Weihnachtstrend: Tierpatenschaften

Tierpatenschaft
Na, wie wär´s? Das oben abgebildete Orang-Utan-Baby Bayat (Foto: Orangutan Foundation International) sucht einen Paten. Das Affen-Waisenkind hat trotz seines zarten Alters schon ein schweres Schicksal hinter sich. Das kleine Bündel Menschenaffe habe eine „aufgeweckte Persönlichkeit und langes
orangefarbenes Haar“, wirbt die Organisation „Orangutan Foundation International“ (OFI) auf ihrer Website.

In der Weihnachtszeit haben Tierpatenschaften Hochsaison. Ihre Zahl hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Eine Tierpatenschaft zu verschenken, liegt voll im Trend. Wer Pate wird, bekommt als Gegenleistung meist eine Urkunde, Informationen und Fotos des jeweiligen „Patenkinds“, manchmal gibt es sogar ein Plüschtier als Dreingabe. Auch der Tiergarten Nürnberg bietet Tierpatenschaften an. Abgesehen von den Möglichkeiten im Nürnberger Zoo haben Tierpaten inzwischen die Qual der Wahl. Ob exotische Tiere wie Orang-Utans, Löwen, Meeresschildkröten und Giraffen oder einheimische Tiere wie zum Beispiel Igel wird von verschiedenen Organisationen alles mögliche angeboten. SANCCOB etwa, eine Organisation, die in Südafrika Pinguine aufpäppelt, hat sich voll auf Weihnachten eingeschossen und folgenden Slogan kreiert: „Adopt a Christmas Chick“.

Die „Born Free Foundation“ engagiert sich sich seit über 30 Jahren für den Schutz von wilden Tieren. Die Mitarbeiter vergeben von jährlich 10 000 neuen Patenschaften  die Hälfte im November und Dezember. „Born Free“ vermittelt 15 verschiedene Tierarten in mehreren Ländern. Bei dieser Organisation ist der Löwe „Dolo“ der absolute Renner: Er war jahrelang im Awash-Nationalpark (Äthiopien) in einem winzigen Käfig an einer Kette gehalten worden. Weil die dauernd über seinen Hals rieb, konnte sich die Löwenmähne fast nicht herausbilden. Außerdem wurde Dolo fast blind, weil er unter Mangelernährung litt. Im Jahr 2012 retteten Born-Free-Mitarbeiter den Löwen; seitdem lebt er mit der fünfjährigen Löwin Safia zusammen in einem mit Pflanzen begrünten Gehege.

Immer wider taucht die Frage auf, was genau mit dem Geld geschieht, das für eine solche Tierpatenschaft eingezahlt wird. Die Summe kommt in erster Linie dem adoptierten Tier zugute, bei Bedarf wird sie aber auch für andere Tiere mit verwendet, die ebenfalls versorgt werden müssen. Manchmal ist die „Patenschaft“ auch eher symbolisch zu verstehen. Bei OFI zum Beispiel werden die 100 Dollar (etwa 95 Euro), die eine einjährige Patenschaft kostet, für „allgemeine Operationen“ verwendet und gehen dahin, wo das Geld für Tiere im Reha-Zentrum am dringendsten gebraucht wird. Die Tierpaten werden aber über ihren Schützling informiert. In manchen Fällen entsteht so eine sehr enge Bindung zu einem Tier: Die „Paten“ schicken dann zu Weihnachten Lebensmittel oder Spielzeug für ihr „Patenkind“.

Wieder eine Hiobsbotschaft aus Dortmund

HumboldtpinguinDas Drama im Zoo in Dortmund geht weiter: Nach Seelöwin Holly, die Anfang November unter noch nicht geklärten Umständen im Gehege tot aufgefunden wurde, ist jetzt ein junger Humboldtpinguin tot. Er lag außerhalb seines Geheges in der Nähe der Flamingos. Außerdem sind zwei seiner Artgenossen verschwunden. Die drei wurden vor gar nicht langer Zeit noch als Zuchterfolge gefeiert.

