Fünf vor zwölf für die Schimpansen!

SchimpansenDie berühmte britische Affenforscherin Jane Goodall, die seit 50 Jahren das Verhalten von Schimpansen erforscht, meldet sich mit alarmierenden Zahlen zu Wort: Die Anzahl der Schimpansen in Uganda, Kongo und anderen ostafrikanischen Staaten, in denen Goodall seit einem halben Jahrhundert arbeitet, ist drastisch zurückgegangen: von rund 1,5 Millionen auf geschätzte 300 000 Tiere.

Das ist an und für sich schon erschreckend genug. Doch die Situation droht sich noch zu verschlimmern. Denn in Uganda sollen in den nächsten Jahren in weiten Gebieten Ölquellen erschlossen werden. Und dafür werden noch mehr Waldflächen zerstört als bisher, befürchtet die Forscherin. Nach Berechnungen des Jane-Goodall-Instituts fallen in Uganda schon jetzt jedes Jahr zwei Prozent der gesamten Waldfläche Rodungen zum Opfer. Außerdem entstehen durch riesige Anbauflächen der Landwirtschaft Schneisen in den Urwäldern.

Dadurch werden die Reviere der Schimpansen zerstückelt, und die Menschenaffen haben keine Möglichkeit, in andere Gebiete auszuweichen und neue Gruppen zu gründen, wenn einzelne Schimpansen-Gruppen zu groß werden.

Nun kommt es darauf an, ob die warnende Stimme von Jane Goodall bei der Regierung und den Konzernen, die sich durch die Erschließung der Ölquellen in Uganda große Gewinne versprechen, Gehör finden kann. Goodall fordert, dass zumindest Umweltexperten zu Rate gezogen werden, damit so viel Lebensraum der Schimpansen erhalten werden kann wie möglich. Man kann nur hoffen, dass die Forscherin Unterstützung von großen Umwelt- und Tierschutz-Organisationen bekommt – die Schimpansen brauchen weltweit eine große Lobby!

Fernsehtipp: Berggorillas – nicht im Nebel

berggorillaAb und zu gebe ich hier ja gerne einen Tipp, wenn im Fernsehen ein vielversprechender Tierfilm gezeigt wird. Ich hoffe, das ist bei folgendem Streifen auch der Fall: Morgen, 14. Februar, strahlt das SWR Fernsehen um 17.15 Uhr in der Reihe „Länder – Menschen – Abenteuer“ einen Beitrag aus über „Berggorillas, Ugandas sanfte Riesen“.

Die Gorillaforscherin Martha Robbins sagt über sich selbst, sie sei eher zufällig an die Promatenforschung geraten. Egal – immerhin hat sie es zu einer der anerkanntesten „Primatologinnen“ auf der Welt gebracht. Sie erforscht im Auftrag des Max-Planck-Instituts Berggorillas in Ostafrika – und zwar in einer der gefährlichsten Krisenregionen der Welt. Auf ugandischer Seite wurde in den ältesten Urwäldern unserer Erde ein Gorilla-Schutzgebiet eingerichtet. Dort leben derzeit um die 320 Berggorillas – das ist rund die Hälfte der überhaupt noch existierenden Exemplare dieser Art.

Martha Robbins hat seit zehn Jahren einen 15-köpfigen Gorillaverband beobachtet und alle Verhaltensmuster dokumentiert. Da spielen sich anscheinend Dramen ab wie in einer Doku-Soap, Freundschaften und Feindschaften entstehen in guten wie in schlechten Zeiten, es geht um Liebe und Hass, Leidenschaft, Leben und Tod.

In dem Gebiet leben aber auch Menschen: Waldbewohner wie zum Beispiel die Batwa. Martha Robbins versucht, sie in die Naturschutzprojekte mit einzubeziehen. All das soll in dem Film zu sehen sein. Ein Team von „Länder – Menschen – Abenteuer“ hat die berühmte Wissenschaftlerin bei ihrer Arbeit begleitet. Sind wir mal gespannt, wie das Ergebnis ist!