Glück in Frankfurt, Entsetzen in Breslau

Herzlichen Glückwunsch an den Frankfurter Zoo! Dort hat die  Gorilladame Dian Zwillinge bekommen – die erste Zwillingsgeburt bei diesen Menschenaffen in Frankfurt seit fast 50 Jahren. Noch ist das Geschlecht der Gorillababys nicht bekannt, weil Dian ihre Kleinen ganz eng am Körper hält, so dass die Pfleger nicht sehen können, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Die beiden Kleinen sind das zweite und dritte Baby von Dian. Vater der Zwillinge ist der Silberrücken Viatu. Nachdem die Geburt unter den Augen einer Pflegerin problemlos abgelaufen war, macht man sich im Zoo inzwischen Sorgen um eines der Zwillingsbabys, das sehr schwach wirkt. Die Pfleger kommen aber nicht an die Gorillamutter und ihren Nachwuchs heran, um das Kleine zu untersuchen. Besorgt sind die Zoomitarbeiter vor allem deshalb, weil erst im Juli das Baby des Gorillaweibchens Shira aus bisher unbekannten Gründen gestorben war.

So sehr man sich in Frankfurt über die Gorilla-Zwillingsgeburt freut, so groß ist das Entsetzen im Zoo von Breslau: Ein Sumatra-Tiger hat in seinem Außengehege einen Pfleger tödlich verletzt, der dort anscheinend den Rasen mähte. Schockierte Kollegen des 57-jährigen Mannes haben angegeben, dass er ein sehr erfahrener Tierpfleger gewesen sei. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, weiß man noch nicht. Der schreckliche Vorfall überschattet die Jahreskonferenz des europäischen Zooverbands EAZA, die noch bis zum 19. September im Breslauer Tierpark stattfindet und zu der über 700 Teilnehmer aus aller Welt angereist sind.

Nachtrag: Wie ich oben angedeutet hatte, sorgten sich die Tierpfleger in Frankfurt gestern schon um eines der beiden Gorillababys. Nun ist das Kleine tatsächlich gestorben, die Todesursache ist noch unklar. Gorillamutter Dian trägt immer noch beide Babys mit sich herum. Die Pfleger wollen ihr das tote Baby nicht wegnehmen, sondern warten, bis sie es von selbst ablegt. Dem Geschwisterchen geht es aber – Gott sei Dank! – nach wie vor gut.

Delfin Ankes Baby ist tot

Bei den Nürnberger Delfinen ist seit einiger Zeit – im übertragenen Sinne – wirklich der Wurm drin: Schon wieder ist ein Delfinbaby des Tiergartens gestorben. Diesmal nicht in Nürnberg, sondern in Harderwijk (Niederlande). Dort leben drei der fränkischen Delfinweibchen vorübergehend, solange in Nürnberg die Delfinlagune gebaut wird.

Man hatte wohl gehofft, dass Anke, Nynke und Naomi, drei Delfindamen im besten Gebär-Alter, in Harderwijk ruhiger leben als am Schmausenbuck, wo der Baulärm die Delfine beeinträchtigen könnte. Außerdem haben die drei in den Niederlanden die Möglichkeit, sich schon einmal vorab an ein anderes Leben als ihr bisheriges im gekachelten Delfinarium zu gewöhnen: In Harderwijk existiert nämlich schon eine Art Lagune für Große Tümmler und Seelöwen.

AnkeAber mit Anke (hier im Bild bei der Delfintherapie für autistische Kinder) und dem Nachwuchs ist es so eine Sache: Auch ihr erstes Baby ist gestorben. Allerdings soll es keinen Zusammenhang geben mit dem aktuellen Todesfall. Der ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wurde, in der vergangenen Woche; das Kleine starb nur 15 Minuten nach seiner Geburt. Laut Obduktionsbericht lag es daran, dass das Jungtier mit einer Missbildung der Luftröhre zur Welt kam und deshalb seine Lungenflügel nicht mit genügend Atemluft füllen konnte.
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