Ab sofort fünf Delfine in der Lagune

Auch wenn Tierschutzaktivisten wie das Wal- und Delfinschtz-Forum WDSF nach wie vor gegen die Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten protestieren: Die vier Delfine Moby, Noah, Sunny und Jenny sind aus ihrem Winterquartier im alten Delfinarium in die Außenbecken der Lagune zurückgekehrt und schwimmen in den Wasserbecken. Die Wassertemperatur beträgt dort konstant 16 bis 17 Grad Celsius, und auch die Lufttemperaturen sind nach Ansicht der Tiergartenleitung ausreichend, um die Tiere wieder ohne Risiko in der Freiluftanlage halten zu können.

Seit gestern ist zu der Vierergruppe der Nürnberger Delfine ein fünfter Großer Tümmler dazugekommen: Das Nürnberger Delfinweibchen Anke ist aus Harderwijk in den Niederlanden zurückgekehrt. Dorthin war Anke während des Baus der Lagune ausquartiert worden. In Holland konnte sie sich schon an die Freilufthaltung gewöhnen, denn auch in Harderwijk gibt es eine Lagune für die Delfine. Anke ist vermutlich 1983 geboren, stammt aus Florida und lebte bis 1990 im Delfinarium in Münster. Von dort kam sie am 28. Dezember 1990 in den Nürnberger Tiergarten.

Anke wurde am Sonntagabend in Harderwijk in einen Spezialtransporter geladen. Während der zehnstündigen Fahrt wurde sie von der Nürnberger Zootierärztin Katrin Baumgartner und Tierpflegern begleitet. Die Veterinärin überwachte beim Transport Körpertemperatur und Atemfrequenz des Delfinweibchens und berichtete, Anke sei die ganze Zeit ruhig und entspannt geblieben.

In Nürnberg hat Anke sofort wieder Anschluss an ihre frühere Gruppe gefunden, die Kontaktaufnahme zu den einzelnen Tieren sei reibungslos über die Bühne gegangen, berichtet die Tiergartenleitung. Anke schwimmt seit heute früh wieder Seite an Seite mit Noah, Moby, Sunny und Jenny. Auch bei den Präsentationen für die Zoobesucher kann sie von Anfang an wieder mitmachen, denn Anke hat nichts aus ihrem früheren Training verlernt. Da auch die anderen vier Delfine nur dann bei diesen Vorführungen mitmachen, wenn sie Lust dazu haben, kann sich auch Anke einklinken oder ausklinken, wann sie es möchte.

Nun sind noch die zwei Delfinweibchen Nynke und Naomi aus der ursprünglichen Nürnberger Gruppe in Harderwijk. Nynke hat ein eineinhalbjähriges Baby, das sie bis zum Alter von etwa drei Jahren großziehen wird, und Naomi ist derzeit trächtig. Die beiden Delfinweibchen bleiben also vorläufig in den Niederlanden. Anke hatte im Oktober letzten Jahres ebenfalls ein Jungtier geboren, das aber nur wenige Stunden lebte; offenbar handelte es sich um eine Frühgeburt.

Knut als Klettergerät

Wir Nürnberger hatten unsere Flocke und haben Knut immer skeptisch gegenübergestanden. Viel zu viel Aufhebens haben sie um den Berliner Eisbären gemacht –  genauso wie um seinen Pfleger Thomas Dörflein. Unserer mittelfränkischen Mentalität entspricht das gar nicht, und so hat man im Nürnberger Tiergarten das Eisbären-Rührstück um Flocke auch zurückhaltender gehandhabt als die Berliner ihres um Knut.  Das hat sich allerdings auch bei der Vermarktung des süßen Tierbabys bemerkbar gemacht: Von den Millionen, die der Berliner Zoo mit Knut eingefahren hat, kann der Tiergarten nur träumen.

