Tier-Blogger sind im Urlaub

Es ist mal wieder so weit: Ich habe zwei Wochen Urlaub. So sehr ich mich darauf freue, bedeutet es doch auch, dass ich mein Blog vernachlässigen muss. Das ist mir jetzt echt peinlich, denn in den beiden letzten Monaten hatte mein Tier-Blog die meisten Zugriffe von allen NZ-Blogs (danke fürs Klicken und Kommentieren, liebe Leser!).

Aber ich fahre in ein Bergdorf am Dachstein, und da möchte ich mal richtig abschalten vom Redaktionsalltag. Deshalb habe ich auch eine Ferienwohnung ohne Internetzugang gemietet. Im Urlaub habe ich auch keine Lust, ein Internet-Café zu besuchen. Deshalb werde ich also nichts Aktuelles bloggen können.

Es hat sich ja aber in der Vergangenheit schon bewährt, dass mein Kollege Marco Puschner, der zweitgrößte Tierfreund in der NZ-Lokalredaktion, ab und zu für mich einspringt und einen Beitrag schreibt. Marco hat sich freundlicherweise wieder dazu bereiterklärt. Allerdings: Unsere Urlaube überschneiden sich diesmal um eine Woche, und so wird es mit dem Einspringen wahrscheinlich auch nicht so leicht sein.

Also: Bitte haben Sie/habt Nachsicht mit den urlaubsreifen NZ-Redakteuren. Frisch erholt fällt uns dann (hoffentlich!!) wieder viel für dieses Blog ein!!

Ich bin dann wieder mal weg

Es ist mal wieder so weit: Ab morgen bin ich für drei Wochen im Urlaub. Wie ich ja schon einmal bei „Achtung, Wolf“ geschrieben habe: Der Gefahr des gefürchteten Blogger-Burn-Outs will ich mich nicht aussetzen. Auch der eifrigste Blogger braucht ab und zu eine (kreative) Pause.

Auf jeden Fall hat mir mein Kollege Marco Puschner versprochen, wieder ab und zu einen Beitrag zu schreiben, damit der Blog nicht ganz verwaist ist. Das finde ich wirklich nett von ihm. Es ist nämlich gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der von Zoos und Tieren was versteht und auch noch darüber etwas schreiben kann und will.

Vielleicht komme ich im Urlaub auch wieder dazu, einen Zoologischen Garten zu besuchen. Dann kann ich ja hinterher wieder drüber berichten. 

Naomi, deinem Charme erliegt jeder!

Ute füttert DelfinViele Menschen glauben ja, wir Journalisten hätten ganz viele Privilegien im täglichen Leben. Etwa, dass wir uns einfach ins Parkverbot stellen dürfen, viele Zeitungen umsonst lesen können oder freien Eintritt in alle möglichen Einrichtungen haben. Das meiste davon stimmt nicht, also keine Eifersucht!

Aber jetzt werden alle Tierfreunde vor Neid erblassen, wenn sie sehen, was ich bei einem Arbeitstermin für die „Nürnberger Zeitung“ im Delfinarium des Tiergartens ausnahmsweise – und nur, weil ich vorher meine Hände desinfiziert hatte – erlebt habe: Ich war für einige Minuten Delfin-Trainer! Ja, ich habe Naomi, dem in Nürnberg geborenen Delfin-Weibchen, in den Schnabel schauen und mit ihr Ball spielen dürfen. Das war ursprünglich nicht vorgesehen, sondern hat sich eher zufällig ergeben: Als ich am Rand des Delfin-Beckens stand und einen Trainer interviewte, kam Naomi, die wahnsinnig neugierig ist, an den Rand und stupste den Ball zu mir rüber. Sie wollte mit mir spielen, und da wollte sich natürlich kein Spielverderber sein. Ich kann nur sagen: Naomi trägt ihren Namen zu Recht, sie ist eine echte Delfin-Schönheit. Und einen Charme hat das Tier… Also, wahrscheinlich werde ich mir jetzt ein paar Wochen nicht mehr die Hände  waschen, jetzt, da sie diese zarte Delfinhaut berührt haben.

