Der ewige Streit über den Walfang

walfangEs gibt Themen, bei denen kommen die Vertreter gegnerischer Positionen einfach nicht näher zusammen. So ein Thema ist der Walfang. Der Streit darüber zwischen Ländern, die Walfang betreiben, und solchen, die die Meeressäuger streng schützen wollen, nimmt kein Ende. Bei Verhandlungen der Internationalen Walfangkommission, die kürzlich in Agadir stattfanden, wurde nicht der angestrebte Kompromiss über Walfangquoten erzielt. Der hätte folgendermaßen ausgesehen: Aussetzung des kommerziellen Fangverbots für einen Zeitraum von zehn Jahren. Im Gegenzug sollten Quoten für den Fang der Meeressäuger festgelegt werden, die niedriger sind als die Zahl der tatsächlich jedes Jahr getöteten Wale (das sind etwa 2000 pro Jahr).

88 Staaten haben an den Beratungen teilgenommen. Die großen Walfangnationen Japan, Norwegen und Island peilten eine Lockerung des kommerziellen Walfang-Verbots an und hätten dafür niedrigere Fangquoten in Kauf genommen. Dagegen haben Australien und mehrere Länder in Lateinamerika ein komplettes Walfang-Verbot im Antarktischen Ozean gefordert.
weiter lesen

Da laust mich doch der Affe!

Also, ich möchte den Blick in meinem Blog ja nicht einzig und allein auf interessante Prozesse richten, die sich um Tiere und Recht drehen. Aber nachdem ich vor fast einem Monat über einen Fall in Bremen geschrieben habe, in dem es um Tierversuche mit Makaken geht, fühle ich mich doch verpflichtet, auch den Ausgang der Sache zu vermelden. Ich habe nämlich einige Leser(innen), die sehr genau darauf achten, dass einmal hier im Blog angerissene oder angekündigte Themen auch zu Ende gebracht werden – stimmt´s, „mandy wagenknecht“?

Deshalb hier das Urteil im Makaken-Prozess von Bremen: Die Stadt Bremen muss die umstrittenen Versuche an der Uni Bremen mit den Affen weiterhin erlauben. Die Stadt hatte die Genehmigung für diese Tierversuche nicht mehr verlängern wollen – aus ethischen Gründen – und war deshalb vors Gericht gezogen . Damit die Angelegenheit endgültig entschieden werden kann, muss die Stadt Bremen dem Gericht laut dessen Sprecherin  „Gutachten zum Wert der Experimente für die Forschung und zum Maß des Leidens der Tiere“ beibringen. Mit den bisher vorgelegten Gutachten gibt sich das Gericht nicht zufrieden.

Tja, nach dem Tigerbaby-Urteil von Magdeburg also schon wieder ein Gerichtsentscheid, der Tierfreunde und Tierschützer nicht wirklich zufriedenstellen kann, oder? Vor allem wenn man bedenkt, wie schwach die Kommunen zurzeit – finanziell gesehen – auf der Brust sind, frage ich mich, ob  sich Bremen weitere Gutachten überhaupt leisten kann. Denn die wollen schließlich auch bezahlt sein.

Alles in allem: Schon wieder ein schwarzer Tag für die Tierwelt.

Ein Bärendienst für die Zoo-Welt

urn:newsml:dpa.com:20090101:100617-99-01267Das Urteil in Sachen Magdeburger Tigerbabys ist ist gefallen. Das Gericht hat den Zoodirektor und drei seiner Mitarbeiter wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verwarnt. Dazu gab es die Auflage für die Angeklagten, jeweils bis zu 600 Euro an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Kommen sie dieser Auflage nicht nach, kann auch noch eine Geldstrafe verhängt werden. Die Verteidigung will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Egal, ob der Prozess nun noch weitergeht _ der Magdeburger Zoo hat sich und allen anderen Zoos mit der Tötung von drei Tigerbabys einen Bärendienst erwiesen. Süße Tierbabys umbringen, weil sie nicht reinrassig sind: Unsensibler geht’s nimmer. Da muss ja ein Aufschrei der Entrüstung folgen, und zwar nicht nur seitens militanter Tierschützer, sondern Tausender Tierfreunde in aller Welt.

Natürlich steckte die Magdeburger Zooleitung in der Klemme. Sie hat zu spät erfahren, dass sich bei den Vorfahren von Tigerkater Taskan ein Sumatra-Tiger eingeschlichen hatte. Damit war klar: Die drei Tigerbabys kann man für die Weiterzucht reinerbiger Sibirischer Tiger vergessen. Bedauerlich, sicher, aber noch längst kein Grund, den Kleinen das Lebensrecht abzusprechen, nur weil im Zoo kein Platz für sie war.
weiter lesen

War die Tötung der Tiger richtig?

