Guter Start ins Tiergarten-Jahr

Das Jahr im Nürnberger Tiergarten geht gut los: Am 13. Januar kamen dort erstmals seit neun Jahren wieder Mähnenwolf-Babys zur Welt. Die Besucher konnten sie allerdings bisher nicht sehen, denn während der ersten Lebenswochen hat sich der Nachwuchs noch meist im Stall aufgehalten. Seit einiger Zeit trägt die Mutter aber immer wieder ihre Babys raus an die frische Luft. Der Vater hilfte bei Mähnenwölfen übrigens vorbildlich bei der Aufzucht mit. Vor einigen Tagen lernten die beiden Jungtiere, aus eigener Kraft zu laufen. Ihre Eltern sind „Chaco“, der aus dem polnischen Zoo Gdansk (Danzig) nach Nürnberg kam, und „Mesue“, die aus dem tschechischen Zoo Hodonin stammt. Ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist, weiß man noch nicht.

In freier Wildbahn wurden Mähnenwölfe  von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdet“ eingestuft. Sie ernähren sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren: Auf ihrem Speiseplan stehen beispielsweise Meerschweinchen und Mäuse, Wurzeln, viele Früchte und vor allem der Wolfsapfel, eine Kartoffelart, die in den Pampas wächst.

Die drei kleinen Schweinchen – ganz ohne Wolf!

Na, wenn die keinen Knuddel-Faktor haben: Minischweine bereichern ab sofort als neue Art den Kinderzoo des Tiergartens Nürnberg: ein Eber und zwei Sauen. Im Alter von sieben beziehungsweise fünf Monaten bringen sie gerade mal knapp Kilogramm auf die Waage. In Nürnberg sind sie schon im vergangenen Spätherbst eingetroffen. Zuerst mussten sie aber in die Quarantänestation, die sich außerhalb des Tiergartens – auf Gut Mittelbüg bei Schwaig – befindet. Jetzt durften die Schweinchen in den Haustierstall im Tiergarten umziehen. Oft werden diese Tiere als „Minipigs“ oder „Teacup pigs“ bezeichnet. Feste Rassestandards existieren bei diesen Tieren nicht. Die Neulinge im Tiergarten stammen von einer Privatzüchterin, es handelt sich um Forsthofer Minipigs. Die wurden zunächst aus afrikanischen und asiatischen Zwergwildschweinen gezüchtet, später kamen kleine weiße Laborschweine und kleine bunte Wiesenauer Minischweine in die Zucht mit hinein. Die Tiere haben eine Schulterhöhe von nur 30 Zentimetern und werden höchstens zwölf Kilo schwer. Es gibt sie in Rosa, Dunkelgrau und in gescheckter Ausgabe. Ich glaube, die Mini-Säue und -Eber werden ein echter Knüller im Kinderzoo, denn ich erinnere mich noch gut an den riesigen Hype um den Erfolgsfilm mit Schweinchen Babe. Und als „Wolf“ muss ich natürlich auch an „Fiedler“, „Pfeifer“ und „Schweinchen Schlau“ aus dem Walt-Disney-Film denken, in dem das alte englische Märchen leicht variiert wurde. Gefiel mir persönlich viel, viel besser als „Babe“!

Zootiere werden älter, die zweite!

Über die Studie, dass Zootiere älter werden als ihre Artgenossen in der Wildnis, habe ich hier ja schon geschrieben, als sie gerade erschienen war. Nun habe ich aber im Tiergarten Nürnberg nachgefragt, was man daraus  für die Zooarbeit herausziehen kann. „Wir fühlen uns bestätigt, nehmen die Studie aber auch als Ansporn, unsere Tierhaltung noch weiter zu verbessern“, sagt der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau. Das Foto von Dieter Wegener zeigt den Silberrücken Fritz. Er ist zwar noch ein Wildfang (1963 aus Kamerun), hat aber fast sein ganzes Leben im Zoo verbracht – seit 1970 im Nürnberger Tiergarten. Mittlerweile hat er fast 54 Jahre auf dem Buckel.

Die Verfasser der Studie haben herausgefunden, dass 84 Prozent der über 50 untersuchten Säugetierarten in zoologischen Gärten ein höheres Alter erreichen als in freier Natur. Lange Zeit war es schwierig, die Geburts- und Todesdaten von Tieren in der Wildbahn zu bestimmen. Inzwischen haben Wissenschaftler jedoch genügend statistisches Material darüber gesammelt, um einen Vergleich in Sachen Lebensdauer zwischen ihnen und Zoobewohnern derselben Art ziehen zu können.