Der Zoodirektor und alle Mitarbeiter stehen vor einem Rätsel. Man weiß auch noch nicht, welche Verletzungen zum Tod des Pinguins geführt haben. Wie schon bei der 21 Jahre alten Seelöwin Holly hat auch jetzt wieder die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Im Fall von Holly hatte der Zoo den Verdacht, dass das Tier von einem oder mehreren Fremden, die nachts in den Zoo einbrachen, erschlagen wurde. Polizeiermittlungen in diese Richtung blieben aber erfolglos. Die Serie mit Tieren, die aus dem Zoo verschwunden sind, ging schon im August los, als drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis gestohlen wurden.

Nun will der Zoodirektor die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Gelände weiter verstärken. Außerdem ist ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr im Einsatz.

Berliner Bärin Schnute ist tot

SchnuteGute zwei Jahre nach ihrer Gefährtin Maxi ist nun auch die Berliner Bärin Schnute gestorben. Sie wurde am Sonntag im Alter von 34 Jahren eingeschläfert. Ich habe in meinem Blog das Schicksal der beiden Berliner Stadtbärinnen ja immer verfolgt, zuletzt hier, deshalb möchte ich der Vollständigkeit halber auch den Tod von Schnute vermelden.

Schnute – und vor ihrem Tod auch Maxi – lebte in einem Gehege im Köllnischen Park und hatte seit langem schon gesundheitliche Probleme. Die Bärin litt vor allem auch an einer schmerzthaften Arthrose. Ein Tierschützer hatte zuletzt gefordert, Schnute einschläfern zu lassen. Zuvor hatte es auch Pläne gegeben, dass Schnute in einen Bärenpark umziehen sollte – das wollte man dem betagten Tier dann aber doch nicht mehr zumuten. Auch wenn die Haltung von Schnute längst nicht mehr zeitgemäß war – die meisten Berliner liebten sie heiß und innig und werden jetzt bei der Nachricht vom Tod ihres Wappentiers traurig sein.

Chris – um über 40 Kilo leichter

VorhernachhherGestern ging die Geschichte vom Merino-Schaf in Australien, das von seinem dicken, verfilzten Wollvlies schier erdrückt wird, um die Welt.  Nun hat das Ganze doch ein gutes Ende genommen: Das Schaf, das mittlerweile „Chris“ genannt wird, ist jetzt um 40 Kilo leichter. Der australische Landesmeister im Scheren, Ian Elkins, hat das Tier erlöst und dabei wahrscheinlich einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er benötigte sage und schreibe 42 Minuten dafür – normalerweise braucht er für eine Schafschur nur drei Minuten. Chris bekam zur Sicherheit ein Beruhigungsmittel, bevor Ian Elkins sich ans Werk machte und Chris um genau 40,45 Kilo erleichterte. Für gewöhnlich werden Merino-Schafe alle zwölf Monate geschoren und liefern dann gerade mal fünf Kilo Wolle. – Das Foto zeigt Chris vor und nach der Schur. Um ihn warm zu halten, wurde er in einen Daunenmantel gesteckt.

Übrigens hat Chris mit seinen gut 40 Kilo Wolle seinen Schicksalsgenossen Shrek aus Neuseeland um einiges übertrumpft: Der wurde im Jahr 2004 von 27 Kilogramm Wolle befreit. Und Chris ließ auch den bisherigen, ebenfalls aus Neuseeland stammenden Rekordhalter namens Big Ben hinter sich, dem Anfang vergangenen Jahres 28,9 Kilo Wolle abgeschnitten wurden.

Schaf muss Schafspelz loswerden

Merinoschafneu
Es gibt Tierschicksale, bei denen man nicht weiß, ob sie nun bloß erfunden oder wahr sind, so unglaublich klingen sie. Das hier ist so eines: In Australien, im Buschland Mulligan Flats in der Nähe der Hauptstadt Canberra, wurde ein freilaufendes Merino-Schaf gesichtet, das so viel schwere Wolle mit sich herumträgt, dass es für das Tier lebensgefährlich ist. Das Schaf ist vier- bis fünfmal größer, als es normalerweise wäre. Offenbar hat das Tier mehrere Jahre in der Wildnis gelebt, denn der „Schafspelz“ wächst rund sieben Zentimeter pro Jahr. Merino-Schafe, die wegen ihrer wertvollen Wolle begehrt sind, können krank werden oder sterben, wenn sie nicht regelmäßig geschoren werden.

