Endlich haben die Qualen ein Ende

Das ist mal ein Riesenerfolg für Tierschützer und passt wunderbar zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April: Durch jahrelange Proteste haben Tierschützer es geschafft, dass das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen seine Versuche an Affen endgültig eingestellt hat.  Einem als Pfleger arbeitenden Tierschützer war es gelungen, die Affenversuche und die Haltung der Tiere im Herbst 2014 heimlich zu filmen. Dadurch kamen Aufnahmen ans Licht, die zum Beispiel Affen mit Gehirnimplantaten zeigen. Eines der Tiere ist mit blutverschmiertem Kopf zu sehen, einem anderen Affen läuft Spucke oder Erbrochenes aus dem Mund. Gegen die unhaltbaren Zustände hatten Tierschützer immer wieder Demonstrationen und Mahnwachen veranstaltet. Ein Durchhaltevermögen, das sich wirklich gelohnt hat!

Wie Marderhunde für Mode missbraucht werden

MarderhundHeute mal wieder ein Fernsehtipp: Am Freitag, 29. April, um 13.15 Uhr geht es bei der Sendung „Planet Wissen“ in der ARD um „Das blutige Geschäft mit dem Pelz“ – in diesem Fall um das Fell von Marderhunden. Deren Pelz verwenden Modemacher gern, um Mantelkragen aufzupeppen. Das ist leider wieder richtig „in“.

Die Sendung ist allerdings nur etwas für Leute mit starken Nerven. Der Tierschützer und Dokumentarfilmer Manfred Karremann hat für den Beitrag zum Beispiel gefilmt, wie Marderhunde auf einem Markt in China mit einer Metallstange erschlagen werden. Als ob diese Quälerei nicht schon genug wäre, ziehen die Händler den Tieren dann meist auch noch bei lebendigem Leib das Fell ab.

Manfred Karremann ist Gründer der Tierschutzorganisation „Animalnetwork“, die er im Jahr 1997 ins Leben gerufen hat, um Patenschaften für Tiere in Not zu vermitteln und Missstände aufzudecken. Er selbst ist Vegetarier. Im Lauf der letzten Jahre hat er 170 Tiere bei sich aufgenommen, die sonst getötet worden wären.

Wer tut so etwas?

HollyWelchem kranken Hirn entspringt so eine Tat, frage ich mich, seit ich folgende Meldung gelesen habe: Im Dortmunder Zoo wurde eine Seelöwin so schwer misshandelt, dass sie an den Folgen gestorben ist. Zoomitarbeiter hatten die 21 Jahre alte Seelöwin Holly morgens tot in ihrem Gehege gefunden. Bei der Obduktion stellte die Zootierärztin fest, dass der Schädel der Seelöwin zertrümmert wurde und ihr drei Zähne ausgeschlagen wurden.

Offenbar haben sich der oder die Täter nachts durch ein Loch im Zaun des Zoos Zutritt zum Seelöwen-Gehege verschafft. Das ist ihnen anscheinend gelungen, obwohl nachts ein Wachdienst durch das 28 Hektar große Tierpark-Gelände patroulliert. Nun überlegt sich die Zooleitung, ob man zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen muss und wenn ja, wie die aussehen könnten.

Die übrigen sechs Seelöwen blieben bei dem Angriff unverletzt. Holly war ein „Eigengewächs“ des Dortmunder Zoos und bei den Besuchern sehr beliebt. Das Foto zeigt sie mit einem ihrer Jungen im Jahr 2011. Einen derartigen Vorfall hat es laut dem Verband Deutscher Zoologischer Gärten bisher noch nicht gegegen.

Norwegen setzt Tierschutz-Polizei ein

FOTO: Torbjørn Tandberg / PR; 2013. MOTIV: Sylvi Listhaug, Landwirtschaftsministerin Norwegen.

Skandinavien geht in verschiedensten Lebensbereichen immer wieder mit gutem Beispiel voran, ebenso wie die Niederlande. So gibt es in Schweden und Holland etwa Tierschutz-Polizisten, und nun zieht Norwegen nach. Auch dort kommen künftig solche Ordungshüter speziell für Tierschutz-Delikte zum Einsatz. Sie sollen alle möglichen Fälle von Tierquälerei aufdecken, beziehungsweise – wenn möglich – verhindern. Drei Ermittler werden in der Provinz Sör-Tröndelag in West-Norwegen ihren Dienst antreten. Die Tierpolizei soll erst mal einen dreijährigen Testlauf absolvieren, bevor sie, davon gehe ich aus, zur Dauereinrichtung wird.