Auffallend ist: Arten mit schnellem Lebensrhythmus – das heißt etwa: frühe Geschlechtsreife, starke Vermehrung und viele Stressfaktoren – werden im Zoo deutlich älter als Wildtiere derselben Art. Dagegen ist bei Tieren, die „von Natur aus“ eine höhere Lebenserwartung haben, sich erst später und weniger stark vermehren sowie eine längere Tragezeit haben, der Unterschied zwischen der Lebenserwartung im Zoo und in Freiheit eher gering. An Beispielen erklärt: Primaten werden im Zoo sehr alt und können im Freiland sogar noch älter werden. Dasselbe gilt für Flusspferde und Elefanten; vor allem Elefantenkühe scheinen – altersmäßig betrachtet – kaum Vorteile von einer Haltung in Menschenobhut zu haben. Kaninchen oder Wallabys hingegen besitzen in Zoos wesentlich mehr Aussichten, zum Methusalem zu reifen, als draußen in der Natur.

Einen Schluss erlaubt die Studie übrigens nicht: Dass es Zootieren besser geht als Tieren in freier Natur, wie Helmut Mägdefrau sofort einräumt: „Das Empfinden von Tieren ist nach wie vor für uns Menschen nicht messbar.“ Ob Tiere die Zoohaltung als Einschränkung oder gar als Gefangenschaft interpretieren, weiß niemand. Doch er weist gleichzeitig auf etwas anderes hin: Das Ergebnis der Untersuchung fiele noch eindeutiger zugunsten von Zootieren aus, wenn deren Todesursache in jedem Fall mit in die Rechnung einfließen würde: „Die Verfütterung von Zootieren wurde dabei nicht erfasst.“ So sei die Altersgrenze etwa bei manchen Antilopenarten in Zoos nicht genau zu ermitteln, denn als Futtertiere sterben sie meist nicht eines natürlichen Todes, sondern werden abgeschossen.
Dann gibt es wiederum Tierarten, bei denen das Ergebnis der Studie für Laien erstaunlich, aber für Fachleute durchaus erklärbar ist. Rehe zum Beispiel werden in Zoos nicht alt. „Die sind äußerst schwer zu halten, weil sie eben das Durchstreifen von Waldgebieten brauchen und mal da, mal dort an einem Ast knabbern wollen. Das können wir ihnen nicht bieten“, sagt der stellvertretende Tiergartenchef. Notfalls heißt das dann für einen Zoo auch, die Haltung einer bestimmten Art aufzugeben.

Erkenntnisse, die man dabei erlangt, können auch dem Schutz der Tiere in freier Wildbahn zugute kommen. Gerade bei Wiederansiedlungsprojekten für bedrohte Arten wie die Przewalskipferde habe sich gezeigt, dass der ursprüngliche Lebensraum für die Erhaltung der Art gar nicht ideal ist. Das liegt vor allem am Menschen, der diese Gegenden für die betreffenden Tiere einfach zu stark verändert hat. „Viele Tierarten überleben heute nur noch im Kulturland“, sagt Mägdefrau. Die Forscher haben noch eine weitere Erkenntnis gewonnen, welche die Lebenserwartung der Tiere beeinflussen kann: Die Tatsache, ob es sich um Fleisch- oder Pflanzenfresser handelt. Fleischfresser leben demnach im Zoo länger, zeigen aber auch eher Verhaltensauffälligkeiten als in der Natur.
Helmut Mägdefrau zieht aus der Untersuchung folgenden Schluss: „Wenn die Lebenserwartung im Zoo nicht höher ist als im Freiland, ist was faul. Dann muss die Haltung verändert werden.“ Heutzutage hätten die Zoos da einen großen Vorteil: „Sie sind gut miteinander vernetzt und können Informationen schnell und leicht weitergeben. Es ist nicht mehr so wie früher, als noch jeder vor sich hingewurstelt hat.“ Und das kommt schließlich den Tieren am meisten zugute.

Typisch halbstark: Aldan

Anatevka – die Älteren werden sich noch an das vor vielen Jahren äußerst populäre Musical dieses Namens erinnern  – heißt das junge Buntmarderweibchen im Nürnberger Tiergarten, das im vergangenen Jahr seine Eltern Gorbi und Alisa verloren hat, wie ich vor ein paar Tagen schon im Beitrag über das vergangene Tiergarten-Jahr  geschrieben habe. Alisa starb im November 2016 an einem Tumor, Gorbi im Mai an Altersschwäche.

