Gut geklappert, Storch!

Ein scheinbar harmloses Storchenpaar bringt einen ganzen Ort in Aufruhr: Trommetsheim im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen. Dort haben Frau und Herr Storch seit Jahren ihr Nest auf dem 15 Meter hohen Kamin der ehemaligen Molkerei gebaut. Auch heuer wollen sie an diesem lauschigen Plätzchen wieder ihren Nachwuchs hochpäppeln und richten sich dafür häuslich ein. Dass der Schlot angeblich baufällig ist, kümmert sie wenig. Das mag für Menschen gefährlich sein, aber doch nicht für sie!
Als beide von einem Ausflug in die schöne Umgebung von Trommetsheim zurückkehren, ist ihr Zuhause spurlos verschwunden, von Menschenhand einfach auf den Turm des benachbarten Feuerwehrhauses umgesetzt. Damit kann das Storchenpaar nun gar nichts anfangen. Denn vom neuen Standort in nur acht Metern Höhe haben die Vögel keinen Ausblick in ihre Jagdgründe im Altmühltal. Frau und Herr Storch sind hartnäckig und errichten ein neues Nest auf dem alten Molkereikamin.
Die tierischen Hausbesetzer erobern sich damit die Herzen der Trommetsheimer Bürger. Die wollen jetzt nicht nur ihr Storchennest behalten, sondern auch den Schlot. Sie gehen für beides auf die Straße, um das Wahrzeichen ihres Ortes zu retten. Den geplanten Abriss musste man erst mal verschieben.
Auch wenn es vielleicht teuer wird, den einsturzgefährdeten Kamin zu erhalten – als Storchenfeind in die Schlagzeilen zu geraten, kann man sich erst recht nicht leisten. Vor ein paar Jahren hat zum Beispiel Fürth für viel Geld seinen Storchenkamin in der Gustavstraße saniert und so für ein positives Image als Storchenstadt gesorgt. In diesem Sinn kann man schon einmal nach Trommetsheim rufen: „Gut geklappert, Storch!“