Doch Knut und Thomas Dörflein sind mittlerweile tot, während unsere Flocke noch lebt – wenn auch nicht am Schmausenbuck, sondern im fernen Antibes an der Côte d´Azur -, und alle vier Ziehmütter und -väter von Flocke erfreuen sich ebenfalls bester Gesundheit. Wir hatten in Nürnberg inzwischen sogar wieder Eisbärennachwuchs, der aber, weil er auf natürliche Weise von seiner Mutter großgezogen wurde, kein großes überregionales Interesse bei den Medien gefunden hat.

In Berlin aber geht der Knut-Hype weiter. Zunächst stritt man sich darüber, ob der eisbärige Superstar ausgestopft werden sollte oder nicht,  nun hat man sich endlich auf ein Denkmal für Knut geeinigt. Und da kommt wieder Nürnberg ins Spiel – zwar nicht der Tiergarten oder seine Eisbären, aber ein in Nürnberg lebender Künstler:  der Bildhauer Josef Tabachnyk. Für alle Nürnberger unter meinen Lesern: Von diesem Künstler stammt zum Beispiel auch die Willy-Brandt-Skulptur auf dem gleichnamigen Platz in Nürnberg. Heute hat Tabachnyk das Modell für das Knut-Denkmal in die Kameras halten dürfen. Es zeigt einen schlafenden kleinen Eisbären auf einem Felsen. Im Sommer soll die Bronzeskulptur am Bärenfelsen im Berliner Zoo aufgestellt werden. Laut Zoodirektion soll das Denkmal nicht dem Totengedenken dienen, sondern eine Art Spielgerät für Kinder werden, die darauf herumklettern dürfen. Immerhin 15 000 Euro wird das Ding kosten; dem Zoo-Förderverein fehlen derzeit noch 5000 Euro dafür.

 

 

"Unser Madla" wird heute vier

Der Dezember ist der Monat der Eisbären-Geburtstage. Da kleine Eisbären auf der ganzen Welt in diesen Wochen geboren werden, feiern jetzt auchg diverse Zoos ihre Polarbären. Im Zoo Berlin versammelten sich zu Knuts Geburtstag am 5. Dezember Fans des tierischen Mega-Stars, um seiner zu gedenken; bekanntlich ist Knut im vergangenen Frühjahr gestorben. In Wuppertal wird Lars (der Vater von Knut) am 12. Dezember 18 Jahre alt. Heute stehen dort die „Eisbärfreunde“ am Eisbärengehege und verkaufen Fan-Artikel von der Postkarte bis zum Kerzenständer.

Und was macht der Tiergarten Nürnberg mit seinen Eisbärengeburtstagen? – Nichts! Tiere sollen nicht vermenschlicht werden, daher gibt es auch keine Geburtstagsparty, so ist dort die Meinung der Zooleitung. Ich finde das im Prinzip richtig. Aber so ganz totschweigen möchte ich ein paar Daten in meinem Blog trotzdem nicht. Also: Am 2. Dezember sind die Zwillinge Gregor und Aleut am Schmausenbuck ein Jahr alt geworden – ohne Rummel in der Öffentlichkeit. Und heute ist ein besonderer Tag: Flocke wird vier Jahre alt, die Eisbärin, die ich von Anfang an mit der NZ und meinem Blog begleiten durfte. Einen Brief wie zum ersten Geburtstag schreibe ich ihr nicht mehr, aber ein paar Worte möchte ich doch über sie verlieren.

