Sonnige Aussichten!

Es ist endlich Wochenende, und der Sommer ist noch einmal zurückgekehrt. Gute Gelegenheit für einen Themenwechsel, denn die Delfinhaltung können wir hier sowieso nicht ausdiskutieren.

Nach den vergangenen trüben Tagen tut uns die Sonne jetzt besonders gut – meinen jedenfalls viele. Doch sie unterschätzen dabei schnell die starke UV-Strahlung und merken erst, wenn es zu spät ist, dass sie sich einen Sonnenbrand geholt haben. Auch Tieren passiert das heutzutage wegen des immer größer werdenden Ozonlochs leicht. In vielen Zoos greifen die Tierpfleger deshalb schon zu Sonnencreme, um empfindliche Tierhaut zu schützen.

In dieser Woche haben englische Forscher entdeckt, wie tropische Korallen in Zusammenarbeit mit Algen ein eigenes Sonnenschutzmittel produzieren – für mich ist das ein Geniestreich der Natur.

Um das Genze zu verstehen, miss man wissen, wie Korallen und Algen zusammenleben. Also: Korallen bieten einzelligen Algen in ihren Körpern Unterschlupf, und die revanchieren sich dafür, indem sie durch Photosynthese für Nahrung sorgen, von der Gäste und Gastgeber leben können. Damit das funktioniert, dürfen sich die Korallen allerdings nicht zu weit unter der Wasseroberfläche ansiedeln. Schließlich braucht man für Photosynthese genügend Licht.

Doch so dicht unter der Wasseroberfläche ist auch die UV-Strahlung noch sehr hoch, vor allem in Australien. Deshalb legen die Algen sozusagen auf die Grundmiete (=Nahrungsbeschaffung) noch etwas drauf und stellen den Grundstoff für einen Sonnenschutz her, den sie ebenfalls an ihren „Vermieter“ weitergeben. Die Korallen haben den Trick raus, daraus einen Sonnenschutz herzustellen – keinen, den man von außen aufträgt, sondern einen, der von innen wirkt. Und die Kette geht noch weiter: Fische, die Korallen anknabbern, nehmen den UV-Schutz ebenfalls in ihren Körper auf und bekommen so auch keinen Sonnenbrand.

Die Londoner Forscher wollen sich jetzt mit Wissenschaftlern aus den USA und Australien zusammentun, um die von den Korallen hergestellte chemische Verbindung zu kopieren und Sonnenschutz-Tabletten für Menschen zu entwickeln. Sogar eine Übertragung des Prinzips auf sonnenempfindliche Pflanzen – z.B. in der Dritten Welt – ist geplant.

Mit solchen Zukunftsaussichten lässt sich die Sonne an diesem Wochenende doch gleich noch mehr genießen!!

Warum Wale Sonnenbrand bekommen

urn:newsml:dpa.com:20090101:101109-99-02763Die Folgen des Ozonlochs und der stärkeren UV-Strahlung werden in ganz verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft erforscht – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Eines davon ist, dass mittlerweile auch Tiere immer öfter einen Sonnenbrand bekommen.

Wer hätte dabei schon an Wale gedacht? Schließlich leben die doch im Wasser! Umso bedenklicher ist das, was britische und mexikanische Wissenschaftler nun herausgefunden haben. Sie haben über drei Jahre lang im Golf von Kalifornien vor der mexikanischen Pazifikküste Blauwale, Finnwale und Pottwale beobachtet und fotografiert, wenn die Tiere zum Atmen an die Meeresoberfläche kamen. Die Fotos haben sie vergrößert, analysiert und ausgewertet. Dabei stellte es sich heraus, dass die Wale unter so starkem Sonnenbrand leiden, dass sich Blasen auf der Haut bilden. Selbst wenn die Blasen abgeheilt sind, lassen sich später auf Fotos noch Hautschäden erkennen. Die Forscher haben den Walen auch Zellproben entnommen, um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um Folgeerscheinungen von Sonnenbrand handelt.

Ähnlich wie beim Menschen sind dabei hellhäutige Wale am stärksten gefährdet, Blauwale kriegen also schneller einen Sonnenbrand als Pottwale oder die dunkelhäutigen Finnwale. Die Biologen haben außerdem festgestellt, dass die Hautschäden durch Sonnenbrand bei den Walen zunehmen. Bei den Blauwalen haben sich am Ende der Beobachtungszeit dreimal so viele Sonnenbrand-Blasen gebildet wie zu Beginn, und es gab doppelt so viele Zellschäden. Und obwohl Pottwale eine ziemlich dunkle Haut besitzen, treten bei ihnen besonders schlimme Schäden auf. Dafür haben die Wissenschaftler folgende Erklärung: Pottwale bleiben länger als andere Walarten zum Luftholen an der Wasseroberfläche.

Weil die Ozonschicht immer dünner wird, nimmt die UV-Strahlung auch weiterhin zu. Welche verheerenden Folgen das auf längere Sicht für Wale und andere im Meer lebende Säugetiere hat, lässt sich noch gar nicht absehen.