Proteste gegen die Hundetötungen

Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft hat die Ukraine ein immer größeres Imageproblem: Sie bekommt das Abschlachten von Straßenhunden weiterhin nicht in den Griff. Tierschützer laufen Sturm gegen die Massentötung, und es werden immer öfter Forderungen laut, dass das Fußballturnier in der Ukraine nicht stattfinden dürfe. Für den 31. März sind in ganz Europa Proteste gegen die Hundetötungen in der Ukraine geplant.

Nun will man von offizieller Seite offenbar zeigen, dass man gegen die privaten Doghunter, die Hunde töten, um ihre Vieretel „von Parasiten zu säubern“, durchaus vorgeht. In Kiew steht ein solcher Mann jetzt erstmals vor Gericht. Er soll für das Abschlachten von 30 Straßenhunden verantwortlich sein. Der Mann hat einen Komplizen, der – man kann es nicht fassen – Videoclips von den Tötungen ins Internet gestellt hat. Das führte schließlich dazu, dass die beiden gefasst wurden. Den beiden jungen Männern drohen nun Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Der Angeklagte hat bisher zugegeben, neun Tiere abgeschlachtet zu haben. Dabei hat er sie anscheinend mit Schraubenziehern und brennenden Zigaretten gequält. Er gibt an, bei seinem grausamen Vorgehen jeweils betrunken gewesen zu sein.

Die Doghunter haben untereinander Kontakt über das Internet. Dort verbreiten sie Tipps, wo sich Hunderudel gerade aufhalten und wie man sie am besten umbringen kann. Sie stellen  zum Teil auch Regeln auf, nach denen die ausgehungerten Tiere getötet werden sollen: Etwa, indem man ihnen vergiftete Köder direkt ins Maul reicht. Nach solchen Aktionen kursieren dann abstoßende Bilder beispielsweise von verbrannten Hunden.

Ob Gerichtsverfahren tatsächlich den erhofften Imagegewinn für das Land bringen können, bleibt zu bezweifeln. Dass die Fußball-EM aber in jedem Fall in der Ukraine durchgeführt wird, daran werden wohl leider auch die Proteste von Tierschützern nichts ändern.

 

 

 

Guten Morgen, Uefa!

Die internationalen Proteste von Tierschützern und verschiedene Medienberichte haben zwar dazu geführt, dass die Ukraine unter Druck geriet mit ihrer unmenschlichen Massentötung von Straßenhunden im Vorfeld der Fußball-EM 2012. Sie hat ein Tötungsverbot verhängt. Die Verantwortlichen sollen außerdem versprochen haben, Tierheime für die Streuner zu bauen oder sie sterilisieren zu lassen. – Doch wer kontrolliert eigentlich, ob sich irgendjemand an das Verbot bzw. die Versprechen hält? Dass das wohl nicht der Fall ist,  haben auch schon viele Kommentatoren in Blogs und Internetforen geschrieben.

Nun hat sich endlich auch der europäische Fußballverband Uefa zu Wort gemeldet. Guten Morgen! Dort „begrüßt“ man das Tötungsverbot, heißt es in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur. Da kann man ja nun wirklich nur noch drüber lachen! Ich befürchte, diese Herren haben sich nach dem „Begrüßen“ auch ganz schnell wieder von dem für sie unliebsamen Thema verabschiedet. Jedenfalls habe ich keine Meldung bei dpa gefunden, dass man bei der Uefa tatsächlich aktiv etwas gegen die grausame Tötungsmaschinerie – ich erspare meinen Lesern ein Foto von in Blutlachen liegenden toten Hunden – unternimmt.

Da fällt mir ein: Beim Grüßen nickt man ja mit dem Kopf – vielleicht haben die hohen Fußball-Herren das Ganze ja einfach nur abgenickt?!

 

 

 

Was für den Fußball alles geopfert wird

Der Spitzenfußball fordert seine Opfer – das hat man erst wieder am vergangenen Wochenende beim Selbstmordversuch von Schiedsrichter Babak Rafati gesehen. Sogar Tiere müssen mit dem Leben für diesen Sport bezahlen. Das kann man seit einiger Zeit in der Ukraine beobachten, wo im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 Städte offenbar systematisch streunende Hunde töten, um als Gastgeber bei den Spielen als „Saubermänner“ dazustehen. Bis zum Sommer nächsten Jahres soll angeblich eine Viertelmillion der Streuner in Kiew „entsorgt“ werden. Eine regelrechte Tötungsmaschinerie wurde in Gang gesetzt; auch auf streunende Katzen wird Jagd gemacht.

Es heißt, dass während der letzten zwei Jahre schon Tausende von Hunden umgebracht wurden – und zwar auf unmenschlichste Art und Weise. Tierschutzorganisationen und die Presse in England und den USA berichten von Hunden, die totgeschlagen, vergast oder erstickt wurden. Vom „Slaughterhouse Ukraine“ ist da die Rede. Manche Vierbeiner hat man offenbar einfach zusammen mit Müll in Container geworfen, wo sie dann von Walzen platt gemacht wurden. Aus der Sicht zivilisierter Länder einfach unglaublich! Ebenso wie die Tatsache, dass sich die großen Fußball-Verbände nicht darum scheren und die Verantwortung für die Massaker einfach dem austragenden Land überlassen.

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika nicht nur Tiere dran glauben mussten, sondern auch Menschen, deren armselige Wellblech-Unterkünfte in Slums die schöne heile Fußball-Welt gestört hätten. Und in Brasilien, wo die Fußball-WM 2014 stattfindet, läuft es genauso.

P.S.: Wie ich beim Stöbern in der „Blogroll“ gesehen habe, hat kurz vor mir auch mein Kollege Peter Viebig in seinem Blog „Vip-Raum“ das Thema aufgegriffen – allerdings aufgehängt am Sportartikel-Hersteller Adidas. Finde ich gut, das Leiden der Tiere kann gar nicht oft genug angeprangert werden!

 

 

Tiergeschichten steigern Zeitungsauflage

Tiergeschichten und -fotos werden von Fernsehzuschauern oder Zeitungslesern nach wie vor regelrecht verschlungen.

Wie gut sich mit Tierfotos Zeitungen verkaufen lassen, hat jetzt wieder eine große französische Zeitung bewiesen. Sie brachte eine ganze Fotoserie über ein Vogelpärchen mit wahrhaft tragischem Inhalt: Das Vogelmännchen versucht, seiner verletzten Partnerin das Leben zu retten. Er füttert sie, kümmert sich rührend um sie – doch alles umsonst. Sie ist zu schwach und stirbt. Er will das nicht wahrhaben und startet sogar Wiederbelebungsversuche, die allerdings auch nichts bringen. Vollkommen verzweifelt versucht er, Hilfe herbeizuzwitschern. Schließlich muss er einsehen, dass er nichts ausrichten kann. Trotzdem kann er nicht von seiner großen Liebe lassen und weicht nicht von ihrer Seite.

Trauriger und besser hätte sich das kein Drehbuchautor ausdenken können. Die Fotos sollen in der Ukraine gemacht worden sein. Der Fotograf verkaufte sie angeblich für ein geringes Honorar an die Zeitung,  die innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war.

So, und nun will ich die Leser dieses Blogs nicht länger auf die Folter spannen. Wer sich die unglaublich rührende Vogelgeschichte selbst anschauen möchte: bitteschön, hier ist sie!