Arbeiten musste ich allerdings danach trotzdem noch. Das Ergebnis ist im Lokalteil der „Nürnberger Zeitung“ vom 19. März 208 zu lesen.  

Gedöns um den Eisbären-Nachwuchs

eisbar.JPGJahrzehntelang gab es regelmäßig Nachwuchs bei den Eisbären im Tiergarten. Die Medien berichteten ebenso regelmäßig darüber, ganz unaufgeregt.

Mit „Knut“ wurde alles anders. Seit den ersten Berichten über die Babys von „Vera“ und „Vilma“ am Schmausenbuck überschlagen sich Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehteams. Doch es gibt vorläufig nichts Neues: Die erst ein paar Wochen alten Bärchen haben – wie nicht anders zu erwarten war – die Wurfhöhlen noch nicht verlassen. Man weiß nach wie vor nicht, wie viele Jungtiere es genau sind; Kameras wurden in den Höhlen nicht installiert. Dass „Vera“ sich immer wieder über lange Zeiträume nicht in der Höhle, sondern im Freien aufhält, gibt Anlass zur Sorge, ob sie ihre Jungen ausreichend versorgt. Wenn sie vernachlässigt werden, besteht die Gefahr, dass sie nicht überleben.

Die Tiergartenleitung hat bereits angekündigt, dass man nicht eingreifen werde, wenn eine (oder beide) Eisbären-Mama(s) ihr(e) Baby(s) nicht annehmen sollte(n). Eine künstliche Aufzucht mit der Flasche – wie bei Knut – kommt für Tiergartendirektor Dag Encke und seinen Stellvertreter Helmut Mägdefrau nicht in Frage. Das habe man bis in die 1970er Jahre so gemacht, es entspreche aber nicht mehr den heutigen Richtlinien der Europäischen Zoos. Demnach sollen die Tiere unter möglichst natürlichen Voraussetzungen leben – soweit das in einem Zoo überhaupt geht.

„Vera“ und „Vilma“ haben zum ersten Mal Nachwuchs. Auch in der Natur kommt es häufig vor, dass erstgebärende Eisbärinnen ihren Nachwuchs verstoßen oder gar auffressen. Bereits wenn sie zum zweiten Mal Mutter werden, machen sie in der Regel aber alles richtig.

Es kann auch niemand garantieren, dass ein von Hand hochgepäppeltes Junges gesund heranwächst und überlebt. Bei „Knut“ hat das auf den ersten Blick funktioniert. Noch aber kann niemand sagen, ob er nicht zu sehr auf seinen Pfleger geprägt ist und ob er sich jemals in eine Gruppe von Artgenossen einfügen können wird. Außerdem ist es bekannt, dass von Menschen aufgezogene Eisbären später selbst mit ihrem eigenen Nachwuchs öfter Probleme haben.

In Nürnberg wurden bis in die 1970er Jahre 20 Eisbärenbabys von Hand aufgezogen. Auch nach der Umstellung auf natürliche Aufzucht sind bis zum Winter 1993/94 noch einmal sieben Eisbärenjunge gesund herangewachsen. Ich glaube, man sollte diesen Ansatz weiterverfolgen.

Was hat der Tiergarten, was die "ZEIT" nicht weiß?

Da hat das renommierte „ZEITmagazin“  in seinem Rückblick auf das Jahr 2007 tatsächlich einmal den Nürnberger Tiergarten erwähnt – und zwar in einem Artikel über Tierbabys, die 2007 in deutschen Zoos das Licht der Welt erblickt haben, im Schatten von „Knut“ aber keine große Beachtung fanden. Toll, denke ich zuerst.

Doch welche Tierart hat sich die Redaktion im fernen Hamburg aus dem zahlreichen Nachwuchs, der im vergangenen Jahr am Schmausenbuck geboren wurde, ausgesucht? Ausgerechnet die beiden kleinen Ural-Käuze! Nichts gegen diese Tierart, aber wer das als Nicht-Nürnberger liest,  der glaubt doch, beim Tiergarten handelt es sich höchstens um einen Vogel-Park!

