Wo sonst findet man ein solches Blau?

p09082016tm2bm_tg_hyazinth_ara_2Der „Sommer“ 2016 hatte diesen Namen eigentlich gar nicht verdient, doch nun werden wir durch einen wunderbaren Spätsommer für den entgangenen Genuss mehr als entschädigt. Mein Tipp für diese Tage: Ein Besuch im Tiergarten Nürnberg. Denn der Zoo am Schmausenbuck ist gerade in dieser Jahreszeit attraktiv, vor allem, wenn man während der Woche hingehen kann – da ist natürlich weniger Betrieb. Für Besucher, die nicht nur auf die großen Zootiere wie Löwen, Tiger, Gorillas, Giraffen, Nashörner, Eisbären etc. fixiert sind, dürfte besonders ein Abstecher zu den Hyazinth-Aras interessant sein. Die Voliere befindet sich direkt neben dem Menschenaffenhaus. Dort kann man zwei Jungvögel beobachten, die vor einigen Wochen das Nest verlassen haben. Farblich lässt sich der Nachwuchs, der im Juni geschlüpft ist, kaum noch von den Eltern unterscheiden. Nur auf der Schnabeloberseite ist ein heller Streifen zu sehen, den erwachsene Tiere verlieren. Bei den Jungen handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen.

Zu den Lieblingsspeisen von Hyazinth-Aras gehören Nüsse, und da ganz besonders Paranüsse. Die sehr harte Schale knacken die Papageien mit ihren kräftigen Schnäbeln mühelos. Hyazinth-Aras leben monogam. Meist bleiben sie ihr ganzes Leben mit einem Partner zusammen, bis dieser stirbt. Als Brutstätten bevorzugen sie Baumhöhlen. Dort legt das Weibchen zwei bis drei Eier ins Nest, das es während der gesamten Brutzeit bewacht, während das Männchen sich um das Futter kümmert. Die Brutzeit beträgt etwa 24 Tage, die Aufzucht der Jungvögel etwa 90 Tage. In ihrer brasilianischen Heimat hat sich der Bestand dieser Tiere wieder leicht erholt. Der von Naturschützern geforderte Schutz und das Anpflanzen von Nahrungs- und Bruthöhlenbäumen haben sich also gelohnt.

Löwen sterben leise

Löwe ZDFAls „König der Tiere“ gilt er seit langer Zeit. Doch wenn es schlimm kommt – und danach sieht es derzeit leider aus – werden wir uns ein anderes Tier als König suchen müssen. Denn noch nie stand es um den Bestand er Löwen so schlecht wie heute. Die niederschmetternden Ergebnisse eines internationalen Forscherteams, das in Afrika in Sachen Löwen unterwegs war, sind am kommenden Sonntag, 31. Januar, um 14.55 Uhr im ZDF zu sehen, in der „planet e.“-Dokumentation „Das leise Sterben der Löwen“.

Der deutsche Zoologe und Löwen-Forscher Philipp Henschel arbeitet bei der Wildkatzen-Schutzorganisation „Panthera“ mit. Nach seinen Angaben ist die Zahl der Löwen seit Mitte des letzten Jahrhunderts um rund 90 Prozent zurückgegangen, er geht von aktuell noch rund 20.000 wild lebenden Löwen aus. Experten schätzen außerdem, dass diese Tiere nur noch in etwa acht Prozent ihres einstigen Verbreitungsgebietes leben. Diese wirklich dramatische Entwicklung hat sich still und leise vollzogen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil in den großen afrikanischen Nationalparks Löwen immer noch leicht zu beobachten sind. Dieser Eindruck täuscht jedoch über die Realität hinweg: Außerhalb von Schutzgebieten geht der Bestand der Raubkatzen besorgniserregend zurück – und das hat verschiedene Ursachen:

  • Große Flächen werden in Acker- und Nutzland umgewandelt, weil die Bevölkerung ständig wächst. Dadurch werden Gebiete, in denen Löwen leben, zerschnitten. Es bleiben kleinere Gruppen übrig, in denen es zu Inzucht kommt.
  • Wenn noch genügend Lebensraum  vorhanden ist, finden Löwen oft nicht mehr ausreichend Nahrung. Denn Menschen sind auch Nahrungs-Konkurrenten der Löwen und jagen deren Beute zum Teil für den eigenen Kochtopf.
  • Rinder- und Ziegenherden in menschlicher Obhut fressen den wild lebenden Artgenossen das Futter weg. Deshalb reißen die Großkatzen immer wieder Nutztiere. Die Bauern töten dann manchmal Löwen aus Rache.

Die schwedische Löwenforscherin Ingela Jansson versucht, da gegenzusteuern und erforscht im Ngorongoro-Schutzgebiet in Tansania, wie die Nachbarschaft von Löwen und Menschen sowie deren Vieh abläuft. Auch darüber berichtet  die Sendung „planet e.“

Tierisch gute Weihnachten!