Auch wenn unser fränkischer Eisbär-Superstar Flogge seine Heimat längst verlassen hat und mittlerweile im „Marineland“ von Antibes an der Côte d´Azur lebt – wir haben „unser Madla“ nicht vergessen. Einige Flocke-Fans vermissen die junge Bärendame so sehr, dass sie ihr regelmäßig einen Besuch abstatten. Zu diesen Leuten gehört Petra Fritz, eine der beiden „Ziehmütter“, die Flocke als Baby hochgepäppelt haben, nachdem man sie von ihrer Mutter Vera hatte trennen müssen. Zweimal im Jahr versucht Petra Fritz, nach Südfrankreich zu reisen, um zu sehen, was aus ihrem Ziehkind geworden ist. Ich habe mich mit ihr unterhalten, und sie hat mir freundlicherweise die beiden Fotos für diesen Blog-Beitrag zur Verfügung gestellt, die beim letzten Mal entstanden sind. Das Bild unten zeigt Flocke in der künstlichen Eishöhle, die zur großzügigen Eisbärenanlage in Antibes gehört.
Die Tierpflegerin freut sich, dass Flocke sie immer noch erkennt – an der Stimme und auch am Geruch – und auf sie reagiert. Inzwischen hat Petra Fritz den schlimmsten Trennungsschmerz überwunden, und sie kann sich darüber freuen, dass es ihrem einstigen Zögling auch weit weg vom Schmausenbuck so gut geht.

Dass Flocke mittlerweile ein flotter Teenager ist, scheint nicht nur die Pflegerin zu finden, sondern auch Rasputin, der Spielgefährte von Flocke, der mit ihr zusammen nach Südfrankreich gezogen ist. Im vergangenen Frühjahr hat der gleichaltrige Eisbär – laut Petra Fritz „ein cooler Typ“ – mehrmals Anstalten gemacht, Flocke zu decken. Aber die war nur genervt. Deshalb hat man die zwei für einige Zeit voneinander getrennt und sie auch mal das Gehege tauschen lassen. Inzwischen sind beide wieder relaxt.

Petra Fritz könnte sich vorstellen, dass Flocke im nächsten Frühling schon anders auf Rasputins Annäherungsversuche reagiert. Dann ist die Bärin fast viereinhalb Jahre alt – genauso alt wie Vera, als sie zum ersten Mal von Felix gedeckt wurde und daraufhin mit Flocke trächtig war. In Antibes wäre man in jedem Fall froh, wenn es zu einer erfolgreichen Eisbärenzucht käme. Das „Marineland“ dort ist weit und breit der einzige Zoo, der mit der Sensation Eisbären aufwarten kann.

Flocke und Rasputin sind die ersten Vertreter ihrer Art in Südfrankreich und wurden in der Werbung für den Zoopark entsprechend angepriesen. Große Schilder mit der Aufschrift „Nouveauté: Ours polaires“ säumten im vergangenen Jahr die Straßen an der Côte d’Azur. Am Eisbärengehege im „Marineland“ steht eine Informationstafel, auf der Eisbären als Botschafter für den Klimaschutz ausgerufen werden. Dort heißt es auch, dass Flocke und Rasputin eines Tages hoffentlich für Eisbärenbabys sorgen werden. Als die neue Anlage für Flocke und Rasputin gebaut wurde, hat man gleich ein großzügiges Mutter-Kind-Abteil mit eingerichtet.
Bisher ist Flocke allerdings eher in ihren Tierpfleger Bruce verliebt, erzählt Petra Fritz lachend: „Wenn sie mit dem Schwanz wedeln könnte, würde sie das tun, immer wenn er in ihre Nähe kommt.“

Das Problem mit der reinen Rasse

Im Nürnberger Tiergarten gibt es einen traurigen Todesfall: die elfjährige Sibirische Tigerin Sigena ist tot – eingeschläfert, weil sie wegen mehrerer Tumore unter unsäglichen Schmerzen litt.

Aha: Raubkatze hat Krebs – bestimmt hat sie die Pille bekommen. So oder ähnlich werden jetzt manche denken. Das ist aber bei Sigena nicht richtig. Sie hat insgesamt acht Babys erfolgreich aufgezogen (fünf in Nürnberg, drei in Hoyerswerda). Vor ein paar Monaten wurde ihr zur Empfängnisverhütung zwar ein Hormon-Implantat eingesetzt, das ist richtig. Doch der erste Tumor wurde schon vorher bei einer Untersuchung entdeckt. Er hat in mehreren Organen Metastasen gebildet, und nun wollten die Zooverantwortlichen das Tier nicht länger leiden lassen.

