Gemeinsam im letzten Hafen

Katze
Viele Menschen lieben ihr Haustier wie einen Menschen. Manche sogar mehr – vor allem, wenn sie alt sind, allein leben und keine Familie mehr haben. Diese Tierliebe geht bei etlichen Tierhaltern über den Tod hinaus. Was liegt da näher, als sich mit seinem Hund oder seiner Katze begraben zu lassen? Diese Möglichkeit besteht nun erstmals in Deutschland: In Urnengräbern auf speziellen Friedhöfen namens „Unser Hafen“. Im Juni sollen die ersten dafür ausgewiesenen Friedhöfe in Braubach bei Koblenz und in Essen eingeweiht werden; zusätzliche Standorte sind schon im Gespräch.

Haustierhalter, die sich eine gemeinsame letzte Ruhe mit ihrem Tier wünschen,  können zu Lebzeiten für eine Urnenbestattung in ein und demselben Grab mit ihrem Liebling vorsorgen. Wenn ihr Haustier eingeschläfert und danach verbrannt wurde, bewahren heutzutage längst viele Herrchen und Frauchen die Asche  in einer Tierurne auf. Nach dem Tod des Besitzers und dessen Einäscherung  werden dann die Menschen- und die Tierurne streng voneinander getrennt zum Friedhof  „Unser Hafen“ überführt, bevor sie im gemeinsamen Grab bestattet werden.

Kündigt sich da ein neuer Trend an? Durchaus möglich. Bevor sich die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier bei uns etabliert, dürfte es jedoch eine typisch deutsche Debatte über ethische Fragen geben, nach dem Motto: Geht denn das, Mensch und Tier in einem Grab? Ich finde: ja. Liebe kennt bekanntlich keine Grenzen. Warum sollte es bei Tierliebe anders sein?

P.S. Nachdem in einem Kommentar obiges Foto bewundert wurde, möchte ich den Fotografen nicht verschweigen: Es stammt von Patrick Pleul (dpa).

Falsch verstandene Tierliebe

Jetzt, in der Urlaubszeit, schießen viele Menschen mit ihrer vermeintlichen Tierliebe weit übers Ziel hinaus. Gerade wir Deutschen neigen dazu, uns – vor allem in südlichen Ländern – um herrenlose Hunde und Katzen zu kümmern. „Mein Gott, die Armen, die sind ja so dürr“, entrüsten sich manche Touristen und meinen, sie müssten die bedauernswerten Kreaturen füttern. Das tun sie dann auch, so lange, wie eben die Ferien dauern.

Doch Tierschützer warnen: Den Tieren hilft man damit nicht wirklich. Denn was passiert, wenn der Urlaub zu Ende ist? Dann haben sich die Tiere an die plötzliche Zuwendung gewöhnt und vermissen sie umso schmerzlicher.

Deshalb raten Tierschützer, Tierfreunde sollten sich lieber an Tierschutzorganisationen am Urlaubsort wenden und deren Arbeit durch Spenden unterstützen. Mit diesem Geld könnten z.B. Katzen kastriert oder kranke und schwache Tiere behandelt werden.

Menschen, die sich für ganz besonders tierliebend halten, wollen manchmal auch den einsamen Hund vom Strand, mit dem sie sich im Urlaub angefreundet haben, mit nach Hause nehmen. Doch das kann einen ganzen Schwanz von Problemen nach sich ziehen: Die Tiere haben im Normalfall keinen Impfschutz oder leiden möglicherweise sogar an Krankheiten. Es gilt, eine Reihe von Einreisebestimmungen für Tiere zu beachten, damit man nicht schon am Flughafen mit seinem Vierbeiner abgewiesen wird. – Also: Man sollte lieber versuchen, den Tieren vor Ort zu helfen, als solche zweifelhaften „Rettungsversuche“ zu unternehmen.