Dabei hätte der Tiergarten durchaus ebenso attraktive Tierbabys zu bieten gehabt wie manch anderer in diesem Artikel erwähnte Zoo! Ich möchte nur an das im November geborene süße Giraffen-Baby erinnern. Oder den Nachwuchs bei den Urwildpferden, den Humboldt-Pinguinen, den Kalifornischen Seelöwen oder den Shire-Pferden.

Naja, was soll´s. Die Besucher kommen mit und ohne „Zeit Magazin“ in den Tiergarten – vor allem jetzt, wo alle gespannt sind, wie viele Eisbären-Babys es wohl sind.   

Gleich mehrere "Knuts" im Tiergarten

Der Nürnberger Tiergarten könnte den Berliner Zoo und seinen berühmten Eisbären „Knut“ toppen: Vera und Vilma, die zwei Eisbär-Weibchen am Schmausenbuck, haben beide Junge bekommen! Wie viele es sind, weiß allerdings noch niemand. Denn die winzigen Bärchen – sie haben etwa die Größe eines Meerschweinchens – werden von ihren Müttern bisher in der Wurfhöhle in den Sandsteinfelsen bzw. im Stall im neuen Teil der Eisbärenanlage von der Umwelt abgeschirmt. Auch Vera und Vilma halten sich fast nur noch dort drinnen auf.

Selbst die Pfleger und die Zootierärzte müssen sich in Geduld üben und warten, bis die Eisbären-Mamas ihre Babys nach draußen bringen. „Es waren vor beiden Ställen Laute von Jungtieren zu hören, und wir wissen, dass Felix beide Weibchen gedeckt hat“, sagt der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau.

Apropos Felix: Der darf seine Vaterfreuden leider nicht genießen! Aus Sicherheitsgründen wurde er für eine Übergangszeit in die Zoo-Erlebniswelt nach Gelsenkirchen ausquartiert. Dort kann er sich immerhin mit einer jungen Eisbären-Dame trösten.

Im Tiergarten hoffen nun alle Mitarbeiter, dass sich Vera und Vilma um ihre Jungen kümmern. Sie haben beide zum ersten Mal Nachwuchs: Da ist es nicht sicher, ob sie ihre Babys auch annehmen.  „Knut“ in Berlin hatte ja auch eine Rabenmutter, die sich nicht um ihn kümmerte… 

Schlaue Wildschweine

Wer viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, hilft mit, die Umwelt zu schonen und die Natur zu schützen. In Nürnberg leistet die Straßenbahn der Linie 5 noch einen zusätzlichen, ganz besonderen Beitrag zum Artenschutz: Sie ist nicht unerheblich dafür verantwortlich, dass der Bestand der Wildschweine im Stadtgebiet anwächst.

Wie das? Ganz einfach: Im Bereich der Wendeschleife der „Fünfer“ im Waldstück an der Endhaltestellle Tiergarten besteht ein Jagdverbot. Das hat sich wohl unter den Schwarzkitteln herumgesprochen. Denn dort haben sich besonders viele Exemplare dieser Spezies angesiedelt, freuen sich ihres Lebens und sicheren Daseins und vermehren sich vergnügt. Ein Gerücht ist es allerdings, dass das Borstenvieh jetzt auch schon Straßenbahn fährt.

Neuer Star im Tiergarten

GiraffenbabySie ist grazil, langbeinig, hat riesige, fast schwarze Augen und Wimpern – so lang und dicht, wie sie keine noch so teure Mascara hervorzaubern könnte: Zamani, die kleine Netzgiraffe, die vor vier Wochen im Tiergarten das Licht der Welt erblickt hat. Schnell hat sie nicht nur die Herzen von Mama Lilli und Papa Charly erobert, sondern auch die der Tierpfleger und der Zoobesucher. Schade, dass es in dieser trüben Jahreszeit nicht so viele sind wie im Frühjahr oder Sommer, wenn die meisten anderen Tierbabys geboren werden – Zamina hätte mehr Bewunderer verdient!

