Es geht auch ohne Schlitten

Hundeschlittenrennen haben eine Tradition in Ländern wie Alaska, Grönland, Sibirien oder Norwegen. Dort wurden schon vor Christi Geburt die ersten Schlittenhunde gezüchtet. Ihre hautsächliche Eigenschaft ist der unbedingte Wille, über lange Strecken unter extremen klimatischen Bedingungen zu laufen und dabei einen Schlitten zu ziehen.

Aber unsere Welt hat sich seitdem verändert. Schlittenhunde verschiedener Rassen werden heutzutage überall gehalten, selbst in Ländern, in denen es auch im Winter fast sommerlich bleibt. So zum Beispiel in Kalifornien. Dort hat sich in Costa Mesa, südöstlich von Los Angeles, eine regelrechte Hundeschlitten-Kultur herausgebildet: Wöchentlich finden dort in einem Park Rennen statt. Statt Schlitten ziehen die Hunde kleine Wagen, Roller oder Fahrräder. Das Hobby, dem viele Schlittenhunde-Besitzer frönen, nennt sich „Urban Sledding“. Dabei kommen vor allem Schlittenhunde der Rassen Alaskan Malamutes und Samojeds zum Einsatz.

Klar, diese Hunde sind so veranlagt, dass sie sich möglichst viel bewegen und dabei richtig verausgaben müssen. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit, durch regelmäßiges Training äußerst exakt auf Kommandos der Schlittenhundeführer reagieren zu lernen. Und so eigenartig die Bilder von Schlittenhunden unter der Sonne Kaliforniens auch anmuten mögen – vielleicht ist „Urban Sledding“ in einigen Jahren angesichts der Erderwärmung gar nichts Besonderes mehr, sondern der Normalfall?

Mussten 27 Tiere für "Hobbit" sterben?

Mit Spannung warten derzeit alle Fans von John R.R. Tolkiens Buch „Der Kleine Hobbit“ auf den ersten Teil der Filmtrilogie „Der Hobbit“, der am 13. Dezember in deutschen Kinos unter dem Titel „Eine unerwartete Reise“ startet. Die Premiere findet zwei Wochen vorher, am 28. November, in Wellington (Neuseeland) statt. Dort wirbt das „Embassy-Theater“ bereits im Vorfeld mit einer überdimensionalen Gandalf-Figur für den Streifen. Auch der britische Thronfolger Prinz Charles ist ein großer Hobbit-Fan und hat bei seinem Staatsbesuch in Neuseeland das Filmteam getroffen, u.a. den Schauspieler Mark Hadlow, der in der Rolle des Zwergs Dori zu sehen sein wird.

50 Millionen Dollar hat allein die Produktion dieses ersten „Hobbit“-Films gekostet. Umso ungeheuerlicher ist ein Skandal, der jetzt aufgedeckt wurde:  Die Dreharbeiten für den Film haben offenbar das Leben von mindestens 27 Tieren gefordert. Die Produktionsfirma soll für den Tod dieser Tiere verantwortlich sein, die nach Aussagen von Tierpflegern wegen schlechter Haltungsbedingungen auf einer Farm in der Nähe von Wellington umgekommen seien. Auf der Farm waren um die 150 Tiere untergebracht, die im Film mitspielen, u.a. Pferde, Ziegen, Hühner und Schafe.

Laut den Tierpflegern hat es auf der Farm regelrechte „Todesfallen“ für die Tiere gegeben: Felsvorsprünge, Senken oder auch kaputte Zäune. Obwohl sie die Filmproduzenten über diese Mängel informiert hätten, habe niemand darauf reagiert. Einige Zäune haben die Pfleger angeblich selbst geflickt, aber sie hätten nicht genug tun können, um die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. Ein Sprecher von Regisseur Peter Jackson hat zugegeben, dass der Tod von zwei Pferden hätte verhindert werden können. Doch für andere Todesfälle soll es „natürliche“ Ursachen gegeben haben. Die Produktionsfirma will die Unterbringung der Tiere außerdem nachgebessert haben.

Aufgrund dieser Vorfälle haben Tierschützer zu Protesten bei den „Hobbit“-Premieren in Neuseeland, Großbritannien und den USA aufgerufen.