Traurig ist das Ganze aber auch für Sigenas Partner Jantar. Er kriegt nämlich keine neue Partnerin mehr, obwohl er erst zwölf Jahre alt ist und eine Lebenserwartung zwischen 15 und 20 Jahren hat. Jantar könnte also noch, und er würde sicher auch wollen – allein, er darf nicht. Und warum? Weil seine Reinrassigkeit nicht erwiesen ist. Die wird derzeit im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP untersucht. Laut Zooleitung besteht ein minimales Risiko, dass bei Jantars Vorfahren irgendwo eine andere Tiger-Unterart sozusagen reingespuckt hat. Jantar kam aus Rhenen (Niederlande) nach Nürnberg.

Ist Jantar reinrassig, kann der Tiergarten auf Partnersuche für ihn gehen. Wenn nicht, bleibt er Witwer. Denn züchten dürfen Zoos nur mit reinrassigen Tigern, um die Art mit ihren besonderen Merkmalen zu erhalten. Sibirische Tiger gelten als vom Aussterben bedroht; in freier Wildbahn gibt es nur noch rund 500 Exemplare dieser Unterart. Vor drei Jahren war der Zoo Magdeburg ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil ein Tierarzt und zwei Pfleger drei Tigerbabys getötet hatten, die nicht reinrassig waren. Ich hatte in meinem Blog mehrmals darüber berichtet.

 

Salomon macht Kunstalgen den Garaus

„Seelöwen fraßen Delfinen die Algen weg“, meldete die in ihrer heutigen Online-Ausgabe. Daraufhin haben gleich einige Leser beim Tiergarten Nürnberg angerufen und sich erkundigt, ob sie helfen könnten. Ein Mann hat sogar Algen aus seinem Swimmingpool angeboten. Doch so einfach ist die Sache nicht – und zwar aus mehreren Gründen.
Die Kelpalgen, um die es sich handelt, sind nämlich künstliche Wasserpflanzen. Der Tiergarten hat sie von einer dänischen Spezialfirma bezogen, die auch den Zoo von Bristol in Südengland beliefert. Dort ist die 1999 eröffnete Anlage für Seelöwen und Pinguine eine der Hauptattraktionen. Nach den guten Erfahrungen mit diesem Kelp in Bristol hat sich die Leitung des Tiergartens entschieden, ihn  auch für die Lagune in Nürnberg zu bestellten. Er wurde im Frühjahr von Tauchern im Boden der Lagune befestigt (wie auf diesem Foto von Mathias Orgeldinger zu sehen). Echter Kelp, der nur in Salzwasser und nur in Uferzonen von Meeren in gemäßigten Breiten gedeiht, ist unter künstlichen Bedingungen schwierig zu halten. Und kaum jemand dürfte in der Lage sein, die synthetischen Gewächse von natürlichen zu unterscheiden.
Die Unterwasserdekoration aus Kelpwald und Felsen in der Lagune soll den Großen Tümmlern und Seelöwen eine optische Abwechslung bieten, aber auch den Zoobesuchern, die durch die große Panoramascheibe in die Becken schauen. Eine Zeitlang gab es kein Problem damit, doch dann entdeckte vor etwa einer Woche Seelöwe Salomon seinen Spieltrieb. Er ist mit zwei Jahren ein echter Flegel und – obwohl noch nicht einmal in der Pubertät – ziemlich rabiat. Der Kelp war nicht mehr sicher vor Salomon, der nicht etwa nur ein bisschen daran herumspielte. Nein, er leistete ganze Arbeit, beutelte die mit viel Aufwand installierten Pflanzen und riss sie teilweise ganz heraus. Wer weiß – vielleicht lehnt er Plastikpflanzen ab oder findet sie kitschig?
Salomon war offenbar nicht der alleinige Übeltäter. Er dürfte zumindest einen Komplizen gehabt haben. Sollten die beiden beim Anknabbern etwas vom Kunst-Kelp verschluckt haben, scheint es ihnen jedenfalls nicht geschadet zu haben: Die achtköpfige Seelöwen-Truppe in der Lagune ist wohlauf. Trotzdem wurde der gesamte Kelp entfernt – „vorsichtshalber“, wie es seitens der Zooleitung heißt. Salomons Verbiss hatte also (den gewünschten?) Erfolg.

