Söder: Eisbär mit Verspätung

Ich bin wieder vom Winterurlaub am Dachstein zurück – und wirklich zwei Wochen lang nicht ein einziges Mal ins Internet gegangen. Habe mich aber nicht nur deswegen bestens erholt (vielen Dank für die netten Urlaubswünsche, d´ecclesia).

Gerade lese ich die neuesten Beiträge und Kommentare in meinem Tier-Blog durch. Danke, Marco, dass Du auch diesmal wieder geholfen hast, und auch Dir, „Heidi“.

Apropos Marcos Beitrag über die „Nürnberger Schnauzen“:  In einer Zeitschleife gefangen schien mir auch unser neuer bayerischer Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder bei seinem Gastspiel bei der „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim. Sehr originell, ein geschlagenes Jahr nach dem großen Flocke-Hype im Eisbären-Kostüm aufzutreten! Ich dachte, die CSU ist neuerdings keine rückwärts-, sondern eine vorwärtsgewandte Partei! Oder sollte das gar nicht Flocke sein, sondern womöglich Rasputin, der neue Spielgefährte unseres Nürnberger Eisbär-Mädchens aus Moskau? Aber dass ausgerechnet ein CSU-Minister sich derart bei den Russen anwanzt – kann das denn sein? Die waren doch immerhin der einstige Klassenfeind!

Als er in der Fernsehsendung auf seine ach so originelle Verkleidung angesprochen wurde, fiel Söder auf die Schnelle noch nicht einmal Antwort ein. Komisch, sonst ist er doch auch nicht auf den Mund gefallen. Hat es Söder womöglich die Sprache verschlagen ob des ihm gegenüber sitzenden, als eine Art Cowboy verkleideten Innenministers Joachim Herrmann? Oder war er nur sauer, dass ihn die Faschings-Narren in diesem Jahr beinahe nicht beachteten, nachdem er in den vergangenen Jahren der Buhmann während der Sendung war? – Fragen über Fragen, die ich hier leider nicht beantworten kann und will.

Für alle, die sich den Auftritt Söders noch einmal anschauen möchten: Morgen, am Faschingsdienstag, besteht dazu Gelegenheit: Von 12.35 bis 16 Uhr wiederholt das Bayerische Fernsehen die Fränkische Fastnachts-Prunksitzung von Veitshöchheim.

"Flocke" im Fasching

Ulrich und Petra Maly auf dem Veitshöchheimer FaschingAlso, bisher war mein liebster Faschings-Schlachtruf in Nürnberg ja mit Abstand „Sell, Sell, Sellerie!“ Das könnte sich jetzt, im ersten Jahr nach „Flockes“ Geburt, ändern: vielleicht in „Fli, Fla, Flogge“, oder „Flogge, alte Sogge“.

Denn in Veitshöchheim haben wir gesehen: „Flocke“ hat die höheren Faschingsweihen erhalten. Unser OB, der Uli Maly, schlüpfte mit seiner Frau Petra schnell ins Eisbär-Wärter-Kostüm – beide natürlich in ein eigenes – und brachten ein Eisbärchen als Stofftier mit.

Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Margarete Bause, wollte zeigen, dass sie voll auf der Höhe der Zeit ist und verwandelte sich selbst in einen Eisbären. Als Grüne konnte sie damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens beweisen, dass die Grünen entgegen anderslautender Gerüchte doch Humor haben und zweitens auf die Klimakatastrophe hinweisen,  die daran schuld ist, dass der Lebensraum der Eisbären und damit die Spezies selbst bedroht ist.

Auch noch andere (aber weniger bekannte) als Eisbären verkleidete Personen wurden in Veitshöchheim gesichtet. Da fällt mir doch gleich noch ein möglicher Faschings-Gruß ein: „Flogge, Flogge über alles…“