SibirischerTigerEs gibt wieder einmal einen interessanten Fall vor Gericht, der sich um Tiere dreht – genauer gesagt: um Zootiere. Dem Direktor des Zoos von Magdeburg und dreien seiner Mitarbeiter wird ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. In dem Zoo waren im Jahr 2008 drei kleine Tiger eingeschläfert worden. Der Tötungsgrund: Sie waren angeblich nicht für die Zucht geeignet, weil ihr Vater kein reinrassiger Sibirischer Tiger – also so einer wie hier auf dem Foto – war. Den Angeklagten drohen nun Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen.

Der Verein „animal public“ hatte den Fall seinerzeit durch eine Anzeige ins Rollen gebracht. Laut diesen Tierschützern hat es keinen vernünftigen Grund gegeben, der gerechtfertigt hätte, die drei gesunden Tiger zu töten. Der Zoodirektor dagegen vertritt die Auffassung, zum Einschläfern der Raubkatzen habe es keine Alternative gegeben. Der Weltzooverband hat ihn darin bestärkt. Schließlich sei man in dem Zoo davon ausgegangen, dass der Vater der drei Tigerbabys reinrassig sei – er war über das Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP) nach Magdeburg gekommen.
weiter lesen

Castor-Transport durch Fürth

Törööö!,  lasse ich heute Benjamin Blümchen für mich trompeten. Der kleine Elefant kommt mir gerade recht für den Tusch zu diesem Blogbeitrag: Es ist nämlich die Nummer 400. Und da sollte es schon etwas Besonderes sein, worüber ich schreibe. Ich habe lange überlegt, welches Thema dafür passend wäre. Da kam mir vor ein paar Tagen der Zufall zu Hilfe, in Gestalt eines Artikels in den „Fürther Nachrichten“. Als Fürth-Fan und Tierfreund kann ich hier wieder einmal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es soll um den Biber in Fürth gehen.

Über „Castor fiber“, so sein wissenschaftlicher Name, habe ich mich in meinem Blog schon mehrfach ausgelassen, u.a. hier. Das war vor etwas mehr als einem Jahr. Inzwischen tut sich Neues an der Biberfront. Der emsige Nager legt nicht nur Büsche und Bäume um und führt Naturfreunde an der Nase herum, indem er sich ihnen einfach nicht zeigen mag, obwohl sie für diesen Anblick eigens Spezialführungen gebucht haben.

FeuerwehrbiberNein, jetzt beschäftigt er auch noch die Fürther Feuerwehr, und zwar nächtens, wie es sich jedes Bibers geziemt, der etwas auf sich hält. Eigentlich tut er gar nichts Feuerwehreinsatz-Verdächtiges. Er geht nur nachts ein wenig spazieren, entfernt sich dabei von seiner Flussauen-Heimat und beschließt – er ist ja ein Stadtbiber! -, ein Einkaufsbummel könnte mal ganz nett sein. Also nimmt er den Weg von Pegnitz, Regnitz oder Rednitz zur Stadt auf sich, in Richtung „Saturn“. Dort angekommen, ist er bass erstaunt, dass es keine Nachtöffnung gibt und schaut – logisch gedacht! – zum Lieferanteneingang, ob von da aus kein Weg in den Elektronikmarkt hineinführt.

In diesem Moment kommt ein Mensch ins Spiel, und das ist für ein Tier oftmals gar nicht gut. Eine Passantin sieht den Biber und ruft die Polizei. Die ist in Fürth nachts gewöhnlich mit ganz anderen Problemen beschäftigt und gibt den Schwarzen Peter respektive Braunen Castor an die Feuerwehr weiter. Und die erweist sich wieder mal als Profi: Warum kein Castor-Transport durch Fürth?, denken sich die Wehrmänner, und chauffieren den Biber durch die Stadt.

  weiter lesen

In mir keimt ein schrecklicher Verdacht

Genau eine Woche ist es her, dass ich hier über elf Sibirische Tiger geschrieben habe, die in einem chinesischen Zoo verhungert sind. Ich versuche ja immer, an den Geschichten dranzubleiben und meinen Lesern zu berichten, wenn es in einer Sache etwas Neues gibt. Nicht immer klappt das, aber in diesem Fall kann ich nun vermelden: Der Zoo musste mittlerweile für das Publikum schließen!