 

Hunde würden Obama wählen

In wenigen Tagen entscheidet sich, wer der nächste US-Präsident wird: Bleibt Barack Obama im Amt, oder wird er von Mitt Romney abgelöst? Während noch spekuliert wird, ob der „Frankenstorm“ Sandy letztlich den Wahlausgang entscheiden könnte, spielt sich im Internet ein „tierischer“ Wahlkampf ab: Haustierfreunde haben auf Facebook unter dem Titel „Pet Lovers for Obama“ eine erfolgreiche Kampagne für Obama gestartet, die schon über 42 000 „Gefällt mir“-Angaben hat.

Der Präsident punktet bei den Tierliebhabern aber auch durch geschickt inszenierte Auftritte seiner Familie mit dem „First Dog“, einem Portugiesischen Wasserhund namens Bo, über den ich in diesem Blog auch schon geschrieben habe, zum Beispiel hier.

Zum Geburtstag von Bo im Oktober hat das Weiße Haus eine nette Mischung von Fotos und Videos aus Bo´s vergangenem Amtsjahr ins Netz gestellt. Eines der Fotos zeigt Obama zusammen mit seinem Hund in der Präsidentenlimousine. Dazu erschien ein Text, der übersetzt etwa folgendermaßen lautet: Wie fürsorgliche Besitzer ihre Hunde transportieren.

Damit wird auf die Herzlosigkeit Mitt Romneys Hunden gegenüber angespielt: In den achtziger Jahren hatte der seinen Hund Seamus während einer Urlaubsfahrt zwölf Stunden lang in eine Kiste auf dem Autodach eingesperrt. Dieser Vorfall hat Romney viel Ärger eingebracht und sich auch schon bei den vergangenen republikanischen Vorwahlen negativ ausgewirkt. Im jetzigen Wahlkampf wurde der Autodach-Skandal wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt. Die Initiative mit dem Namen „Dogs against Romney“ prangert an, dass Romney Hunde quält und dass diese Botschaft weiterverbreitet werden soll.

Werden also Hunde eine ausschlaggebende Rolle bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen spielen? Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint das durchaus möglich.

 

 

 

Rätsel um ein Riesenauge

In Florida, ein Stück nördlich von Fort Lauderdale, lag in diesen Tagen ein ziemlich unheimliches  „Fundstück“ am Strand: Ein riesiges blaues Auge, etwa in der Größe eines Softballs, war angespült und von einem Spaziergänger entdeckt worden. Zunächst konnte man sich keinen Reim darauf machen.

Inzwischen wurde der Augapfel in einem Forschungslabor der staatlichen Behörde zum Schutz des Fischbestands untersucht, der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (dabei entstand auch dieses Foto). Die Wissenschaftler konnten das Rätsel um seine Herkunft lösen: Es handelt sich um den Augapfel eines Schwertfischs. Endültig wollen sie sich zwar noch nicht auf dieses Ergebnis festlegen, aber die bisherigen Untersuchungen des Körperteils deuten auf diesen Raubfisch hin. Nun werden noch DNA-Tests durchgeführt, um das Auge hundertprozentig zuordnen zu können.

Die Forscher gehen davon aus, dass ein Angler den Augapfel aus dem Kopf eines Schwertfischs herausgeschnitten und dann ins Meer geworfen hat. Schwertfische sind riesige Raubfische, die eine Größe von über vier Metern erreichen können. Von so einem Riesen-Exemplar muss dann wohl auch das am Pompano Beach aufgetauchte Auge stammen, das für viel Medienrummel gesorgt hat.

 

Was bringen solche Studien?

Wer sich kalorienarm ernährt, lebt gesünder. Lebt er deshalb aber auch länger? Darauf hat die Wissenschaft bisher keine Antwort – zumindest, was diese Frage in Bezug auf Menschen betrifft. Bei Affen dagegen hat man jetzt herausgefunden, dass eine jahrelange Diät sich nicht positiv auf die Lebenserwartung auswirkt.

US-Wissenschaftler haben eine 23 Jahre lang dauernde Studie mit Rhesusaffen abgeschlossen. Die Primaten wurden über diesen Zeitraum auf Diät gesetzt. Bei Mäusen und Ratten hatten solche Versuche vorher tatsächlich schon mehrmals eine lebensverlängernde Wirkung. Nun wollten die Forscher herausfinden, ob es sich bei Primaten – also den nächsten Verwandten des Menschen – auch so verhält.

