Deutschland sucht die Top-Kuh

Deutschland suchte wieder mal das „Topmodel“ – und wurde fündig. Nein, ich meine nicht Jana Beller, das neueste Küken von Heidi Klum. Die Schönheit, von der hier die Rede sein soll, heißt Krista, hat wunderschöne dunkle Augen und klasse Beine. Sie ist die neue tierische „Miss Germany“: eine schwarz-weiß gefleckte, sieben Jahre alte Holstein-Kuh.

Das ist kein Witz. Bei der Schönheitskonkurrenz in Oldenburg haben sich tatsächlich 220 Kühe um den Titel beworben – respektive ihre Besitzer. Die Tiere mussten in mehreren Runden antreten. Die 220 Bewerberinnen waren vorher in einem aufwändigen Casting aus zwei Millionen Holstein-Kühen ausgesucht worden.

Krista hatte den Wettbewerb auch vor zwei Jahren schon für sich entschieden. Vor allem ihr runder Bauch und ihr prallgefülltes Euter brachten ihr Punkte ein. In den letzten Wochen vor der „Miss-Wahl“ ist sie täglich gewaschen und gebürstet worden. Außerdem wurde sie an Stress und Lärm gewöhnt, denn eine solche Veranstaltung geht immer mit großem Tamtam über die Bühne.

Und worauf achten die Preisrichter dann bei der Kür der schönsten Kuh? Zu den Schönheitsmerkmalen zählen ein kräftiger Körperbau, starke Beine und eine straffe Haut. Bei dem Wettbewerb treten sogar spezielle Kuhfriseure an, die für glänzendes Fell und einen perfekten Haarschnitt sorgen. Auch der Föhn kommt zum Einsatz, Rückenhaare werden zum Beispiel nach oben geföhnt und dann mit Hilfe eines Schermessers auf eine gerade Linie gebracht, Kuhschwänze aufgebürstet. Solche Frisuren werden teils auch noch mit Haarspray fixiert.

Kühe sind zum Glück sehr geduldig und lassen sich offenbar viel gefallen. Aber ich frage mich schon, was sich Menschen noch alles an fragwürdigen Veranstaltungen mit Tieren ausdenken werden. Mir reichen schon die menschlichen Topmodels, auf tierische kann ich gut verzichten.