Sollte durch die Öffentlichkeit und/oder durch Tierschützer doch ein gewisser Druck entstanden sein, so dass selbst ein Land, in dem Tierrechte so wenig zählen wie Menschenrechte, zur Reaktion gezwungen war? Oder hat die Schließung  gar nichts zu sagen, weil die Tiere im Zoo von Shenyang weiter leiden müssen – nur ohne dass es von der Öffentlichkeit noch kontrolliert werden kann? Und wann öffnet der Zoo wieder seine Pforten?

Wir wissen das alles nicht, denn wie immer dringen nur spärliche Nachrichten aus dem „Reich der Mitte“ zu uns. Jedenfalls hat die Regierung der nordostchinesischen Stadt laut Zeitungsberichten umgerechnet eine Million Dollar zugesagt, um dem privat geleiteten Zoo finanziell unter die Arme zu greifen. (Die Stadt besitzt 15 Prozent der Zooanteile.)
weiter lesen

Arme Schweine!

Es ist unglaublich, was Tiere im sogenannten Dienst der Wissenschaft alles erleiden müssen. Ein besonders krasser Fall hat sich gerade wieder in Österreich zugetragen und führte zu wahren Proteststürmen. Nicht etwa Ratten oder Mäuse wurden dort das Opfer grausamer Tierversuche, sondern – Schweine. Wohl weil sie uns Menschen so ähnlich sind, die Ärmsten!

lawinengefahrWas ist passiert? – Im Ötztal verschütteten Wissenschaftler der Uni Innsbruck 29 Schweine im Schnee, um sie beim langsamen Ersticken und Erfrieren zu beobachten. Die Mediziner wollten neue Erkenntnisse über die Umstände des „weißen Todes“ und die Überlebenschancen von Lawinenopfern gewinnen. Langfristig sollten also  Menschenleben gerettet werden. Den Versuch starteten sie am Dienstag und brachen ihn am Donnerstagabend ab, weil es landesweit zu Protesten kam; ob er nochmals gestartet wird, ist unklar.

Bisher mussten zehn Schweine den Profilierungsdrang der Forscher mit ihrem Leben bezahlen. Viele Tierschützer bezeichneten das Unterfangen als unfassbar, unethisch und widerwärtig. Sie forderten, die Aktion zu beenden. Die Forscher mussten sich aber letztlich nicht nur Tierschutz-Organisationen beugen: Auch das Land Tirol und die österreichische Bergrettung distanzierten sich von dem Versuch.

Ursprünglich war geplant, dass ungefähr zwei Wochen lang täglich weitere zwei bis drei Schweine im Ötztal in einer simulierten Lawine eingegraben werden. Die Tiere wurden für den Versuch betäubt und an Geräte angeschlossen. Je nach Größe der Atemhöhle verfolgten die Wissenschaftler über Minuten oder Stunden das langsame Ersticken der Schweine. Wieder andere Tiere wurden nur bis zum Kopf im Schnee vergraben und beim Erfrieren beobachtet. Danach wollten die Forscher Gewebeproben von den toten Schweinen nehmen.

Zunächst bestanden die Forscher noch auf der Weiterführung des Versuchs. Doch dann beugten sie sich am Donnerstagabend
dem öffentlichen Druck – dem Himmel sei Dank! Manche Menschen glauben offenbar, sie könnten sich der Schöpfung gegenüber wirklich alles herausnehmen.

Kampfstiere werden arbeitslos

urn:newsml:dpa.com:20090101:091216-99-01827Stierkampf ist für jeden Tierfreund oder Tierschützer – um sprachlich beim Thema zu bleiben – ein rotes Tuch. Seit Jahren haben Tierschutz-Organisationen mit unterschiedlichsten Kampagnen versucht, etwas gegen diese grausamen Spektakel zu unternehmen. Ohne Erfolg – es schien, als seien die „Corridas“ aus dem spanischen Kulturgut einfach nicht wegzudenken.

Doch manche Probleme lösen sich von ganz allein. Nicht Tierschützer dürften dem Stierkampf den Garaus machen, sondern der Lauf der Zeit. Die Spanier verlieren einfach das Interesse an dieser jahrhundertealten Tradition – der Stierkampf kommt aus der Mode. Eine Veranstaltung, die immer weniger Zuschauer anlockt, befindet sich irgendwann auf dem absteigenden Ast.

In Katalonien gibt es zum Beispiel nur noch eine einzige Arena, in der regelmäßig Stierkämpfe stattfinden: „La Monumental“ in Barcelona. In anderen  Städten ließ man schon vor Jahren die Arenen abreißen, weil sie bei Kämpfen halb leer standen. Jetzt haben auch noch Abgeordnete des Regionalparlaments von Katalonien mehrheitlich ein Volksbegehren für ein Verbot des Stierkampfs gebilligt. Das Verbot tritt damit aber noch nicht in Kraft, es muss vorher erst verschiedene Ausschüsse durchlaufen.