Nun ist die knapp zweijährige Anatevka nicht mehr allein im großen Gehege gegenüber dem Raubtierhaus: Aldan aus dem Tierpark Berlin ist ihr neuer Partner, er kam am 13. Januar an den Schmausenbuck. Gestern hat man sie zum ersten Mal zusammengelassen. Wer sich ein wenig Zeit am Gehege von Anatevka und Aldan nimmt, kann immer wieder die für Marder typischen Rufe der beiden hören. Die Tiere stoßen sie aus, um untereinander Kontakt aufzunehmen. Mit Erfolg, wie das Foto zeigt. Aldan wird Ende März ein Jahr alt – und er benimmt sich wie ein echter Halbstarker. Im Pressetext des Tiergartens heißt es: „Anatevka und Aldan verstanden sich vom ersten Moment an sehr gut. Sie spielen zusammen und jagen sich über die Tieranlage.“ Die beiden sollen das neue Zuchtpaar werden. Allerdings: Die Geschlechtsreife erreichen Buntmarder erst im zweiten Lebensjahr. Also dürfte es sich bei Aldan noch mehr um spielerische Annäherungsversuche handeln. Auf dem Foto ist übrigens nicht er derjenige, der in der „typisch männlichen“ Position zu sehen ist, sondern Anatevka. Buntmarderweibchen sind halt emanzipiert!

Das Tiergarten-Jahr 2016

Während die meisten deutschen Zoos ihre „Inventur“ für die Medien immer schon um den Jahreswechsel durchführen, lässt sich der Nürnberger Tiergarten stets etwas mehr Zeit für seinen Jahresrückblick. Heute war es wieder so weit. Und das Interesse der Journalisten ist auch diesmal wieder groß gewesen, was das Interesse der Bevölkerung ja durchaus widerspiegelt. Auf dem Weg zur Pressekonferenez sind wir bei den Grauen Riesenkängurus vorbeigekommen, die munter in ihrer verschneiten Anlage herumhüpften.

Große Höhepunkte gab es 2016 für den Zoo am Schmausenbuck nicht. Es war ein Jahr ohne wirklich attraktiven Nachwuchs (siehe unten), aber zum Glück auch eines ohne ganz schlimme Nachrichten. Zumindest, wenn man vom „Dauerbrenner“ undichte Delfinlagune absieht, die für teures Geld saniert werden muss. Deshalb wird jetzt auch das nicht-öffentliche Delfinarium II (hier im Bild) für rund 1,2 Millionen Euro renoviert, um Große Tümmler oder Seelöwen ausquartieren zu können, wenn es bei der Lagunen-Reparatur zu laut oder zu staubig wird. Erfreulicher Ausblick für das neue Jahr: Rechtzeitig zu den Osterferien soll die Außenanlage der Totenkopfäffchen fertig saniert sein; dort ziehen dann – als neue Tierart – Sumpfmeerschweinchen mit ein. Und für den Herbst ist die Fertigstellung des Wüstenhauses angekündigt, das durch den Umbau des alten Flusspferdhauses entsteht.

Und das war das Tiergarten-Jahr 2016 in Zahlen:

Zum Jahresende lebten 3802 Tiere aus 287 Arten am Schmausenbuck, davon 216 Wirbeltierarten mit 2727 Individuen.
Nachwuchs: sechs Alpenmurmeltiere, sechs Pelikane, vier Flamingos, regelmäßige Zucht von Seidenspinnen
Abgabe von Tieren: drei Große Tümmler (Kai, Noah und Arnie) nach Portugal und Lanzarote, zwei Kleine Pandas nach Köln und Kerkrade und ein Tiger nach Hannover
Nachwuchs: sechs Alpenmurmeltiere, sechs Pelikane, vier Flamingos, regelmäßige Zucht von Seidenspinnen
Todesfälle: ein männlicher Gepard und das Zuchtpaar der Buntmarder (Gorbi und Alisa). Für die Tochter der beiden kam ein Partner aus dem Tierpark Berlin nach Nürnberg.
Auswilderung: drei Habichtskäuze (seit 2003 gingen 14 dieser Jungvögel in den Nationalpark Bayerischer Wald, neun in das Biosphärenreservat Wienerwald und in das Wildnisgebiet Dürrenstein).
Führungen: Von der Zoopädagogik wurden 16.147 Teilnehmer (Kinder und Erwachsene) in 1412 Führungen und anderen Angeboten betreut. Außerdem gab es fast 40 Vorträge im Naturkundehaus.
Tierpatenschaften: 770 Tierpaten mit einer Spendensumme von 132.517 Euro. 470 Tierpaten (61 Prozent aller Paten) setzten ihre Patenschaft nach einem Jahr fort.
Besucher: 1.087.360 Besucher (3,3 Prozent weniger als 2015)