Sind Sie ein Fledermaus-Fan?

Fledermäuse sind für mich faszinierende Tiere. Manchmal im Sommer, wenn ich spätabends auf dem Balkon sitze, fliegt eine ganz haarscharf an mir vorbei. Leider – denn beobachten kann man sie so natürlich nicht.  Aber wenn man das unbedingt möchte, hat man dazu beispielsweise im Tiergarten Nürnberg im neuen Manatihaus Gelegenheit: Dort leben Blütenfledermäuse; allerdings kommt diese Art in freier Natur nicht bei uns vor, sondern auf dem amerikanischen Kontinent. Was da nachts auf dem Balkon an mir oder Ihnen/Euch vorbeischwirrt, sind Tiere, die einer anderen Fledermausgruppe angehören.

Wer heimische Fledermäuse gerne anlocken möchte, um ihnen vielleicht ein wenig länger als den kurzen Moment des Vorbeiflugs näher zu sein, kann seinen Garten so für die Tiere herrichten, dass sie sich gern dort niederlassen. Das bringt auch ökologisch gesehen eine Menge Vorteile. Fledermäuse verdrücken massenweise Insekten – 1000 bis 3000  pro Nacht, das  macht ungefähr ein Drittel ihres eigenen Körpergewichts aus. Und Fledermaus-Kot eignet sich hervorragend als Gartendünger. Man kann ihn übrigens ganz leicht erkennen: kleine Kügelchen, sie liegen oft auf einem Haufen.

Und so macht man es Fledermäusen im eigenen Garten richtig gemütlich: Man pflanzt Brennesseln oder lässt diejenigen, die dort sowieso schon wachsen, einfach stehen. Aber auch andere Blütenpflanzen eignen sich, zum Beispiel Hasel, Himbeere, Brombeere, Apfel- oder Zwetschgenbaum, Weißdorn oder Schlehe. Wegen der Insekten ist es nur wichtig, dass es heimische Pflanzen sind – mit einer Ausnahme: dem Schmetterlingsstrauch (Buddleja). Der stammt zwar aus Asien, zieht aber so viele Schmetterlinge an, dass sich Fledermäuse wie im Schlaraffenland fühlen. Die Jäger der Nacht lieben auch Gartenteiche, an denen ebenfalls besonders viele Insekten beheimatet sind.

Echte Fledermaus-Fans können noch mehr tun: Ein „Fledermausbeet“ im Garten mit Pflanzen, die nachts ihre Blüten öffnen und stark duften, ist das wahre Paradies für Batman & Co. Zu diesen Pflanzen gehören etwa Goldlack, Abendduft-Leimkraut, Rote Lichtnelke, aber auch Wilder Majoran, Minze, Holunder oder Salbei.

Und dann gibt es natürlich auch noch Nisthilfen für Fledermäuse. Im Gegensatz zu denen für Vögel befindet sich das Einflugsloch unten. So können die Tiere in dem Nistkasten kopfüber an der Decke hängen. Es gibt unterschiedliche Modelle von Nisthilfen, die eher für Bäume oder Hauswände geeignet sind.

