Oder wie ein Schmetterling schlüpft, seine wunderbar schillernden Flügel langsam entfaltet und dann auf seinem ersten Flug zwischen tropischen Blüten durch die Luft gaukelt. Das alles bei einer angenehmen Temperatur zwischen 28 und 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent – also unter klimatischen Bedingungen, die denen am Amazonas sehr nahekommen.

Informiert werden die Besucher außerdem über Artenschutzprogramme am Amazoans, an denen sich der Tiergarten beteiligt. Seine Schmetterlingspuppen bezieht der Zoo übrigens regelmäßig direkt aus Costa Rica, von Bauern, die sich mit ihren kleinen Schmetterlingsfarmen den Lebensunterhalt sichern können. Die neue Führung, die dann beginnt, wenn das Manatihaus für die Allgemeinheit geschlossen wird, ist auf vier Personen (Mindestalter: 17 Jahre) begrenzt. Für Kinder eignet sich diese Führung, bei der es vor allem auf Ruhe ankommt, nicht. Eine ausgebildete Zoobegleiterin versorgt die Teilnehmer mit spezieller Ausrüstung und Tierfutter und leitet die Gäste an, wie sie sich bei der direkten Begegnung mit den Tieren zu verhalten haben, damit die Bewohner des Manatihauses nicht beeinträchtigt werden.

Informationen über die „Begegnung am Amazonas“ und Anmeldung per E-Mail unter diezoobegleiter@gmx.de oder unter Telefon 0911/5454-854 montags, mittwochs, freitags und samstags von 11 bis 12 Uhr (sonst über Anrufbeantworter).

In Nürnberg leben keine Delfine aus Taiji

Ich habe es befürchtet und deshalb letzte Woche keinen Blog-Beitrag über Taiji geschrieben, wo wieder das alljährliche grausame Delfin-Abschlachten stattfand. In der Online-Ausgabe der NZ wurden in Kommentaren zum dort veröffentlichen Artikel über Taji die irrwitzigsten Beziehungen zu den Delfinen im Nürnberger Tiergarten hergestellt. Das ist  eine der großen Gefahren des Internets: Jeder kann jeden Mist veröffentlichen.

Einer der Kommentatoren (@Redaktion), der nicht diesen unsäglichen Schreibern zuzuordnen ist, hat angeregt, dass Journalisten der Frage nachgehen sollten, woher die Delfine in Nürnberg stammen. Ich habe zwar immer wieder in Artikeln in der Printausgabe der NZ und auch hier im Blog geschrieben, woher die Tiergarten-Delfine kommen. Daraus müsste man eigentlich schließen können, dass der Nürnberger Tiergarten und Taiji nichts, aber auch gar nichts, miteinander zu tun haben. Es stimmt: Die schönsten der in Taiji gefangenen Tümmler werden an Delfinarien verkauft, jedoch ausschließlich in Japan, China und vereinzelt an die Türkei. In keinem einzigen europäischen Zoo, der mit Großen Tümmlern am Erhaltungszuchtprogramm EEP beteiligt ist, werden Tiere aus Taiji gekauft, und kein Zoo der Welt wird in den Zoo-Weltverband aufgenommen, wenn er ein Tier von dort halten würde.

Mir liegt die Liste aller Großen Tümmler vor, die in der Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens leben und lebten. Für jedes einzelne Tier ist die Herkunft genau nachgewiesen (das ist auch in jedem anderen Zoo so). Die Großen Tümmler, die direkt nach der Eröffnung des alten Delfinariums im Tiergarten und in den folgenden 1970er Jahren hier gehalten wurden, waren noch Wildfänge. Das hat auch noch nie jemand abzustreiten versucht. Diese Tiere stammten aber nie aus Taji, sondern aus den Küstengewässern Floridas und kamen über andere Delfinarien (vor allem Duisburg und Nerja/Spanien) hierher. Darunter waren auch Tiere, die krank gefangen und im Dinnes Memorial Tier-Hospital (Texas) wieder aufgepäppelt worden waren. Und – ganz wichtig: Auch Moby, der Senior der Nürnberger Delfine, ein Wildfang aus Florida, der mittlerweile über 50 Jahre alt ist, lebt seit 1971 in Nürnberg und ist nach wie vor putzmunter.