Elsbeth – unsterblich, aber verschwunden

Mit der Kommunikation ist es so eine Sache – gerade in unserer sogenannten Kommunikationsgesellschaft. Sie klappt halt oft einfach nicht. Funktioniert umso weniger, je kürzer die Wege sind. Zum Beispiel der zwischen Nürnberg und Fürth. Für alle Auswärtigen: Die beiden mittelfränkischen Städte liegen nicht nur nebeneinander, sondern sind zumindest baulich längst zusammengewachsen. Trotzdem – oder gerade deshalb –  sind sie sich aus Tradition nicht grün.

Diese Woche haben die Fürther erfahren, dass eine ihrer Prominenten die Stadt verlassen hat. Dabei ging es um die berühmte Zwergflusspferddame Elsbeth. Dieses Tier hatte vor Jahrzehnten mit einem Zirkus in Fürth gastiert, war aber ausgebüxt und in den vorbeifließenden Fluss namens Pegnitz geflüchtet, wo sie erst nach tagelanger Suche aufgespürt und zum Zirkus zurückgebracht wurde. Der zog nach seinem Gastspiel weiter.

Die Geschichte erfreut die Menschen heute immer noch. Über Elsbeth gibt es bereits Kinderbücher und sogar eine von Gudrun Kunstmann geschaffene Skulptur in Bronze. Die befand sich bis vor kurzem in einem Fürther Einkaufszentrum (das allerdings inzwischen fast leer steht). Das Foto oben zeigt Elsbeth, geschmückt mit Faschingsgirlanden in besagtem Einkaufszentrum. Voriges Jahr hat ein Immobilienunternehmen das Ding gekauft und will wieder Leben in die Bude bringen. Die Sprecherin des Unternehmens ließ die staunende Bevölkerung nun wissen, Elsbeth – respektive ihrer Skulptur – gehe es bestens. Sie sei vom Einkaufszentrum in den Nürnberger Tiergarten zurückgekehrt, dorthin, wo sie als Leihgabe einst herkam. Nun müsse die Plastik ihr Dasein nicht mehr im tristen Fürther Kellergeschoss fristen. Vielmehr komme sie im zooeigenen Flusspferdgehege zu neuen Ehren. Das Dumme ist nur: Es gibt dort gar kein Flusspferdgehege, auch kein Flusspferdhaus. Das frühere „Nilpferdhaus“ aus dem Jahr 1939, in dem aber niemals Zwergflusspferde gehalten wurden, soll ein „Wüstenhaus“ werden. Zwergflusspferde gab es einige Jahre lang im Tropenhaus des Tiergartens.

Elsbeth ist jetzt erst einmal hinter den Zookulissen verschwunden. Möglicherweise wird sie im Frühjahr von dort hervorgeholt. Denn im Rahmen eines Inklusionsprojekts will man Besuchern mit Sehbehinderung mehr Angebote zum Ertasten und Anfassen machen und zu diesem Zweck auch einige der eingelagerten Plastiken auf dem Zoogelände verteilen. Vorerst aber hat Elsbeth keinen guten Tausch gemacht, und schon gar nicht kam sie zu neuen Ehren.

Tierisches Sahnehäubchen

So – die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, und wir befinden uns mittendrin in der Zeit, die man gemeinhin als die „zwischen den Jahren“ bezeichnet. Kinder haben Ferien, und viele Erwachsene müssen in diesen Tagen auch nicht arbeiten. Für alle, die nicht verreist sind,  habe ich einen Tipp: ein Besuch im Manatihaus des Nürnberger Tiergartens. Denn dort gibt es jetzt etwas besonders Schönes zu bestaunen: neue Schmetterlinge. In der tropischen Halle fliegen 25 Arten von Schmetterlingen frei umher. 16 dieser ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Arten haben sich bereits erfolgreich in ihrer neuen fränkischen Heimat vermehrt.