Zamina wird sicherlich kein Medienstar wie Eisbär Knut in Berlin. Sie wird dem Tiergarten nicht Hunderttausende von Euro einbringen. Dafür darf sie ein ganz normales, glückliches Tierbaby sein, wird von ihrer Mama liebevoll umsorgt und kann mit Papa Charly und der großen Schwester Imara im Gehege zusammenleben. Allemal besser, als im Medienrummel vermarktet zu werden, oder?

Elefantenhochzeit in Armenien

Während im Nürnberger Tiergarten die Afrikanische Elefantenkuh Yvonne seit dem Tod ihrer langjährigen Gefährtin Kiri im August dieses Jahres noch immer allein ist, wird in diesen Tagen – genauer gesagt: am 16. Dezember – im Zoo der armenischen Hauptstadt Jerewan eine Elefantenhochzeit gefeiert. Eine unter leibhaftigen Dickhäutern, so unglaublich das auch klingen mag!

Die beiden Heiratskandidaten sind: der armenische Elefantenbulle Grantik und die Elefantenkuh Mascha aus Moskau, die dort früher bei einem Zirkus aufgetreten ist.

Ein armenischer Unternehmer, der den Kauf der Elefantenkuh und ihren Transport von Moskau nach Jerewan ermöglicht hat, richtet auch die Hochzeit aus. Die soll nach traditionellem armenischen Brauch ablaufen. Bei dieser Zeremonie bekommt die „Braut“ einen neuen Namen: Mascha wird künftig nicht mehr Mascha heißen, sondern Candy. Auch wenn sich das wenig russisch oder armenisch anhört.

Im nächsten Jahr soll für das frisch vermählte Elefantenpaar dann auch ein neues Gehege im Zoo von Jerewan gebaut werden. Grantik und die künftige Candy sollen möglichst schnell für Nachwuchs sorgen.

Der Tiergarten im Advent

lebende  KrippeMan mag mich für einen unverbesserlichen Romantiker halten. Aber ich bekenne mich gerne dazu: Jedes Jahr versuche ich es zu schaffen, mich aus dem Weihnachtsvorbereitungs- und Einkaufsstress auszuklinken und mir an einem der Adventswochenenden im Tiergarten die „Lebende Krippe“ anzuschauen.

Im Kinderzoo stellen Mitarbeiter des Tiergartens die Weihnachtsszene mit Maria, Josef, dem Jesuskind, den Hirten und ihren Schafen und dem Esel nach (an den Adventswochenenden Samstag und Sonntag jeweils von 12.30 bis 16 Uhr, am Heiligen Abend von 11 bis 15.30 Uhr).  Weihnachtsgeschichten werden dazu vorgelesen – und irgendwie vergisst man dabei den Trubel der Vorweihnachtszeit…

Wer´s ganz romantisch liebt und Kinder hat, der sollte sich einen der Laternenumzüge zur „Lebenden Krippe“ nicht entgehen lassen. Sie starten am 8. und 15. Dezember um 16.30 Uhr am Haupteingang des Tiergartens. Kinder bringen ihre Laternen mit, und gemeinsam zieht man durch den schon dunklen Tiergarten zum Kinderzoo mit der „Lebenden Krippe“.  Wenn da kein Weihnachtsgefühl mehr bei einem aufkommt, muss man schon völlig abgestumpft sein oder sein Leben nur noch vor dem Computer verbringen. Und wo sonst gibt es ein solches Vergnügen heute noch zum Preis von drei Euro für Erwachsene? (Kinder müssen gar nichts bezahlen, nur ihre Laterne mitbringen.)

Übrigens: Sogar unser Nürnberger Oberbürgermeister hat in einem Interview schon einmal verraten, dass er am Heiligen Abend vor der Bescherung traditionsgemäß mit seiner Familie in den Tiergarten geht. Na also!