Bereits in den 80er Jahren gab es Nachzuchten der ehemaligen Wildfänge (darunter Moby), die im Tiergarten geboren wurden. Einige davon starben innerhalb weniger Wochen, andere leben noch heute. Bei Anke und Nynke handelt es sich um Wildfänge aus dem Jahr 1985, die später vom Zoo Münster nach Nürnberg abgegeben wurden. Noah ist 1993 in Nürnberg als Sohn von Eva (Wildfang) und Moby (Wildfang) geboren und lebt noch hier. Naomi (geb. 1998), eine Schwester von Noah, lebt in Harderwijk. Die aus dem Heidepark Soltau stammenden und nach Nürnberg abgegebenen Delfine Sunny, Joker und Arni waren bereits Delfinariums-Geburten und leben teils hier, teils in der Meeres-Delfinlagune Harderwijk. Rocco und Kai sind beide in Harderwijk geboren.

Es gab in Nürnberg – wie in anderen Delfinarien auch – Tot- und Fehlgeburten sowie Jungtiere, die kurze Zeit nach der Geburt gestorben sind. Das passiert aber auch bei anderen Zootieren und wurde nie verheimlicht, sondern immer in der örtlichen Presse veröffentlicht. Es wäre schön, wenn die unsägliche Legendenbildung um die Delfine endlich mal abgeschlossen würde – aber ich fürchte, das werde ich nicht mehr erleben.

 

Warum wir neidisch auf München sind

Neid, Neid, Neid: München hat Eisbärenbays, wir in Nürnberg auch in diesem Jahr wieder nicht. Hier ein Video, das die niedlichen Kleinen mit ihrer Mutter Giovanna im Tierpark Hellabrunn zeigt:  YouTube Preview Image

Im Tiergarten Nürnberg  ist Eisbärin Vera  seit neuestem wieder im Freigehege des Aquaparks zu sehen. Ohne Nachwuchs, aber zusammen mit Felix, demVater ihrer früheren Babys Flocke, Gregor und Aleut. Anfang November hatte sich die Eisbärin in die Felshöhle ihres Geheges zurückgezogen und ihren Pflegern so signalisiert: Ich will meine Ruhe! Sie hat viel Zeit im Stall verbracht, geschlafen und wenig gefressen. Alles Anzeichen dafür, dass sie wieder trächtig ist. Schließlich hatte Eisbärenmann Felix sie im Frühjahr auch gedeckt. Also leitete man Vera in die Wurfhöhle und bereitete ihr ein Lager mit Stroh. Damit sie keinesfalls von außen gestört werden konnte, stopften die Pfleger die Gänge noch mit Stroh aus. Dann betrat kein Mensch mehr die Räume in den Sandsteinfelsen.
Seitdem lieferte die schon bei Veras früheren Würfen installierte Kamera Bilder vom aktuellen Stand in der Höhle; das Material wurde täglich ausgewertet. Doch seit November tat sich – nichts. Eisbärenmütter bringen ihre Jungen in den Wintermonaten zur Welt, bei Vera war das bisher jeweils im Dezember. Erfahrungsgemäß tun sie das immer fast zum gleichen Zeitpunkt. Aber weder im Dezember noch in den ersten Januarwochen rührte sich etwas auf den Aufnahmen: Von Eisbärenbabys weit und breit keine Spur. Stattdessen begann Vera in den letzten Tagen herumzulaufen und interessierte sich wieder für das Futter, das man ihr hinstellte.
Warum es mit dem erhofften Nachwuchs nicht geklappt hat, darüber lässt sich höchstens spekulieren. Hat Vera noch mal eine Babypause gemacht, war die Paarung nicht erfolgreich, hat sie den Embryo irgendwann abgestoßen?
Eisbärinnen können es selbst regeln, ob sich ein befruchtetes Ei einnistet und weiterentwickelt. Da der Embryo zu dem Zeitpunkt, an dem sich die werdenden Mütter eine Wurfhöhle suchen, nicht groß ist, sieht man es den Tieren nicht an, ob sie trächtig sind oder nicht. Die Babys sind auch nach der Geburt winzig. Eine Ultraschall-Untersuchung ist bei Eisbären – im Gegensatz etwa zu Delfinen – nicht möglich. Also tappen Pfleger und Tierärzte so lange im Dunkeln, bis die Babys geboren werden. – Im Tiergarten sind Vera (links) und Felix im Aquapark jetzt wieder beide im Freien zu sehen. Der Schieber zwischen ihren Gehegen ist offen. Wenn sie sich mal nicht vertragen, schließen ihn die Pfleger vorübergehend.