Tierschützer haben nun einen Aufruf an professionelle Schafscherer gegerichtet, dem Schaf zu helfen und es von seiner schweren Last zu befreien. Selbst der australische Landesmeister im Scheren hat nach eigenen Angaben noch nie so viel Wolle auf einem Schaf gesehen. Er geht davon aus, dass die Schur in diesem Fall bis zu zwei Stunden dauern würde. Das Problem ist nur, dass das Schaf nervös auf die Gegenwart von Menschen reagiert; offenbar steht es unter Stress.

Möglicherweise kann das Tier jetzt einen Rekord brechen: Es ist wahrscheinlich noch größer als das berühmte Merino-Schaf Shrek. Shrek schleppte nach sechs Jahren in der Wildnis von Neuseeland immerhin 27 Kilogramm Wolle mit sich herum. Im Jahr 2004 wurde Shrek von dieser Last befreit.

Keine Tiere aus dem Urlaub mitbringen!

Urlaubszeit – das ist auch die Zeit, in der jedes Jahr viele Menschen plötzlich ihre Tierliebe entdecken. Besonders in südlichen Ländern, wo Urlaubern Hunderte von Straßenhunden und streunenden Katzen über den Weg laufen. Aus Mitleid mit den Tieren würden sie sie am liebsten mit nach Hause nehmen. Doch das ist Tierliebe am falschen Ort. Tierschutzorganisationen raten, diesen Tieren lieber dort zu helfen, wo sie leben. Beispielsweise, indem sie mit einem geschwächten oder kranken Tier zum Tierarzt gehen oder Futter an Plätzen hinstellen, wo Einheimische Tiere füttern.

Wer unbedingt ein Tier aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss mit einigen Problemen rechnen. Aus EU-Mitgliedsstaaten benötigt man für die Einreise nach Deutschland einen gültigen EU-Heimtierpass. Voraussetzung ist eine Tollwutimpfung und ein Mikrochip. Dabei sind auch bestimmte Fristen zu berücksichtigen. Bei der Einreise aus nicht-europäischen Ländern gelten noch strengere Auflagen. Wer die nicht einhält, muss das Tier, dem er eigentlich etwas Gutes tun wollte, womöglich am Flughafen in Quarantäne zurücklassen, und zwar drei Monate lang. Für die Tiere ist das die reinste Qual, und für den, der sie mitgebracht hat, eine teure Angelegenheit, denn er muss für die Unterbringung aufkommen.

Man sollte es sich also lieber zweimal überlegen, bevor man solche Tiere mitnimmt. Schließlich gibt es zu Hause auch jede Menge Tiere, die Hilfe brauchen: Die Tierheime sind voll davon, und deren Mitarbeiter sind dankbar, wenn sie so viele ihrer Bewohner wie möglich an ein Herrchen oder Frauchen vermitteln können.

Wie viele Tiere verschwinden noch?

2_09O5FPUErst verschwindet ein Schaf aus dem Nürnberger Tiergarten, nun ist eine zehnköpfige Gruppe von Präriehunden (siehe Foto) wie vom Erdboden verschluckt. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die zur Unterfamilie der Erdhörnchen gehörenden Tiere, die im Freigehege beim alten Nilpferdhaus lebten, zogen sich im vergangenen Herbst in den Winterschlaf zurück und tauchten im Frühling nicht mehr aus ihrem weitverzweigten unterirdischen Höhlensystem auf. Warum, das weiß bisher niemand. Die Zoodirektion steht vor einem Rätsel und kann den Grund nur vermuten: Ursache könnte eine Krankheit ebenso sein wie der Iltis, der den aus Nordamerika stammenden Tieren den Garaus gemacht haben könnte.

Die Untersuchung des Präriehunde-Geheges mit einem kleinen Bagger, der die oberste Erdschicht abtrug, blieb erfolglos. Nun will man noch mit größerer Gerätschaft anrücken, um tiefer zu graben. Die Tunnels der Präriehunde können nämlich bis etwa fünf Meter tief unter der Oberfläche liegen. Damit das Gehege am Flusspferdhaus nicht verwaist bleibt, sind erst einmal Riesen-Kaninchen dort eingezogen.

