Pippi Langstrumpf würde sich freuen

Vor allem die Kinder unter den Zoobesuchern haben sie vermisst – die Totenkopfäffchen im Nürnberger Tiergarten. Ihre Anlage am Giraffenhaus wurde ein gutes Jahr lang umgebaut, und während dieser Zeit waren die Tiere im Ausweichquartier Gut Mittelbüg untergebracht. Aber nun sind sie zurück und wieder an ihrem angestammten Platz zu sehen: entweder im umgestalteten Haus oder auf der Bauminsel gegenüber, wo sie auf den Ästen nach Herzenslust herumklettern. Die meisten Kinder fahren total auf Totenkopfäffchen ab – sie kennen schließlich „Herrn Nilsson“ aus den Pippi Langstrumpf-Büchern und -Filmen. Was wahrscheinlich nur wenige wissen: Die kleinen Primaten werden auch als Saimiri bezeichnet, und auf Englisch heißen die Tiere „squirrel monkeys“, also „Eichhörnchenaffen“. Das kommt wohl daher, dass sie mit ihrem langen Schwanz auf den Ästen balancieren und bei der Fortbewegung an Eichhörnchen erinnern. Ihre ursprüngliche Heimat ist Südamerika. Dort leben sie in ganz unterschiedlich großen Gruppen, bevorzugt im Bereich der Baumwipfel. Der Bestand in freier Wildbahn ist rückläufig, aber sie sind (noch?) nicht als bedroht eingestuft.

Mit der guten Nachricht über die Rückkehr der Totenkopfäffchen wünsche ich allen Lesern ein schönes Osterfest!

Zootiere sind keine Kuscheltiere

TotenkopfäffchenSie sehen so niedlich aus, die kleinen Totenkopfäffchen. Dabei können sie äußerst kräftig zubeißen. Wie schmerzhaft das sein kann, hat auch eine Frau in Magdeburg feststellen müssen. Sie war in ein Freilaufgehege mit Totenkopfäffchen gegangen. Dort sprang ihr eines der Tiere plötzlich auf den Kopf. Die Frau riss vor Schreck die Arme hoch, was wiederum das Äffchen zum Erschrecken brachte. Es reagierte, wie Tiere in Angst- oder Schreckenssituationen oft reagieren: Es biss zu, und zwar in den Finger der Frau.

Die Verletzung war immerhin so schwer, dass die medizinische Versorgung letztlich 5400 Euro kostete. Die Krankenversicherung der Frau verlangte diese Summe vom Betreiber des Zoos zurück. Doch ein Gericht entschied anders: Der Zoo muss nicht zahlen. Denn in dem Gehege standen Schilder, wie sich die Zoobesucher zu verhalten haben, und Schilder mit Warnhinweisen, man solle hastige Bewegungen vermeiden. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass die Frau freiwillig das Gehege betreten habe und durch die Schilder über mögliche Gefahren informiert worden sei.

Ich finde die Entscheidung richtig. Die Besucher von Zoos und Tiergärten sind oft zu leichtsinnig und realisieren gar nicht, dass Zootiere eben keine Kuscheltiere sind. So kommt es immer wieder zu Verletzungen oder gar größeren Unfällen, für die die Zoobetreiber nichts können. Manche Leute beachten auch die Abgrenzungen an Tiergehegen nicht und heben sogar ihre Kinder über die Absperrungen, damit die Kleinen die Tiere möglichst ganz aus der Nähe beobachten können. Wehe, dann  passiert etwas! Dann ist natürlich der Zoo schuld. Tierparks können aber nicht überall Verbotsschilder aufstellen. Das sieht erstens hässlich aus und versperrt womöglich die Sicht auf die Tiere und kann zweitens den Spaßfaktor beim Zoobesuch ganz schön nach unten drücken. Eigentlich müsste man bei den Besuchern ja vom gesunden Menschenverstand ausgehen können – doch mit dem ist es oft nicht sehr weit her.

Nein, kein Baby von Herrn Nilsson!

TotenkopfbabyneuTotenkopfäffchen gehören zu den beliebtesten Zootieren überhaupt. Einfach alle finden sie niedlich – ob Groß oder Klein. Noch niedlicher sind die Babys dieser kleinen Affen. Der Nürnberger Tiergarten präsentiert zurzeit eines: Zwei Monate alt, und meist huckepack auf dem Rücken der Mama unterwegs. Unglaublich, dass der oder die Kleine bei den abenteuerlichen Sprüngen seiner Mutter niemals abstürzt. Manchmal macht er/sie sich auch schon zu eigenständigen Erkundungen durch das Gehege auf.

Totenkopfäffchen leben in Verbänden, in denen die Frauen das Sagen haben. Männer sind für sie nur während der Paarungszeit wichtig, sonst bleiben sie lieber unter sich und versorgen gemeinsam den Nachwuchs. In Nürnberg kann man das sehr schön beobachten: Nicht nur die Mutter kümmert sich um das Baby, sondern auch mehrere Tanten kommen ihm zu Hilfe, wenn es aus Unsicherheit mal zu pfeifen beginnt. Die männlichen Totenkopfäffchen im Nürnberger Tiergarten haben sich auf die Insel neben dem Gehege zurückgezogen – oder die Weibchen haben sie dorthin verbannt, ganz wie man es sehen will.
weiter lesen