Erdmännchen erobern Nürnberger Tiergarten

Sie stehen auf der Beliebtheitsskala in deutschen Tiergärten ganz weit oben: Die Erdmännchen. Ob in den Zoos von Rostock, Köln, Frankfurt oder Leipzig – weit vor Elefanten, Löwen und Affen faszinieren die kleinen Kerle Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Seit heute gibt es auch im Tiergarten Nürnberg eine Erdmännchenanlage. Hier sind die Erdmänner zusammen mit  Fuchsmangusten untergebracht. Die Tiere stammen aus Zoos in vier EU-Nationen: die Fuchsmangusten kamen aus Großbritannien (London) und Belgien (Antwerpen), die Erdmännchen aus den Niederlanden (Emmen) und Deutschland (Leipzig).
Das Erdmännchen (Suricata suricatta) ist eine Säugetierart aus der Familie der Mangusten (Herpestidae). Mit ca. 750 Gramm Lebendgewicht ist es eine der kleinsten Arten, es hat ein hellgraues Fell mit unauffälligen Querstreifen. Erdmännchen leben ursprünglich in Gruppen von vier bis neun Tieren in trockenen Regionen im südlichen Afrika. Auffallend und für Zoobesucher besonders witzig ist ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Oft steht eines der Tiere exponiert auf seinem Wachposten und beobachet mit höchster Aufmerksamkeit, ob sich potenzielle Feinde nähern könnten. Die anderen Erdmänner vertrauen ihrem Wächter vollkommen und fressen, putzen sich oder spielen. Erdmännchen ernähren sich vorwiegend von Insekten. Und: Sie zählen nicht zu den bedrohten Tierarten. Übrigens werden Erdmännchen ab und zu mit den in Nordamerika lebenden Präriehunden verwechselt. Diese sind allerdings Nagetiere und mit den Erdmännchen nicht näher verwandt.
In der Nürnberger Anlage wurde der Lebensraum der Tiere, die Savanne des südlichen Afrikas, detailliert nachgebaut: Gräser, Büsche und Felshöhlen bereichern die Anlage. Damit sich die kleinen Mangusten nicht auf und davon machen, und um eine gute Sicht auf die Tiere freizugeben, wurde eine Gehegeeinzäunung mit sehr eng gesetzten Drähten, ähnlich der Besaitung einer Harfe, gewählt.

Weil Erdmännchen so putzige Tier sind, gab es auch immer wieder interessante Filme über sie : In der BBC-TV-Dokumentation „Die letzten Drachen“ wurde z.B. gezeigt, wie abgerichtete Erdmännchen zum Aufspüren von Schlangen in städtischen Wohnungen eingesetzt werden. Und in der Walt-Disney-Produktion „Der König der Löwen“, einem Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1994, ist eine der Hauptfiguren ein Erdmännchen namens Timon. Gleich um eine komplette Familie von Erdmännchen dreht sich die Handlung im Kinofilm „Wächter der Wüste“ von James Honeyborne aus dem Jahre 2008.

Ich bin gespannt, wie schnell sich die Nürnberger Erdmännchen und Fuchsmangusten zu Publikumslieblingen entwickeln!