Nachdem die beiden Meldungen über das verschwundene Schaf „Rosi“ und die untergetauchten Nager eher zufällig an die Öffentlichkeit kamen, stellt sich die Frage, ob die Informationspolitik der Tiergartenleitung geschickt ist. Auf meine Frage dazu meinte der stellvertretende Zoochef Helmut Mägdefrau, man gebe Informationen erst dann nach außen, wenn man geklärt habe, was dahinter steckt. Sonst würde man nur unnötig bei den Medien Spekulationen auslösen und könnte sich vor nachfragenden Journalisten nicht mehr retten. Ich bin da nicht ganz seiner Ansicht. Denn so, wie das jetzt gelaufen ist – erst berichtet die Presse über verschwundene Tiere, dann gibt der Tiergarten eine Stellungnahme dazu ab -, entsteht schnell der Eindruck, als würde man nicht offen mit solchen Vorkommnissen umgehen. Und das ist dann wieder Wasser auf die Mühlen der Zoo-Gegner.

Trauer in Dortmund

MoreniDamit hatte im Zoo Dortmund wohl niemand gerechnet. Mitten in den Vorbereitungen zur „Geburtstagsfeier“ des Zoos – am Pfingstsonntag wird die beliebte Freizeiteinrichtung 62 Jahre alt – gab es heute früh einen tragischen Todesfall: Ausgerechnet einer der der größten Publikumslieblinge, die Löwin Moreni (Foto: Stadt Dortmund), wurde totgebissen. Die 14-jährige Moreni war in den vergangenen Monaten auf der Krankenstation untergebracht. Nun sollte sie wieder ins Raubtiergehege zurückkehren, wo ihr dreijähriger Sohn Lolek lebt. Schritt für Schritt war diese „Familienzusammenführung“ geplant worden. Doch dann ging leider alles schief, was in so einem Fall schieflaufen kann.

Als Moreni ins Gehege kam, sprang Lolek plötzlich auf sie zu. Die Löwin unterwarf sich dem Kater, so, wie es bei diesen Raubtieren üblich ist: Sie legte sich auf den Rücken und präsentierte ihre Kehle. Aber diese Geste verstand das männliche Tier als Aufforderung zum Angriff. Lolek ließ so richtig den Chef heraushängen und setzte zum Todessprung an. Vier Tierpfleger versuchten verzweifelt,  die beiden Tiere voneinander zu trennen – doch vergeblich: In Sekundenschnelle verlor Moreni durch einen Biss in die Kehle ihr Leben. Erst als seine Mutter tot war, reagierte der Löwe wieder auf die Kommandorufe seiner Pfleger. Leider zu spät.

Vonseiten der Zoodirektion hieß es, diese Verhaltensweise sei natürlich, es gebe „bei der Arbeit mit Tieren immer einen Faktor des Ungewissen“. Der ganze Zoo trauert um Moreni, sicher auch viele Stammgäste. Und das Raubtierhaus bleibt erst einmal geschlossen, damit Lolek wieder zur Ruhe kommen kann. Er ist nun der einzige Löwe im Dortmunder Zoo. Sein Zwillingsbruder Bolek lebt mittlerweile in der „Zoom Erlebniswelt“ in Gelsenkirchen, und Lukas, der Vater der Löwen-Zwillinge, starb schon vor zwei Jahren.

Sicher wird jetzt eine Diskussion darum beginnen, ob dieser Vorfall nicht zu vermeiden gewesen wäre. Dass ein junger, starker Löwenmann ein gewisses Risiko für seine Artgenossen darstellt, ist bekannt. Vor allem, wenn kein anderer Löwe da ist, der dem älteren, schwächeren Tier notfalls beiseite steht. Da ist es auch ganz egal, ob es sich um die eigene Mutter handelt – Löwen sind eben keine Kuscheltiere, auch wenn sie im Zoo manchmal fast so wirken.

P.S. Irgendwie ist das ein schlechter Tag für Löwen. Auch der 17 Jahre alte Heinrich im Schweriner Zoo wurde heute eingeschläfert. Geboren wurde er 1997 in Karlsruhe. Heinrich war leicht an seinem dunklen, wegen einer Hautveränderung beinahe haarlosen Gesicht zu erkennen. In Schwerin soll bis zum Frühjahr 2017 eine neue, großzügige Anlage für Löwen entstehen. Dann will man mit einem Kater und zwei Katzen ein Rudel aufbauen.