Im Duchschnitt werden in Gefangenschaft lebende Rhesusaffen bei herkömmlicher Fütterung 27 Jahre alt, manche können auch ein Alter von 40 Jahren erreichen. Bei der Langzeitstudie bekamen sowohl ältere als auch jüngere Rhesusaffen eine Kost mit 30 Prozent weniger Kalorien. Auf ihre Lebensdauer wirkte sich das jedoch nicht aus – weder Männchen noch Weibchen wurden älter als die normal gefütterten Tiere.

Gesundheitliche Vorteile brachte die Diät den Affen allerdings schon: Sie bekamen später als ihre Artgenossen Alterskrankheiten, und auch Krebs trat bei ihnen seltener auf.

Eine derartige Studie ist allerdings noch nicht aussagekräftig. Das räumen die Wissenschaftler indirekt auch ein, indem sie darauf hinweisen, dass eine weitere Studie mit Rhesusaffen noch nicht abgeschlossen sei, deren erste Ergebnisse aber darauf hindeuten, dass eine Kalorienreduktion das Leben der Affen durchaus verlängert. – Wir müssen uns also darauf einstellen, dass die Forschung in diesem Bereich noch lange Zeit weiterlaufen wird. Ob die Resultate solcher Studien wirklich irgendwem weiterhelfen, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Wenn diese Beine nicht spektakulär sind!

In der Wissenschaft gibt es immer wieder Überraschungen, mit denen die Forscher selbst nicht gerechnet hätten. So haben nun Biologen der Universität von San Francisco in Höhlen des US-Staates Oregon eine Spinne entdeckt, die zu keiner der bisher bekannten Spinnenfamilien gehört – es handelt sich also nicht um eine neue Spinnenart, sondern um eine neue Spinnenfamilie. Eine solche Entdeckung kommt sehr selten vor.

Die Tiere sind ungefähr vier Zentimeter groß und besitzen bedrohlich aussehende, auffallende Fangklauen an ihren langen, dünnen Beinen. Weil man deshalb davon ausgeht, dass es damit seine Beute fängt, hat man das Tier Trogloraptor genannt, was so viel bedeutet wie „Höhlenräuber“; die Familie heißt Trogloraptoridae.  Um welche Beute es sich handelt, weiß man allerdings noch nicht.

Die Klauen faszinieren die Wissenschaftler offenbar besonders. Jedes der acht Spinnenbeine endet in zwei langen, gebogenen Fangklauen, und daran sitzen wiederum kleinere Dornen. Die Spinne verfügt also über perfektes Greif- und Fangwerkzeug. Das lässt die Forscher vermuten, dass diese Tiere ihre Opfer zu Fuß jagen und dann mit den Klauen packen. Die Trogloraptoridae gehören aber auch zu den Webspinnen. das heißt, sie könnten ihre Beute wahrscheinlich auch in ihrem Netz fangen. Ob sie beide Techniken anwenden und worauf genau sie Jagd machen, muss erst noch herausgefunden werden.

Mittlerweile ist ein anderes Forscherteam der Universität von San Diego auch außerhalb von Höhlen auf die neue Spinne gestoßen: Sie entdeckten sie in alten Rotholzwäldern an der Westküste der Vereinigten Staaten. Die Wissenschaftler wundern sich alle, dass ein so eigenartiges Tier dieser Größe so lange unentdeckt bleiben konnte.

 

 

Ein echtes Monster!

Als ich die Überschrift zu dieser Meldung gelesen habe, bin ich zunächst davon ausgegangen, dass die Amerikaner wieder mal ziemlich übertreiben: „Monsterpython in Florida gefangen“.  Aber beim Weiterlesen dachte ich mir dann, dieses Tier hat tatsächlich etwas Monsterhaftes an sich.

Mitarbeiter der Uni Florida haben in den Everglades den größten Python gefunden, den Menschen bisher zu Gesicht bekommen haben: Es handelt sich um einen Tigerpython, 5,39 Meter lang, 74 Kilo schwer und ungefähr 30 Zentimeter breit. Und ausnahmsweise haben nicht die Medien den Begriff „Monster“ für die Schlange geprägt, sondern der Wissenschaftler, der sie untersucht hat. Er sagte: „Das Ding ist ein Monstrum“, es könne sogar Alligatoren fressen.