Zwei neue Delfine in Nürnberg

Im Delfinarium des Nürnberger Tiergarten schwimmen seit heute zwei neue Delfine: die beiden Bullen Rocco und Kai. Sie kamen  aus dem niederländischen Delfinarium Harderwijk an den Schmausenbuck . Es sind keine Wildfänge, sondern wurden beide in Delfinarien geboren.
Rocco wird demnächst acht Jahre alt und kam in Harderwijk zur Welt. Bereits seine Eltern wurden in Zoos geboren – in England und den USA . Kai kam im  August 2010 ebenfalls in dem holländischen Delfinarium zur Welt und ist der Sohn der Nürnberger Delfindame Nynke, die im September 2008 vom Tiergarten an Harderwijk abgegeben worden war.
Nach acht Stunden Fahrt erreichten Rocco und Kai heute in den frühen Morgenstunden ihren Bestimmungsort Nürnberg. Auf ihrer Reise wurden sie von einem Tierarzt und Tierpflegern betreut. Eine knappe Stunde nach ihrer Ankunft schwammen sie ihre ersten Runden im Becken des Delfinariums und nahmen von einem vertrauten Pfleger aus Harderwijk  schon die erste Mahlzeit an. In den nächsten Tagen werden für die Zoobesucher unterschiedlich viele Delfine in der Lagune zu sehen sein: Alle acht Becken, sowohl im Delfinarium als auch in der Lagune, werden genutzt, um die Tiere aneinander zu gewöhnen.
Mit dem gleichen Spezialtransporter, mit dem Kai und Rocco nach Nürnberg gereist waren, verließ heute früh der kräftige, 22 Jahre alte Delfin Joker den Schmausenbuck in Richtung Harderwijk. Der Austausch wurde durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm bestimmt. Joker ist mittlerweile in Harderwijk angekommen und schwimmt bereits in der Freianlage. Der Große Tümmler war im November 2008 aus dem Heidepark Soltau nach Nürnberg gelangt. Er soll in Harderwijk für Nachwuchs sorgen.  Schon kurz nach seiner Ankunft hat er mit großem Appetit 1,5 Kilogramm Fisch gefressen.

Tiger Cornelius ist tot

Traurige Nachricht aus dem Tiergarten Nürnberg: Cornelius, einer der zwei Sibirischen Tiger, ist völlig überraschend im Alter von sechs Jahren gestorben. Cornelius lebte seit seiner Geburt in Ostrava (Tschechische Republik) mit seinem Bruder Claudius zusammen. Der Tiergarten hatte die beiden Tiger im Mai dieses Jahres aus  dem Zoo Straubing übernommen, weil dort die Raubtieranlage umgebaut wird. Noch ist die Todesursache nicht bekannt. Am Dienstagmittag spielten Cornelius und Claudius, die sich sehr gut verstanden, noch zusammen. Am Nachmittag zog sich Cornelius dann in eine Felsenhöhle im Freigehege zurück. Dann beobachteten Zoobesucher, wie Claudius versuchte, seinen Bruder aus der Höhle herauszuziehen. Weil ihnen das komisch vorkam, meldeten sie die Sache den Tierpflegern. Die riefen die Zootierärzte zu Hilfe.

Nachdem Claudius von den Pflegern ins Raubtierhaus gelockt worden war, beobachteten die Veterinäre Cornelius, so weit das von außerhalb der Höhle möglich war. Sie konnten einen Teil seines Rückens sehen, außerdem eine Vorderpfote. Das Tier bewegte sich über einen längeren Zeitraum nicht. Die Zootierärztin verabreichte dem Tiger per Blasrohrgewehr ein Atemstimulans, doch Cornelius blieb weiter reglos liegen.

Die Tierärzte beschlossen daraufhin, Cornelius in der Freianlage zu untersuchen. Dazu kletterten sie zum Schutz in eine Kiste, die von einem Kranfahrzeug der Feuerwehr in den Tigergraben gehoben wurde. Die Veterinäre gelangten nahe an das Tier, konnten aber nur noch seinen Tod feststellen. Um die Todesursache herauszufinden, nahmen sie Blutproben, ermittelten das Körpergewicht und machten Röntgenaufnahmen. Inzwischen wurde der Kadaver zur Sektion freigegeben, die Erkenntnisse über die Todesursache erbringen soll.

 

 

Moby macht sich stark für Moby

Die Organisation für Tierrechte PETA kämpft bekanntlich weltweit gegen Delfinarien und protestiert seit Jahren auch gegen das Delfinarium des Nürnberger Tiergartens und die Delfinlagune. Jetzt hat PETA einen populären Mitstreiter gefunden, der sich für die Befreiung des ältesten Delfins in der Lagune, den 52-jährigen Moby, stark macht: den US-amerikanischen Musiker und DJ Richard Melville Hall, besser bekannt als Moby. Moby ist nicht nur Musiker und Musikproduzent, er setzt sich auch für Tierrechte ein und lebt vegan.