 

 

 

Umzug bei Familie Seekuh und Seelöwe

Die Eröffnung von Delfinlagune und Manatihaus im Nürnberger Tiergarten rückt unweigerlich näher. Ab 30. Juli ist die neue Anlage für die Besucher zugänglich. Nach und nach ziehen auch die künftigen Bewohner in ihr neues Zuhause um.
Auch für die Mitarbeiter des Zoos am Schmausenbuck ist das eine logistische und organisatorische Herausforderung. Außer den Delfinen selbst müssen sie acht kalifornische Seelöwen und drei Seekühe in die Delfinlagune bzw.ins Manatihaus umsiedeln. Trotzdem gingen die beiden Umzüge jetzt glatt über die Bühne.
Die Seelöwen – neugierig, wie sie nun mal sind – haben nach einem kurzen Aufenthalt im „Kinderbereich“ gleich ihr neues Becken erkundet. Bei den Seelöwen handelt es sich um sechs Weibchen – Ella, Tiffy, Soda, Foster, Hazel, Blue – und zwei junge männliche Seelöwen, nämlich Salomon und Scott. Salomon soll – wenn er nächstes Jahr geschlechtsreif wird – die Rolle des Haremschefs im Aquapark des Tiergartens übernehmen. Er wird also, wenn es klappt, Nachfolger des langjährigen Haremsführers Patrick, der kürzlich gestorben ist, wie meine Kollegin Jule hier berichtet hat.

Die drei Seekühe Mara, Zorro und Herbert haben es – ihrer behäbigen Natur gemäß – in ihrem neuen Zuhause etwas langsamer angehen lassen (auf dem Foto ist der Transport von Mara zu sehen). Ruhig haben sie sich erst einmal in ihrem Becken im neuen Manatihaus umgeschaut. Ob sie die üppige, tropische Pflanzenpracht in ihrer neuen Umgebung wohl wahrnehmen? Oder ist ihnen diese prachtvolle „Inneneinrichtung“ im neuen Quartier schnurzegal – nach dem Motto: Hauptsache, es gibt regelmäßig was zu fressen? – Sei´s drum, jedenfalls haben sich die drei Manatis gleich gut mit ihren neuen Mitbewohnern vertragen, mit denen sie künftig in einer „Wohngemeinschaft“ zusammenleben: Perlmutt-Barsche, Schilderwelse und Pacu-Fische.

Einfach süß: Mayotte-Maki-Baby

Zugegeben: Ich wusste auch nicht, warum diese Tiere „Mayotte-Makis“ heißen. Gut, dass Makis Halbaffen sind und zu den Lemuren gehören, das war mir schon klar. Aber was bedeutet „Mayotte“? – Seit ich heute im Nürnberger Tiergarten den Nachwuchs der Mayotte-Makis bewundern durfte, kann ich die Frage beantworten: Mayotte ist eine Inselgruppe vor Madagaskar. Die Mayotte-Makis kommen in freier Wildbahn ausschließlich auf diesen Inseln vor und haben daher ihren Namen.

Im Nürnberger Tiergarten gibt es zum ersten Mal Nachwuchs bei den Mayotte-Makis. Die Tierart wird seit 1999 in Nürnberg gehalten, damals hat der Zoo eine vierköpfige Gruppe aus Beauval in Frankreich übernommen. Doch die vier waren untereinander verwandt, und so blieb die Vermehrung aus. Halbaffen, die zu den Primaten gehören, entwickeln bei verwandten Tieren eine natürliche Inzucht-Sperre. Deshalb holte man einen zusätzlichen Mayotte-Maki-Mann aus dem französischen Zoo Asson. Seine Pfleger nennen ihn Kiki. Und nachdem es zwischen Kiki und der Maki-Dame Paka gefunkt hatte, kam im April ihr erstes Baby zur Welt.