Zwar verfolgt die norwegische Landwirtschaftsministerin Sylvi Listhaug (im Bild) mit der neuen Polizei in erster Linie den Schutz von Tieren – aber nicht ausschließlich. Ihrer Meinung nach lassen sich auf diese Weise auch einige Verbrechen und Angriffe gegen Menschen vermeiden. Studien haben nämlich gezeigt, dass Menschen, die Straftaten und Ordnungswidrigkeiten gegen Tiere begehen, dazu neigen, auch Verbrechen an Menschen zu verüben. Für Tierquälerei kann man in Norwegen übrigens bis zu drei Jahre ins Gefängnis wandern. 2014 haben die norwegischen Behörden 38 Fälle von Tierquälerei gemeldet bekommen.

Tierquälerei statt olympischer Geist

Das Problem gab es schon bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine, jetzt folgt die widerliche Neuauflage zu Olympia in der Region Sotschi: Es werden wieder Massen von streunenden Hunden getötet. Angeblich will man die Olympia-Gäste vor Infektionen schützen, die von den verwahrlosten Tieren ausgehen könnten. Tierschützer melden sich jetzt zu Wort und wollen die Weltöffentlichkeit auf die Grausamkeiten aufmerksam machen. Sie registrieren eine deutliche Zunahme von Hunde-Tötungen.

Viele dieser Tiere haben die letzten Jahre auf den Baustellen der olympischen Spielstätten bei den Gastarbeitern gelebt, die nun wieder nach Hause gefahren sind; die Hunde sind das traurige Überbleibsel. Tierschützer beobachten besorgt, wie Hundefänger aktiv werden und die geschundenen Tiere vergiften oder erschießen. Mittlerweile gibt es Tier-Blogs, in denen Tierfreunde über entsetzliche Szenen berichten, die sich oft vor ihren Augen abspielen. Auch die unabhängige Internetzeitung „Kawkaski Usel“ (Kaukasischer Knoten) bringt Augenzeugenberichte darüber, wie brutal die Fänger gegen die Tiere vorgehen.

Die Behörden schieben ihre angebliche Sorge um die hygienischen Zustände als Begründung vor: Durch Hundebisse könnten gefährliche Infektionen und Krankheiten wie zum Beispiel Tollwut übertragen werden. Da die Straßenhunde ausgehungert sind, besteht natürlich eine erhöhte Gefahr, dass sie angreifen. Doch statt wie versprochen ein Tierheim zu bauen oder die Tiere sterilisieren zu lassen, hat sich der Bürgermeister für eine skrupellose „Säuberungsaktion“ und damit gegen die Tiere entschieden. Um das Morden zu vertuschen, werden die Hundefänger vor allem nachts losgeschickt, in der Hoffnung, dass sie dann weitgehend unbemerkt bleiben. Tierschützer fordern dringend eine Massensterilisierung anstelle der Massentötung. Sie versuchen im Internet über soziale Netzwerke die Hunde vor den Fängern zu bewahren und Familien zu finden, die Hunde bei sich aufnehmen. Doch gegen die staatliche Übermacht können sie nicht viel ausrichten.

Für mich ist das Ganze noch ein Grund mehr, diese olympischen Spiele weitmöglichst zu boykottieren. Schade für die Sportler, die alles für ihre Teilnahme an den Wettbewerben geben, dass sich die Länder der ehemaligen Sowjetunion sowohl menschen- als auch tierverachtend verhalten. Ich hoffe, dass wenigstens in den Medien bei uns angemessen auch über diese Tierquälerei berichtet wird, um die Öffentlichkeit aufzurütteln und gegen die Machtelite  in Russland aufzubringen.

Tierquälerei auf Facebook

Es ist unglaublich, welchen Unfug manche Menschen mit Facebook treiben. Jetzt haben vietnamesische Soldaten das soziale Netzwerk missbraucht, um Fotos von einer widerwärtigen Tierquälerei zu veröffentlichen. Mein Blog-Beitrag erscheint in diesem Fall ausnahmsweise ohne Foto.

Was ist passiert? Die Soldaten haben den Bewohnern eines Dorfes zwei grauschenklige Kleideraffen abgekauft und diese dann unsäglich grausam gequält. Als die Tiere immer noch lebten, gaben sie den Bewohnern schließlich Geld, damit sie die Affen umbrachten. Und alles wurde mit Fotos auf Facebook dokumentiert. Immerhin führte der Vorfall zu empörten Reaktionen und dazu, dass drei Soldaten aus ihrer Einheit entlassen wurden und acht eine Verwarnung erhielten. Drei Dorfbewohner wurden wegen Wilderei festgenommen.

