Alpaka-Wanderungen – ein sinnvoller Trend?

Alpakas und Lamas haben sich hierzulande, fernab ihrer Heimat, zu regelrechten Modetieren entwickelt. Überall in Deutschland trifft man auf Weiden mit diesen aus Lateinamerika stammenden Neuweltkamelen (Foto: dpa). Etwa 15.000 Lamas und Alpakas leben nach Schätzungen des Tierschutzbundes in Deutschland. Und Lama-Wanderungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Ich stehe solchen Trends eher kritisch gegenüber und frage mich, ob diese Tiere bei uns von der Mehrzahl der Privatbesitzer tatsächlich artgerecht gehalten werden. Meiner Meinung nach können Zoos das einfach besser. Mit meinen Zweifeln bin ich übrigens nicht allein – auch der Deutsche Tierschutzbund ist in dieser Hinsicht skeptisch. Er warnt davor, dass die Tiere bei falscher Haltung und Behandlung schnell eine Fehlgeprägung entwickeln können. Wenn das passiert, betrachten die Tiere Menschen als Artgenossen und spucken sie an, und es kann zu Rangkämpfen kommen. Ein solches Verhalten kann laut Tierschutzbund später nicht mehr korrigiert werden. Am Ende droht solchen Tieren die Einschläferung.

Es mag ja ganz nett sein, mit einem Lama oder Alpaka durch eine schöne Gegend zu wandern. Aber ich frage mich, ob das wirklich unbedingt notwendig ist, wenn man mal „runterkommen“ möchte. Das geben die meisten Leute, die schon einmal eine Lama-Wanderung gemacht haben, als hauptsächlichen Grund an, warum sie sich dafür entschieden haben. Ich finde, es ist ein Armutszeugnis, wenn man das nicht mehr aus eigener Kraft schafft!

Igel nicht gleich ins Haus holen!

igelJetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der so mancher Tierfreund meint, schwache oder vermeintlich kranke Igel ins Haus holen zu müssen, um sie noch vor dem Wintereinbruch zu retten und dann über den Winter zu bringen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor Überaktionismus in Sachen Igel: Bevor man ein soloches Tier in Obhut nimmt, sollte man es genau beobachten. Meist sind die Igel nämlich in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. Nur wenn sie tatsächlich verletzt, krank oder stark von Parasiten befallen sind, brauchen sie die Hilfe des Menschen. Dann ist es jedoch am besten, sie Fachleuten zu überlassen.

Woran erkennt man nun, ob ein Igel Hilfe braucht? Deutlich zu sehen ist es zum Beispiel, wenn er abgemagert ist. Doch wenn man in diesen Wochen einen Igel bei sich im Garten findet, muss er deshalb noch nicht unbedingt gleich in menschliche Pflege genommen werden. Vielmehr ist es normal, dass Igel zu dieser Jahreszeit in Gärten und Parks auf Nahrungssuche sind, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anzufressen. Wenn der Garten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bietet, etwa in Form von Kompost- oder Blätterhaufen, kann man der Igel ruhig dort lassen und muss ihn nicht ins Haus holen.

Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark abgemagert sind, brauchen Hilfe von Fachleuten. Unbedingt notwendig ist das, wenn man beobachtet, dass der Igel sich apathisch verhält. Dann sollte man auf jeden Fall Rat beim Tierarzt oder beim Tierschutzverein einholen. Handelt es sich um einen jungen Igel, kann eine Zufütterung sinnvoll sein, beispielsweise mit Katzenfutter aus der Dose, das man mit Haferflocken oder Weizenkleie mischt. Wichtig ist auch, dem Tier Wasser zum Trinken anzubieten. Achtung: Keinesfalls Milch oder Essensreste geben! Damit kann man den Tieren ernsthaft schaden.

Tierheime brauchen mehr Unterstützung!

TierheimBerlinSie leisten unheimlich wertvolle Arbeit, wissen aber oft nicht, wie sie das alles bezahlen sollen und bewegen sich häufig am Rande des Existenzminimums: die Tierheime (das Foto zeigt das Katzenhaus des Tierheims Berlin). Oft können sie fehlende finanzielle Mittel nur durch Spenden ausgleichen. Trotz dieser Probleme setzen sich die Tierheime für in Not geratene Tiere ein und sorgen für eine artgerechte Pflege und Betreuung.

Deshalb fordert der Deutsche Tierschutzbund jetzt von den Kommunen eine angemessene finanzielle Unterstützung von Tierheimen. Schließlich, so heißt es zur Begründung, sei die Betreuung von herrenlosen Tieren eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden. Bisher werden den Tierheimen die hohen anfallenden Kosten nur sehr unzureichend erstattet. Der Präsident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, ist mit seiner Geduld am Ende und macht den Städten und Gemeinden schwere Vorwürfe: „Schuld sind die Kommunen, die sich ihrer Pflichtaufgabe nicht stellen, den karitativen Tierschutz als Ausputzer des eigenen Versagens benutzen und damit den praktischen Tierschutz in der Fläche ausbluten lassen“, schimpft er zurecht.

Ob er damit bei den Kommunen auf Gehör stößt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Einfach nur Wahnsinns-Wut!

Geflügelhof13 000 Tiere werden getötet – einfach mal so auf Verdacht: Legehennen, Enten, Gäse und Puten in einem Geflügelbetrieb in Roding mussten dran glauben, weil der Verdacht (!!!) bestand, dass dort die Geflügelpest ausgebrochen sein könnte. Ja, drehen wir denn jetzt komplett durch?, dachte ich, als ich am Wochenende davon gehört habe. Bloggen wollte ich aber erst, wenn mehr über die Sache bekannt wird.

Heute lese ich, dass ich mit meiner Wut zumindest nicht allein bin. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Tötung des Geflügels jetzt auch kritisiert. Bei der Organisation spricht man von „Aktionismus“. Da kann ich nur beipflichten, denn eine Tötung sollte – wie der Tierschutzbund klarstellt – immer nur das letzte Mittel sein: dann nämlich, wenn eine Infektion mit einem gefährlichen Geflügelpest-Erreger nachgewiesen wurde. Im aktuellen Fall in der Oberpfalz ist allerdings noch gar nicht klar, ob es sich um ein für die Vögel gefährliches Influenzavirus oder um eine ungefährliche Form handelt.

„Wer so rasch Tötungen ohne klaren Befund anordnet, der handelt nach dem Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn“, hat der Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder erklärt. Mit dem Tierschutz sei ein solches Vorgehen nicht zu vereinbaren. Dem kann ich nur beipflichten. Ich finde aber auch, dass diejenigen zur Verantwortung gezogen werden müssten, die das Ganze angeordnet haben, wenn sich herausstellen sollte, dass die Massentötung dieser Tiere gar nicht nötig gewesen wäre. Allerdings vermute ich folgendes: In diesem Fall würde man es so hindrehen, dass kein richtig Verantwortlicher gefunden werden kann. Wetten, dass?
P.S.: Und jetzt auch noch diese aktutelle Meldung der Deutschen Presse-Agentur!

Nach dem Alarm auf einem Geflügelbetrieb im oberpfälzischen Roding hat das Landratsamt weitestgehend Entwarnung gegeben. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem festgestellten Erreger um eine niedrigpathogene – also nicht krank machende – Variante von H5N2 handele, teilte das Landratsamt am Montag mit. Weil aber auch bei dieser Variante der Vogelgrippe die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel ansteckenden Krankheit bestehe, wurde die Tötung der rund 12 900 betroffenen Tiere nicht gestoppt.

Es wird immer schlimmer!