Der Tiergarten bestellt alle zwei Wochen Insektenpuppen bei Kleinbauern in Costa Rica. So können die Zoobesucher immer bunte Falter auch beim Schlüpfen beobachten. Um welche es sich handelt, kann man im Manatihaus auf Informationstafeln nachlesen. In Mittelamerika werden aber wesentlich mehr verschiedene Arten gezüchtet. Als Weihnachtsüberraschung hat der Tiergarten Schmetterlingspuppen von anderen Arten bekommen, die jetzt – zwischen Weihnachten und Silvester – schlüpfen sollen. Für Interessierte ist auf der Homepage des Tiergartens die Liste mit den aktuell gelieferten Schmetterlingsarten zu finden.

So, und nun noch eine Quizfrage: Wer weiß, woher der Name „Schmetterling“ kommt? Ich will meine Leser nicht zu sehr auf die Folter spannen und liefere die Antwort deshalb gleich mit: Der Begriff ist vom ostmitteldeutschen „Schmetten“ abgeleitet. Das entspricht dem fränkischen „Schmand“, also Rahm. Schmetterlinge naschen nämlich gerne auch Sahne. In der englischen Sprache findet sich das im Wort „butterfly“ wieder. Und der Tiergarten betrachtet die Schmetterlinge zur Weihnachtszeit als „Sahnehäubchen“ für die Besucher.

Wie kommt die „Lebende Krippe“ am Tiergarten-Eingang an?

Anfangs dachte ich: Oh je, warum hat der Tiergarten Nürnberg seine „Lebende Krippe“ mit Schafen, Maria, Josef und Hirten nur woandershin verlegt? Früher war sie ganz hinten auf dem Zoogelände, beim Kinderzoo, zu finden – sehr stimmungsvoll! Seit vergangenem Jahr hat sie einen neuen Platz gleich im Eingangsbereich, hinter den Toren. Das hat mir gar nicht gefallen, als ich davon hörte. Doch ich habe meine Meinung geändert, nachdem ich mir die Sache selber angeschaut hatte.

Der neue Standort hat den Vorteil, dass die Besucher näher an das Krippen-Szenario heranrücken können als im Kinderzoo, wo der Krippenstall doch ein ganzes Stück weit von der Gehege-Absperrung entfernt lag. Auch alle Besucher, denen der Weg bis zum Kinderzoo bei Kälte, Schnee oder Eis zu weit war, haben es nun leichter. Das Ambiente passt jedenfalls: Gegenüber der Krippe stehen ein paar Buden, die denen auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt ähneln. Außerdem sorgt der große Christbaum im Eingangsbereich für festliche Stimmung.

Ich finde es immer wieder nett, dass Mitarbeiter aus den  verschiedensten Bereichen des Zoos am Schmausenbuck ihre Adventswochenenden und sogar ein paar Stunden am Heiligen Abend opfern, um bei dem Krippenprojekt mitzumachen. Maria wird in diesem Jahr von Corinna Heinke dargestellt, Josef von Wolfgang Scheffler und der Hirte von Andreas Haller. Besonders gutmütige Ouessantschafe gehören ebenfalls zum Krippen-„Personal“. (Das Skandal-Schaf Rosi durfte hingegen an so einem „biblischen Ort“ nicht mitmischen.) Last but not least: Zoopädagoge Christian Dienemann gibt bei verschiedenen Veranstaltungen den Weihnachtsmann.

Die „Lebende Krippe“ und der Adventsmarkt öffnen an den Samstagen und Sonntagen im Advent von 11 Uhr bis 15.30 Uhr ihre Pforten. Auch am 24. Dezember kann die „Lebende Krippe“ von 11 bis 15.30 Uhr bewundert werden. Der traditionelle Lichterzug findet am Samstag, 10. Dezember, ab 16.30 Uhr statt (Treffpunkt am Haupteingang). Zur Waldweihnacht lädt die evangelische Kirchengemeinde St. Nikolaus/St. Ulrich (Mögeldorf) mit dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Auferstehungskirche (Zabo) ein, und zwar am Sonntag, 18. Dezember, ab 16 Uhr am Haupteingang. Kinder können bei beiden Veranstaltungen Laternen mitbringen – bitte keine Taschenlampen, damit keine Tiere geblendet werden!