Die grauschenkligen Kleideraffen gehören nach Darstellung der Umweltschutzorganisation WWF zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Aber vom Aussterben bedroht oder nicht, das ist in diesem Fall eigentlich nicht der Punkt. Denn Tierquäler wie die vietnamesischen Soldaten sind in meinen Augen krank. Und dass derartige Grausamkeiten erst einmal ungefiltert auf Facebook erscheinen können, halte ich auch für mehr als problematisch.

Schließt diesen Zoo für immer!

Viele Tierfreunde lehnen Zoos ab und sind grundsätzlich gegen Tierhaltung „in Gefangenschaft“ des Menschen. Ich gehöre nicht dazu – das werden alle, die meine Blog-Beiträge schon länger verfolgen, wissen. Ein Zoo, der die Richtlinien von Tier- und Artenschutz berücksichtigt, ist in meinen Augen eine wichtige Einrichtung, um nicht nur Wissen über Tiere zu vermitteln, sondern auch sinnliche Eindrücke, die kein Buch, keine Zeitschrift, kein Fernsehen und kein Internet vermitteln kann.

Doch es gibt Zoos auf der Welt, die man lieber heute als morgen schließen sollte. Dazu gehört der Tierpark von Surabaya, der größte in Indonesien. Dort ist jetzt eine Giraffe jämmerlich zugrundegegangen. Bei der Obduktion fanden die Tierärzte im Magen einen 20 Kilo schweren Plastikklumpen. Anscheinend stammte das Kunststoffmaterial von Lebensmittelverpackungen, die Zoobesucher mitsamt den Lebensmitteln in den vergangenen Jahren in das Tiergehege geworfen hatten, um die Giraffe zu füttern.

Nun mag man einwenden, dass das nicht die Schuld des Zoos ist, wenn sich Besucher dermaßen unvernünftig verhalten. Meiner Meinung müssen Zoomitarbeiter diese Unvernunft aber zumindest immer wieder mal mitbekommen haben – und dann hätte man eben einschreiten müssen. Aber es kommt noch schlimmer: Bei der Untersuchung des Kadavers stellte sich heraus, dass die Giraffe an Tuberkulose erkrankt war – und höchstwahrscheinlich hat sich das Tier bei Zoomitarbeitern angesteckt; derzeit sind mehrere von ihnen an Tuberkulose erkrankt. Und dann wurde das Tier auch noch 13 Jahre lang als Einzeltier gehalten!

Nun soll beabsichtigt sein, zwei oder drei neue Giraffen zu kaufen. Hoffentlich kann irgendjemand diesen Kauf verhindern! Der Tierpark ist nämlich als schwarzes Schaf unter den Zoos bereits bekannt: In den letzten zwei Jahren sind dort zirka 500 Tiere eingegangen. Manche hätte man eigentlich retten können, denn sie litten unter Krankheiten, die bei tierärztlicher Behandlung durchaus heilbar sind, wie etwa Lungenentzündung oder Durchfall. Der früheren Zooleitung wurde 2011 auch schon die Lizenz entzogen, aber nun  ist eine neue Direktion am Ruder, die es offenbar auch nicht viel besser macht. Deshalb kann ich nur eines sagen: Schließt endlich diesen Zoo, bevor noch mehr Tiere leiden oder womöglich sterben müssen!

Gute und schlechte Tiernachrichten

urn:newsml:dpa.com:20090101:101214-10-11005Es ist ja Vorweihnachtszeit – da möchte man gern Besinnliches oder Nettes lesen, auch aus der Welt der Tiere. Also gut: Ich fange mit einer erfreulichen Tiergeschichte an, die sich in Brandenburg zugetragen hat. Es geht um niedliche Hundebabys. Eine Hündin der Rasse Rhodesian-Ridgeback hat 17 (!) Welpen zur Welt gebracht, eine Zahl, mit der auch die Halterin der Hundedame nicht gerechnet hatte. Bei dieser Rasse sind Würfe mit acht bis zehn Welpen normal. Auf jeden Fall geht es den 17 Babys gut, ihre Mama mit dem schönen Namen Etana kümmert sich vorbildlich um sie, und die 17 Geschwister dürfen vorläufig noch alle zusammen herumtollen. Allerdings will die Besitzerin die meisten Welpen später verkaufen – 17 auf einen Streich sind ihr doch zu viel. (Auf dem Foto sind nicht alle 17 Welpen zu sehen, offenbar sind die kleinen Kerlchen zu lebhaft für ein Gruppenbild mit Dame!)

Leider gibt es aber auch in diesen Tagen wieder eine ausgesprochen schlechte Nachricht, die Tiere betrifft. Sie kommt aus Neuseeland. Dort waren unglaublich brutale Tierquäler am Werk und haben über 100 Maorimöwen in ihren Nestern erschossen und erschlagen. Neben toten Muttervögeln hat man auch Küken gefunden, die verhungert waren. Bisher tappen die Behörden im Dunkeln, wer diese Tat begangen hat und vor allem welches Motiv es dafür gibt. Maorimöwen sind eine sehr seltene Möwenart, die ausschließlich in Neuseeland vorkommt und deren Bestand stark gefährdet ist.