Das Tier wurde eingeschläfert und wird nun genau untersucht. Die Wissenschaftler haben bei der Obduktion entdeckt, dass die Schlange Nachwuchs erwartete: In ihrem Körper befanden sich 87 Eier. Durch Untersuchungen des Pythons hofft man nun, neue Erkenntnisse über die Fress- und Fortpflanzungsgewohnheiten der Würgeschlangen zu gewinnen, denn vor allem über die Vermehrung dieser Reptilien weiß man noch nicht sehr gut Bescheid.

Die Forschungsergebnisse sollen auch dazu dienen, die Invasion dieser eigentlich in Asien beheimateten Würgeschlange in den USA einzudämmen. Pythons wurden dort vor einem Vierteljahrhundert eingeschleppt und damals meist als Haustiere gehalten. Aber ausgesetzte Tigerpythons fühlten sich in den Everglades pudelwohl und zeigten sich außerordentlich fortpflanzungsfreudig. Man schätzt, dass dort mittlerweile über 10 000 Exemplare leben. Sie fressen alles: Luchse, Opossums, Waschbären, kleine Hirsche und Vögel. Der Tigerpython soll für das Verschwinden von mehr als 90 Prozent einiger Säugetierarten in den Sumpfgebieten Floridas verantwortlich sein. Dadurch wird das gesamte Ökosystem dieser Regionen gefährdet.

Es wird wohl schwierig sein, die weitere Verbreitung von Tigerpythons zu verhindern. Die Jagd auf sie ist eröffnet: In einigen Regionen haben die Behörden die Tiere bereits zum Abschuss freigegeben.

Bleimunition macht Kondore krank

Es sind die seltensten und größten Vögel Nordamerikas: die Kalifornischen Kondore. In den achtziger Jahren war es schon einmal so weit, dass die majestätischen Tiere kurz vor dem Aussterben standen. 1982 existierten weltweit nur noch 22 dieser Vögel.

Damals startete man eine groß angelegte Rettungsaktion. Kondore, die zu den Geiervögeln gehören, wurden eingefangen, gezüchtet und später wieder ausgewildert. Das lief durchaus erfolgreich: Mittlerweile ist die Population auf etwa 400 Kondore angewachsen, die Hälfte davon in Freiheit, die übrigen in Zuchtstationen und Zoos. Die Freude unter Natur- und Artenschützern war groß.

Doch nun gibt es die nächste Hiobsbotschaft: Vielen freilebenden Kondoren droht eine Bleivergiftung. Die wird dadurch verursacht, dass sich die Geiervögel von Kadavern großer Säugetiere ernähren, die von Jägern mit Bleimunition erlegt wurden. Schon jeder fünfte Kondor leidet laut Wissenschaftlern unter einer so schweren Bleivergiftung, dass er entgiftet werden müsste. Sonst würden die Tiere erkranken und schließlich jämmerlich zugrundegehen. Etwa ein Drittel der Kondore leidet immerhin schon an chronischen Vergiftungserscheinungen. Das Gift blockiert ein Enzym, das unbedingt notwendig ist, um rote Blutkörperchen zu produzieren.

Die Forscher haben nachgewiesen, dass der größte Teil der Vergiftungen auf Blei aus Munition zurückzuführen ist, also auf Schrot oder Kugeln, die Jäger verwenden. In Kalifornien ist dort, wo Kondore ihren Lebensraum haben, Bleimunition seit einigen Jahren verboten. Offenbar halten sich die meisten Jäger aber nicht an dieses Verbot. Die Forscher halten es für unmöglich, unter diesen Umständen eine stabile Population von Kondoren zu erreichen. Damit ist das Überleben der Art in Freiheit wiederum gefährdet.

Der Ruf der Wale

In Deutschland läuft jetzt der Film „Der Ruf der Wale“ an. Er schildert eine spannende Rettungsaktion für drei Grauwale, die sich 1988 tatsächlich so abgespielt haben soll. Ein Film, der auf uns sicher an manchen Stellen etwas sehr amerikanisch (sprich: kitschig) wirken mag in seiner Machart, der aber die Konflikte zwischen Natur- und Tierschutz auf der einen Seite und politischer Gier nach Macht und den Interessen der Erdölindustrie auf der anderen Seite ganz anschaulich darstellt. Und ein Familienfilm, bei dem es keine Altersbeschränkung gibt und den sich tatsächlich die ganze Familie anschauen kann.