Mich würde interessieren, was meine Blog-Leser über den Umzug der „Lebenden Krippe“ vom Kinderzoo in den Eingangsbereich denken.

Aljoscha wird ein Hannoveraner

aljoschaSchade – er ist eine echte Tiger-Schönheit und jetzt leider nicht mehr  im Tiergarten Nürnberg zu sehen: Der am Schmausenbuck geborene Sibirische Tiger-Kater Aljoscha ist umgezogen. Seine neue Adresse lautet: Erlebnis-Zoo Hannover. Auch wenn es bedauerlich für die Besucher ist – das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP hat das so empfohlen. Derzeit befindet sich Aljoscha in Hannover noch hinter den Kulissen, er wechselt aber bald in eine neugestaltete Anlage.

Dank des Trainings, das die Tierpfleger in den vergangenen Wochen mit Aljoscha durchgeführt haben, damit er sich an die Transportkiste gewöhnt, gab es keine Probleme bei seiner Reise von Franken nach Niedersachsen. Er zögerte keinen Augenblick, die Box zu betreten. Nicht einmal eine halbe Stunde nach seinem letzten Streifzug durch den Außenbereich des Raubtierhauses hat er schon den Tiergarten verlassen. Noch am selben Nachmittag erreichte er wohlbehalten sein neues Zuhause in Hannover. Begleitet wird er von einer ihm vertrauten Tierpflegerin und einem erfahrenen Tiertransporteur.

Wie es mit Aljoschas Zwillingsbruder Volodya weitergeht, haben die Tiger-Koordinatoren des EEP noch nicht entschieden. Beide Jungtiger sind Söhne von Katinka, die 2011 in Moskau geboren wurde und im Mai 2013 in den Tiergarten kam, sowie von Samur, der 2012 in Wuppertal zur Welt kam und im November 2013 am Schmausenbuck als Partner für Katinka eintraf.  Seine Großeltern lebten – wie auch Katinkas Eltern –  in der Moskauer Auffangstation, einer Außenstelle des dortigen Zoos. Katinka und Samur gehören aufgrund ihrer Abstammung zu den sehr seltenen, genetisch noch reinen Vertretern Sibirischer Tiger (auch Amurtiger genannt) und sind deshalb für die europäischen Zoos äußerst wertvolle Tiere.

Auch das noch: Gewalt gegen Zootiere

Gerade habe ich für die „Nürnberger Zeitung“ einen Kommentar über die zunehmende Gewalt gegen Lehrer geschrieben. Nun wollte ich mich an einen neuen Beitrag für mein Tier-Blog machen, und da stoße ich bei der Suche nach einem interssanten Thema auf folgende Meldung in einem der Zoo-Foren: Immer häufiger werden Zootiere in Nordrhein-Westfalen von Besuchern geschlagen, verletzt oder mit gefährlichen Gegenständen beworfen. Von der Gewalt gegen Lehrer also jetzt zur Gewalt gegen Zootiere.

viertigerNach der Beobachtung von Mitarbeitern verschiedener Zoos in Nordreihn-Westfalen gibt es immer öfter Attacken auf ihre Tiere. Da bekommt in Duisburg ein Elefant von einem Besucher mit einem Regenschirm eins auf den Rüssel, nur weil der Dickhäuter diesen in Richtung Gitterstäbe gestreckt hat. Und die Tiger werden mit Steinen beworfen, wenn sie schlafen oder sich nicht bewegen. Da werden im Kölner Zoo Kürbisse, die eigentlich als Dekoration dienen sollen, als Wurfgeschosse zweckentfremdet. Dort hat man außerdem beobachtet, dass vor allem Jugendliche und Schüler so etwas tun. Bemerkenswert finde ich auch die Aussagen des Duisburger Zoodirektors, der folgendermaßen zitiert wird:  „Manche (gemeint ist: Manche Besucher, uwo) kommen nur, um die Tiere zu quälen“ und: „Das ist mittlerweile leider traurige Realität.“

Natürlich habe ich gleich im Nürnberger Tiergarten (in dem das Foto von Michael Matejka entstanden ist) nachgefragt, ob es am Schmausenbuck auch zu Gewalt gegen Zootiere kommt. Direktor Dag Encke hat mir darauf geantwortet: „Zum Glück haben wir das bei uns nicht.“ Bitte sage mir jetzt niemand: „Was nicht ist, kann ja noch werden!“ Das möchte ich mir nämlich nicht mal vorstellen.