Buch-Mario-LudwigGanz so traurig wie mit meinem letzten Beitrag über das hilfesuchende Tierheim Nürnberg und seine Schmuggelwelpen möchte ich mich nun doch nicht vor den Weihnachtsfeiertagen  verabschieden. Deshalb hier noch ein richtig erfreuliches Thema und gleichzeitig ein Geschenktipp in allerletzter Minute: das Buch „Genial gebaut!“ von Mario Ludwig (erschienen bei Theiss, gebundene Ausgabe zum Preis von 24,95 Euro). Der Wissenschaftsautor ist sicher vielen durch seine häufigen Auftritte in verschiedenen Fernsehsendungen bekannt. Radiofreaks haben den Biologen vielleicht in seiner wöchentlichen Sendung im Deutschlandradio gehört: „Das Tiergespräch“. Im weitesten Sinne ist er auch ein Kollege von mir, denn für Focus online schreibt er einmal im Monat eine Kolumne.

Das vor ein paar Monaten erschienene Buch ist so genial wie sein Titel – oder sind die Tiere einfach so genial? Letzteres auf jeden Fall! Mario Ludwig zeigt, welche Stararchitekten sich selbst hinter den kleinsten Lebewesen verbergen können. Bei der Lektüre lernt man nicht nur eine Menge über Tiere als Baumeister – sie macht ganz einfach Spaß. Über ein Kapitel habe ich mich besonders amüsiert: über das mit den Präriehunden, die unterirdisch Riesenstädte anlegen. Wer mein Blog regelmäßig liest, weiß, warum.

So, nun ist aber endgültig Schluss vor dem Fest. Ich wünsche allen meinen Lesern – und denen, die es werden wollen – tierisch gute Weihnachten!

Keine Tiere aus dem Urlaub mitbringen!

Urlaubszeit – das ist auch die Zeit, in der jedes Jahr viele Menschen plötzlich ihre Tierliebe entdecken. Besonders in südlichen Ländern, wo Urlaubern Hunderte von Straßenhunden und streunenden Katzen über den Weg laufen. Aus Mitleid mit den Tieren würden sie sie am liebsten mit nach Hause nehmen. Doch das ist Tierliebe am falschen Ort. Tierschutzorganisationen raten, diesen Tieren lieber dort zu helfen, wo sie leben. Beispielsweise, indem sie mit einem geschwächten oder kranken Tier zum Tierarzt gehen oder Futter an Plätzen hinstellen, wo Einheimische Tiere füttern.

Wer unbedingt ein Tier aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss mit einigen Problemen rechnen. Aus EU-Mitgliedsstaaten benötigt man für die Einreise nach Deutschland einen gültigen EU-Heimtierpass. Voraussetzung ist eine Tollwutimpfung und ein Mikrochip. Dabei sind auch bestimmte Fristen zu berücksichtigen. Bei der Einreise aus nicht-europäischen Ländern gelten noch strengere Auflagen. Wer die nicht einhält, muss das Tier, dem er eigentlich etwas Gutes tun wollte, womöglich am Flughafen in Quarantäne zurücklassen, und zwar drei Monate lang. Für die Tiere ist das die reinste Qual, und für den, der sie mitgebracht hat, eine teure Angelegenheit, denn er muss für die Unterbringung aufkommen.

Man sollte es sich also lieber zweimal überlegen, bevor man solche Tiere mitnimmt. Schließlich gibt es zu Hause auch jede Menge Tiere, die Hilfe brauchen: Die Tierheime sind voll davon, und deren Mitarbeiter sind dankbar, wenn sie so viele ihrer Bewohner wie möglich an ein Herrchen oder Frauchen vermitteln können.

Monster im Tiergarten gelandet!

MetallinsektEin Gürteltier mit Panzer aus alten Löffeln, ein Leguan mit Schuppen aus Kronkorken, eine Schildkröte aus Kletterseilen, ein Rüsseltier aus einer ausrangierten gusseisernen Badewanne – oder eben das Phantasie-Insekt auf dem links gezeigten Foto: Michael Pfeifer ist der Schöpfer dieser originellen Tierfiguren. Und weil er für seine Arbeiten ganz verschiedene Werkstoffe verwendet, trägt die neueste Ausstellung des Künstlers aus Pommelsbrunn den Titel „Ma-tier-ial“. Zu sehen sind die Skulpturen, die wie Monster von einem anderen Stern wirken, ab Freitag im Naturkundehaus des Tiergartens Nürnberg.

Die Ausstellung wird am Freitag, 23. Januar, um 18 Uhr eröffnet und ist bis zum 27. März (täglich zwischen 9 und 17 Uhr) im Naturkundehaus des Zoos am Schmausenbuck zu sehen. Weitere Infos über die Werke von Michael Pfeifer findet man hier.