Ich frage mich, was eigentlich derzeit in Neuseeland los ist. Erst vor ein paar Wochen waren dort von Unbekannten Robben abgeschlachtet worden; darüber habe ich hier auch schon berichtet. Wenn das in dem Stil weitergeht, müssen sich die neuseeländischen Behörden wirklich etwas einfallen lassen. Derart grausame Angriffe auf wehrlose Tiere kann man einfach nicht länger hinnehmen!

Neuseeland über Robbenmassaker entsetzt

seebärenEine unglaublich grausame Meldung erreicht uns aus Neuseeland. Dort wurden an einem Strand an der Ostküste der Südinsel 23 tote Seebären gefunden. An den Wunden konnte man erkennen, dass die Robben erschlagen worden waren. Unter den getöteten Robben waren acht Jungtiere und 13 Weibchen. (Nebenstehendes Foto zeigt natürlich nicht die niedergemetzelten Tiere; ich veröffentliche es nur, weil nicht jeder automatisch weiß, wie Seebären aussehen.)

Der ungewöhnliche Vorfall hat sogar die Umweltschutzbehörden in Neuseeland auf den Plan gerufen. Bürger wurden dazu aufgefordert, bei der Suche nach den Tätern mitzuhelfen. Die Behörden vermuten, dass Fischer hinter der abscheulichen Tat stecken. Denn die sind der irrigen Meinung, die Seebären würden ihren Fang bedrohen. Dabei haben Forscher nachgewiesen, dass sich die Robben hauptsächlich von Laternenfischen ernähren, an denen die Fischer gar nicht interessiert sind.

Das Entsetzen über die grausame Tat hat aber auch noch einen andere Ursache: In Neuseeland sind Robben per Gesetz geschützt. Für das Töten von Robben kann man sechs Monate hinter Gitter wandern. So wurde vor ein paar Wochen ein junger Mann zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, der zusammen mit seinen Kumpeln eine Robbe mit Steinen malträtiert und auch noch Videoaufnahmen von dieser Tierquälerei ins Internet gestellt hatte.

Wer immer das neuerliche Massaker unter den Seebären angerichtet hat, muss äußerst kaltblütig vorgegangen sei. Die Behörden haben die Kadaver genau untersucht und gehen davon aus, dass die Täter an mehreren Tagen an den Strand zurückgekehrt sind, um die Robben totzuschlagen.

Tiger-Skandal in China

Die Chinesen treten nicht nur Menschenrechte willkürlich mit Füßen. Auch Tierrechte und Tierschutz – oder schlicht: der Respekt vor Lebewesen – gehen ihnen offenbar sonstwo vorbei. Ausgerechnet im chinesischen „Jahr des Tigers“ hat man im Zoo von Shenyang elf sibirische Tiger Hungers sterben lassen. Und das, obwohl es in freier Wildbahn nur noch zwischen 350 und 450 von diesen königlichen Tieren gibt!

Der Zoo hatte offenbar kein Geld für die richtige Ernährung der Tiere. Die wunderschönen großen Raubkatzen wurden nur mit billigen Hühnerknochen gefüttert und gingen zuletzt jämmerlich an Unterernährung zugrunde. Das hat ein leitender Mitarbeiter der Station für den Schutz wilder Tiere in der Provinzhauptstadt von Liaoning der Öffentlichkeit mitgeteilt. Von Zooseite hatte es nämlich zunächst geheißen, die Tiger seien an Infektionskrankheiten gestorben.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100312-99-01233Im November letzten Jahres hatten bereits zwei Tiger einen Wärter angefallen und schwer verletzt – aus Hunger! Was macht man mit solchen Tieren? Der Chinese erschießt sie natürlich! Nach dem Vorfall hat man dann die anderen Tiger kurzerhand in Käfige gesteckt. Das hat den sowieso schon geschwächten Tieren den Rest gegeben.

Nun könnte man natürlich einwenden, das sei alles in einem Privatzoo passiert, auf den der Staat keinen Einfluss hat. Aber das stimmt nicht: 15 Prozent der Zoo-Anteile befinden sich in Händen der Stadtregierung von Shenyang. Die hätte in jedem Fall einschreiten müssen.

Aber Tierquälerei ist eben im „Reich der Mitte“ ebenso an der Tagesordnung wie Menschenquälerei. Das ist die Realität, und nicht das, was der Weltöffentlichkeit mit den Olympischen Spielen vorgegaukelt wurde!