Ob ein Verbot kommt oder nicht, ist wahrscheinlich gar nicht mehr so wichtig. Denn man spricht bereits davon, dass der Stierkampf in ganz Spanien in einer tiefen Krise stecke. Das Publikum besteht fast nur noch aus alten Männern. Und deshalb finden auch immer weniger „Fiestas“ statt.

Das wiederum hat zur Folge, dass die Kampfstiere sozusagen arbeitslos werden. Die Züchter können mit den überflüssigen Tieren nichts anfangen. Nicht einmal sie zu schlachten lohnt sich: Weil die Kampfstiere älter sind als Mastvieh, ist ihr Fleisch längst nicht so zart und wird deshalb nicht gekauft.

Alles in allem kann man also von einer guten Nachricht für Tierfreunde sprechen – und die scheinen manche Leser meines Blogs zu bevorzugen, wie etwa „noske“ in einem Kommentar zu diesem Beitrag.

3000 Kamele in Australien erschossen

Vor ein paar Wochen hatte ich hier über wilde Kamele geschrieben, die zu Tausenden das Wüstendorf  Docker River im Northern Territory in Australien (etwa 500 Kilometer südwestlich von Alice Springs)  belagern. Damals war man noch ratlos, wie man der Situation Herr werden sollte.

Jetzt gibt es in Sachen Kamele Neues – wenn auch nichts Gutes – aus Down Under zu berichten: Scharfschützen haben bis zu 3000 Kamele erschossen! Man ging dabei  nach einem genauen Plan vor. Zuerst trieben Hubschrauber die Kamele im Tiefflug aus der Ortschaft heraus. Dann schossen die Scharfschützen die Tiere vom Hubschrauber aus ab. Sie hatten offenbar die Anweisung, zuerst auf den Kopf, dann in Herz und Lunge zu schießen. 

Tierschützer zeigten sich alarmiert. Sie sind außerdem empört, dass es verboten war, die Kadaver der Tiere zu filmen. Manche Tierschützer haben in Online-Foren bereits zum Touristenboykott aufgerufen. Die Bewohner der Ortschaft  sind anscheinend etwas verunsichert, was sie von der Erschießung – vor allem so kurz vor Weihnachten! – halten sollen. Und Mitglieder der christlichen Gemeinde verweisen darauf, dass es Kamele waren, die die heiligen drei Könige zum Jesus-Kind nach Bethlehem geführt haben.

Irgendwie kommt mir die ganze Geschichte ziemlich obskur vor – wenn da mal nicht, bildlich gesprochen, mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde!!!

Wer hat Pelikan Quax gesehen?

Jetzt haben mich schon einige Leute gefragt, ob ich weiß, was aus Quax, dem Rosapelikan, geworden ist.

Zur Erinnerung: Quax hatte im Frühjahr jede Menge Wirbel verursacht. Der Rosapelikan hatte auf seiner Reise aus südlichen Gefilden nach Norden, auf der er ohne Artgenossen unterwegs war,  immer wieder die Gesellschaft von Störchen gesucht – nur waren die nicht so begeistert von ihm wie er von ihnen. Quax war in Franken zwischen Nürnberg, Fürth, Erlangen und Bamberg hin- und hergependelt. Wochenlang wurde er von Tierfreunden beobachtet, und der Landesbund für Vogelschutz forderte dazu auf, den neuesten Aufenthaltsort von Quax zu melden. Es gab ein richtiges Quax-Tagebuch.  Dann verabschiedete sich Quax in Richtung Thüringen und Sachsen und landete schließlich im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde in Niedersachsen, wo er den Sommer über blieb. Nur ab und zu unternahm er kleinere Ausflüge.

Als die Störche vor kurzem wieder in ihre Winterquartiere gestartet sind, ist auch Quax gen Süden aufgebrochen. Eine Zeitlang wusste niemand etwas über sein weiteres Schicksal. Doch dann hat der Landesbund für Vogelschutz einen Anruf bekommen, wo Quax sich aufhält: In Lothringen lässt er es sich an einem Fischgewässer gutgehen, das gerade abgelassen wird. Auch Störche wurden dort gesichtet.

Der Landesbund für Vogelschutz hat wieder eine Hotline eingerichtet, auf die ich auch gerne hinweisen möchte: Wer Quax sieht, sollte sich bitte hier melden.