Wie leben die "vierbeinigen Landschaftspfleger"?

UrwildpferdPrzewalski-Urwildpferde gehören zu den Tierarten, die ohne Zoologische Gärten schon ausgestorben wären. Nur durch gezielte Zuchtprogramme ist es gelungen, diese Tierart zu retten. Auch der Tiergarten Nürnberg hat dabei seit Jahrzehnten mitgeholfen.

Vor sieben Jahren wurde im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst das Przewalski-Urwildperd-Projekt gestartet. Mittlerweile besteht die Gruppe von Urwildpferden, die den wertvollen Sandlebensraum im Naturschutzgebiet beweidet, aus acht Hengsten. Sie stammen aus dem Tiergarten Nürnberg und dem Münchner Tierpark Hellabrunn. Das Naturschutzgebiet ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger und auch im Winter sehr reizvoll.

Wer sich für das Urwildpferd-Projekt interessiert, dem möchte ich einen Vortrag zu diesem Thema ans Herz legen: Am Donnerstag, 9. Dezmber, berichtet Diplombiologin Verena Fröhlich, die Gebietsbetreuerin für den Tennenloher Forst, über die bisherigen Erfahrungen, die man mit dem Projekt gemacht hat. Sie gibt mit vielen Fotos Einblicke in das Leben der „vierbeinigen Landschaftspfleger“. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens (der Eintritt ist frei).

Ausflug zu den Urwildpferden

Ein Tipp für Leute, die gerne wandern oder mit dem Rad fahren und dabei in aller Ruhe Tiere beobachten und die Natur genießen möchten: Das Przewalski-Urwildpferd-Projekt  im Tennenloher Forst lohnt sich immer. Acht Hengste, die aus dem Tiergarten Nürnberg und dem Tierpark Hellabrunn stammen, leben dort jetzt mittlerweile in einer Junggesellen-Gruppe, nachdem sich die Herde erst vor kurzem vergrößert und „Nachschub“ aus dem Tiergarten Nürnberg bekommen hat.

Es gibt bereits Pläne, in dem Naturschutzgebiet eine zweite Pferdekoppel einzurichten, hinter dem schon bestehenden Gelände. Doch da werden sich Tiere und Menschen noch ein wenig gedulden müssen, bis die Finanzen stimmen. Die Zäune um die großen Flächen herum zu bauen, kostet nämlich eine ganz schöne Stange Geld. Aber auch die bisherige Gruppe ist interessant für die Besucher. Die jungen neuen Hengste haben sich schnell in die Herde integriert, dafür hat ihr Chef „Dimitri“ schon gesorgt.

Im Tiergarten ist man froh, dass man die Junghengste in Tennenlohe an eine gute Adresse abgeben konnte. Tiergartendirektor Dag Encke will seine Herde nämlich gesundschrumpfen und die Zuchtgeschwindigkeit etwas drosseln. Die Przewalski-Gruppe am Schmausenbuck war zu groß geworden und der frühere Zuchthengst „Gino“ zuletzt komplett überfordert – weniger mit den nachdrängenden jungen Hangsten, als vielmehr mit seinen alten, erfahrenen Stuten. Die sind ihm ganz schön auf dem Kopf herumgetanzt, so dass er seine Souveränität einbüßte.

Tja, Familienplanung kann auch bei Przewalskis ganz schön kompliziert sein…