Der Namensvetter von Delfin Moby hat im Einvernehmen mit PETA einen Brief an den Direktor des Tiergartens, Dag Encke, geschrieben. „Meine Freunde von PETA haben mich darüber informiert, dass in Ihrem Zoo in Nürnberg der 52 Jahre alte Delfin Moby seit nunmehr 40 Jahren eingesperrt ist, aber keinen Ruhestand bekommt“, heißt es darin. Moby war 1971 im Golf von Mexico gefangen worden und gelangte über den Duisburger Zoo in den Tiergarten Nürnberg. Er hat dort mehrfach für Nachwuchs gesorgt.

Der Musiker Moby kritisiert die Haltung von Moby „in engen Betonbecken“ ebenso wie in der „so genannten Lagune“ und wirft dem Zoo vor, dass das Tier trotz seines hohen Alters täglich noch mehrere Delfinshows für die Zoobesucher absolvieren müsse. Am Ende des Briefes appelliert Moby an den Tiergartendirektor: „Sehr geehrter Herr Encke, Delfin Moby verdient einen Ruhestand in Ruhe! Für eine Auswilderung ist er leider zu alt, aber möglicherweise noch fit genug, um in einer abgeschlossenen Meeresbucht zu leben – bitte lassen Sie dies von unabhängigen Experten prüfen und bringen Sie Moby dahin zurück, wo er herkommt – in den Ozean.“

Ich möchte die Aktion hier nicht weiter kommentieren – der Brief enthält keine neuen Argumente. Zum Thema Delfinhaltung in Nürnberg wurde hier im Blog schon heftig diskutiert. Vielleicht gibt der Brief von Moby Anlass zu neuen Diskussionen.

 

"Tiergarten im Wandel der Zeit"

Der Tiergarten Nürnberg feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Im Jahr 1912 wurde der Alte Tiergarten im Luitpoldhain eröffnet. Wegen der Pläne der Nationalsozialisten, in der Gegend rund um den Dutzendteich das Reichsparteitagsgelände zu errichten, musste der Zoo von dort weichen. 1939 wurde der heutige Tiergarten am Schmausenbuck eröffnet.

Wegen des 100-jährigen Jubiläums ist der einmal im Jahr stattfindende „Tag des Tiergartens“, der diesmal am kommenden Sonntag, 25. März, über die Bühne geht, ganz auf diesen Anlass zugeschnitten. Zwischen 9.30 und 15.30 Uhr können sich die Besucher auf eine Zeitreise unter dem Motto „Tiergarten im Wandel der Zeit“ begeben. Einen Plan mit dem genauen Tagesprogramm erhält man an der Zookasse.

An vielen Stationen informieren Tiergartenmitarbeiter über die Entwicklung, die der Tiergarten genommen hat. Etwa, wie sich Tierhaltung einst und heute unterscheiden, welche Grundsätze der Tiergärtnerei früher im Zoo berücksichtigt wurden und wie sie sich verändert haben. Im Betriebshof des Tiergartens geht es um Tierfutter und um die Frage, wo der Tiergarten das viele Heu für die Tiere herbekommt.

Die Besucher erfahren an diesem Tag zum Beispiel auch Wissenswertes über die Geschichte der Dickhäuter- oder der Menschenaffenhaltung. Sie können bei der Raubtierfütterung dabei sein und bekommen Interessantes über den Speiseplan der Großkatzen vermittelt. In der Tierarztpraxis geben die Zootierärzte Einblick in die Entwicklung der Zoo-Tiermedizin. Tierpfleger informieren über die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Beschäftigung von Zootieren. Am Ponygehege heißt es „Geschichte(n) der Zooschule – Lernen im Zoo.“ Viele Stationen laden zum Mitmachen, zu Ratespielen oder zum Basteln ein. Wer sich selbst für den Tiergarten engagieren möchte, bekommt verschiedene Möglichkeiten dazu aufgezeigt: Zum Beispiel über eine Mitgliedschaft beim Verein der Tiergartenfreunde oder eine Tierpatenschaft.

Kurzum: ein Tag, an dem man eine Menge über den Tiergarten, eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen in der Metropolregion Nürnberg, lernen kann.