Das Maki-Gehege befindet sich direkt am Menschenaffenhaus, aber man muss ein bisschen Geduld mitbringen, wenn man das Kleine (Geschlecht noch unbekannt) beobachten will. Seine Mutter Paka trägt es huckepack auf dem Rücken und turnt so mit einem sprichwörtlichen Affenzahn durch die Anlage. Paka ist derzeit etwas gereizt und duldet nur Kiki, den Vater des Babys, in ihrer Nähe. Manchmal muss sich auch Kiki um das Kleine kümmern. Paka säugt ihr Baby noch. Aber Makis sind spätestens im Alter von einem halben Jahr selbstständig. Schon jetzt knabbert das Junge an Blättern und Gräsern. Auch Leckerbissen wie Rosinen, Weintrauben und Bananenstückchen, mit denen Paka und das Kleine für die Fotografen und Kameraleute angelockt wurden, lässt sich der kleine Halbaffe schon schmecken.

Der Bestand der Mayotte-Makis in freier Wildbahn ist glücklicherweise nicht gefährdet. Doch der Mensch hat es geschafft, ein Drittel der auf Madagaskar vorkommenden Lemurenarten auszurotten. Selbst fast alle übriggebliebenen Arten stehen auf der Liste der bedrohten Tiere. Denn der Mensch zerstört nach wie vor ihren natürlichen Lebensraum.

 

So wild sind wilde Meerschweinchen

Meerschweinchen, wie man sie bei uns als Haustier hält, kennt jeder. Manch einer mag die Nase rümpfen und diese Tiere etwas langweilig finden.

Interessanter sind da schon die wilden Verwandten der Hausmeerschweinchen. Sie leben in wunderbaren Landschaften in Südamerika. Dazu hätte ich hier einen interessanten Veranstaltungstipp für alle Blog-Leser im Großraum Nürnberg: Björn Jordan vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg ist auf den Spuren wilder Meerschweinchen sieben Wochen durch Argentinien, Uruguay und Brasilien gereist. Er hat einen unterhaltsamen Reisebericht zusammengestellt, auf den sich Tierfreunde in Nürnberg jetzt freuen können. Am Donnerstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr fasst Jordan seine Eindrücke im Naturkundehaus des Nürnberger Tiergartens zusammen (Eintritt frei).

Die eigentliche Urform der Wildmeerschweinchen kommt in den Anden vor. Björn Jordan hat aber auch andere Verwandte der kleinen Nagetiere vor die Kamera bekommen. So zum Beispiel das Felsenmeerschweinchen, das auf seinem Foto oben zu sehen ist – sogar mit Jungtier; diese Art kann unglaublich gut auf Bäume und Felsen klettern. Oder das Capybara, das größte Nagetier der Welt, das sich perfekt an ein Leben im und am Wasser angepasst hat.

Delfinhaltung soll transparenter werden

Im Vorfeld der Eröffnung der Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof heute ein interessantes Urteil gefällt: Der Tiergarten muss Kritikern der Delfinhaltung in Zoos Auskunft über seine Haltung von Großen Tümmlern geben. Bisher waren Unterlagen zu diesem Thema als vertraulich eingestuft worden, nun muss der Zoo Einsicht in entsprechende Dokumente gewähren.

Geklagt hatte das Wal- und Delfinschutzforum WDCS, das auch in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Ansbach schon Recht bekommen hatte. Die WDCS-Vertreter glauben, in den Unterlagen Hinweise auf mögliche Todesursachen von Delfinen und Delfinbabys im Tiergarten zu finden. Der Verband kritisiert seit Jahren die Delfinhaltung im Tiergarten und lehnt auch den Bau der Delfinlagune ab.

Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass die Unterlagen über die Delfinhaltung eine Umweltinformation seien und bezogen sich damit auf das geltende Umweltinformationsgesetz. Die Dokumente dürften einer interssierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.

Übrigens hat jetzt auch der „Spiegel“ das Thema Delfinlagune für sich entdeckt. Das Magazin, das vor einigen Jahren Nürnberg als „langweiligste Großstadt Deutschlands“ abtat, kritisiert in seiner online-Version die Lagune als „kompletten Unfug“ .