Denn auch im Film geht es um eine Familie, keine menschliche allerdings, sondern eine Familie von Grauwalen, deren Namen uns irgendwie bekannt vorkommen: Fred, Wilma und Baby Bamm-Bamm. Familie Feuerstein lässt grüßen. Die drei wollen vom äußersten Norden der USA in wärmere Gefilde ziehen, werden dabei aber vom Eis eingeschlossen. Das ist die Chance für Reporter Adam (John Krasinski), der im lokalen Fernsehsender über das Schicksal der Walfamilie berichtet. Schließlich verfolgen Millionen von Zuschauern gebannt Adams anrührende Fernsehberichte mit Bildern, die mitten ins Herz der Fernsehzuschauer treffen: durch Eislöcher verzweifelt nach Luft schnappende Wale, deren Schicksal besiegelt zu sein scheint. Wenn – ja wenn nicht eine große Rettungsaktion ins Leben gerufen wird, die den drei Meeresbewohnern aus ihrer verzwickten Lage heraushilft.

Da stehen dann – wie immer in den USA, wenn es hart auf hart geht – Gute und Böse zusammen und tun ihr Bestes: von der Greenpeace-Aktivistin (Drew Barrymore) über den kleinen Inuit-Jungen und den Öl-Tycoon bis zum Präsidenten, der auf diese Weise nebenbei sein angeknackstes Image aufpolieren kann. Und sogar der kommunistische Erzfeind in Gestalt eines sowjetischen Eisbrecher-Schiffes – der Film spielt schließlich noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs – darf sein Scherflein zur dramatischen Rettung beitragen.

Ein modernes Märchen für Tierfreunde und Naturschützer, das die Botschaft vermittelt: Gemeinsam sind wir stark und können Gutes tun.

 

Ein neuer Coup von PETA

Von den Tierschutz-Aktivisten der Vereinigung PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) sind wir in Nürnberg ja schon einiges gewöhnt. Ich habe über verschiedene Aktionen und Vorwürfe der Organisation, vor allem solche gegen den Tiergarten Nürnberg, in meinem Blog schon öfter geschrieben, zum Beispiel hier.

Jetzt aber hat sich der US-amerikanische PETA-Verband etwas einfallen lassen, auf das ich in meinen kühnsten Träumen – oder soll ich lieber sagen: schlimmsten Albträumen? – nicht gekommen wäre:  PETA-Mitglieder haben bei einem Gericht in San Diego Klage im Namen von fünf Orcawalen eingereicht. Sie wollen allen Ernstes prüfen lassen, ob das in der amerikanischen Verfassung verankerte Verbot der Sklaverei auch für Meeressäugetiere gilt. Die Klage geht gegen „Seaworld“ und bezieht sich auf fünf Orcas, die nach Ansicht von PETA von dem Erlebnispark-Unternehmen wie Sklaven gehalten würden: Kritisiert wird die Haltung in zu kleinen Becken und die Tatsache, dass die Tiere täglich in den Freizeitparks in Shows auftreten müssten.

„Seaworld“ und dessen Anwälte argumentieren, die PETA-Klage sei bar jedes gesunden Menschenverstandes. Der Zusatz in der Verfassung der USA gegen die Sklaverei beziehe sich eindeutig nur auf Menschen, nicht auf Tiere. Nach Medienberichten soll der Richter ebenfalls dieser Meinung sein.

Typisch für PETA ist die Tatsache, dass die Organistion wieder einmal die Augen vor Dingen verschließt, die sie nicht wahrhaben will oder die nicht in ihr Feindbild von den bösen Zoos und Aquarien passt: „Seaworld“ hat zur gleichen Zeit, als die Klage vorwärts gebracht wurde, vier Seelöwen aufgepäppelt und wieder ins freie Meer entlassen. Aber PETA setzt nun mal auf öffentlichkeitswirksame Aktionen. Hauptsache ist es für die Tierrechtler, auf irgendeine Art und Weise groß in den Medien herauskommen, egal, wie die Dinge in Wirklichkeit stehen. Das kennen wir, wie gesagt, aus Nürnberg zur Genüge.