Schrecklich: Wenn der Hund zum Hamster mutiert

Endlich Sommerferien in Bayern! In diesen Tagen beginnt auch für viele Familien der langersehnte Urlaub. Wer ein Tier besitzt und verreisen will, hat jedoch möglicherweise ein Problem an der Backe. Tierpensionen sind oft schon lang im Voraus ausgebucht. Unter Verwandten oder Bekannten findet sich nicht so einfach jemand, der sich um einen Vierbeiner kümmert, der größer ist als ein Hamster oder ein Meerschweinchen. Und wer ist schon bereit, einen „Pflegekater“, der sonst an seinen Freigang gewöhnt ist, bei sich in der Wohnung aufzunehmen?
Der tierische Liebling der Familie wird plötzlich zur Last – eine Tatsache, die traurig enden kann: Pluto, Minnie & Co werden ausgesetzt. Für die Mitarbeiter von Tierheimen oder ähnlichen Tierschutzorganisationen ist der Beginn der Ferienzeit deshalb nicht unbedingt eine Freude, sondern der reinste Horror.
Diese Erfahrung macht auch Robert Derbeck immer wieder. Der Vorsitzende des Nürnberger Tierschutzvereins Noris hat ein paar sehr drastische Beispiele zusammengetragen. Die sind nicht in den vergangenen Tagen passiert, haben sich aber so, wie er sie schildert, in den letzten Jahren ereignet. Ich lasse den engagierten Tierschützer einfach mal mit seinen Worten erzählen:
„Mit Grauen erinnere ich mich an den Fall, wo Kinder in einem Müllcontainer einen großen Kleintierkäfig entdeckten, der entsorgt werden sollte. Bei näherer Betrachtung fanden sie in dem Meerschweinchenhaus noch zwei lebende Meerschweinchen. Nur durch diesen Zufall wurden die Tiere vor der Müllverbrennung gerettet.
In einem anderen Fall wurden Katzenbabys in einen verschlossenen Pappkarton gesteckt und mit Müll zugedeckt. Einem Hund, der die Welpen erschnüffelte, ist es zu verdanken, dass seine Halterin auf die ausgesetzten Tiere aufmerksam wurde.
Ganz schlimm war ein Fall im letzten Jahr, als ein Hundewelpe in einen Hamsterkäfig gesperrt und bei einem Parkplatz hinter einem Gebüsch versteckt wurde. Das Tierbaby wurde von einem aufmerksamen Tierfreund nur zufällig entdeckt.“
Das Aussetzen von Tieren ist zwar nach dem Tierschutzgesetz strafbar, aber das hat nur sehr selten Konsequenzen für den Halter. Meist lässt sich der Täter nicht ermitteln, oder man kann nicht beweisen, dass er das Tier vorsätzlich ausgesetzt hat. Im besten Fall wird das Ganze als Ordnungswidrigkeit mit einer geringen Geldstrafe geahndet. Eine Chip- und Registrierungspflicht besteht innerhalb von Deutschland noch nicht.

Rollstuhl-Katze spielt Ersatzmutter

Na, wenn das keine rührende Tiergeschichte ist: Eine Katze im Rollstuhl hat in Celle (Niedersachsen) zwei kleine Kater adoptiert. Brigitta heißt die Ersatzmutter. Sie kümmert sich liebevoll um die zwei Katzenbabys, die von ihrer leiblichen Mutter – einer Streunerin – nicht angenommen wurden. So nett das auf dem Foto auch aussieht – Brigitta hat ein nicht alltägliches Tierschicksal durchlitten. Sie stammt aus Bulgarien und war dort von einem Tierquäler mit einem Luftgewehr verletzt worden. Auf Facebook wurde ein Hilferuf für die Katze gestartet, den auch eine Tierfreundin aus Celle las. Sie holte die Katze nach Niedersachsen und sorgte dafür, dass das Projektil aus dem Rücken entfernt wurde. Brigitta hat die Operation überstanden, es geht ihr inzwischen besser. Doch richtig laufen können wird sie wohl nie mehr. Sie bewegt sich in einer Art Rollstuhl fort. Im Gegensatz zu drei anderen Katzen, die sich nicht um die verwaisten Katzenbabys kümmern wollten, sorgt Brigitta nun trotz dieses Handicaps für die Kleinen.