Fledermausnacht im Tiergarten

Fledermäuse sind faszinierende Tiere. Bei uns in Europa haftete diesen fliegenden Säugetieren jahrhundertelang etwas Dämonisches an. Geschichten um blutsaugende Vampire beflügelten Schriftsteller und Filmemacher. Ich gebe gerne zu, dass mich Graf Dracula schon immer gefesselt hat; dagegen bin ich kein großer Fan von Batman.

Das Thema Fledermäuse gibt aber auch unter wissenschaftlichen Aspekten eine Menge her. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass weltweit ungefähr 900 verschiedene Fledermausarten verbreitet sind, in Europa immerhin noch 40. Allerdings tauchen von den in Deutschland lebenden Arten bereits 17 als gefährdet auf der Roten Liste auf. Um zum Schutz dieser Tiere aufzurufen, veranstalten Natur- und Artenschutzverbände regelmäßig Informationsveranstaltungen. Die bekannteste ist bei uns wohl die „Europäische Fledermausnacht“, die traditionell Ende August stattfindet. Viele Veranstalter wählen aber auch andere Termine.

So auch der Tiergarten Nürnberg. Er organisiert eine Fledermausnacht am kommenden Dienstag, 2. Oktober, von 18 bis 22 Uhr. Das Motto lautet „Nicht alle Fledermäuse fressen Insekten – Besuch bei den Blütenfledermäusen im Tiergarten“. (Eine Blütenfledermaus ist auch auf dem Foto oben zu sehen.) Dazu gibt es Vorträge im Naturkundehaus, bei denen man Einblick in das Leben der Fledermäuse bekommt. Es wird auch erklärt, wie das Echoortungssystem der Fledermäuse funktioniert, und man kann dank moderner Technik Fledermausrufe live hören. Im Manatihaus (in dem Haus der Lagune, in dem die Seekühe untergebracht sind) haben die Besucher Gelegenheit, Blütenfledermäuse selbst zu erleben. Sicher gibt es dabei spannende Begegnungen mit den kleinen Nachtschwärmern.

Ab 17 Uhr gilt im Tiergarten der ermäßigte Eintrittspreis, mit dem auch der Besuch der Veranstaltungen der Fledermausnacht möglich ist. Im Naturkundehaus und im Manatihaus ist für ein gastronomisches Angebot gesorgt.

 

Kampfstiere werden arbeitslos

urn:newsml:dpa.com:20090101:091216-99-01827Stierkampf ist für jeden Tierfreund oder Tierschützer – um sprachlich beim Thema zu bleiben – ein rotes Tuch. Seit Jahren haben Tierschutz-Organisationen mit unterschiedlichsten Kampagnen versucht, etwas gegen diese grausamen Spektakel zu unternehmen. Ohne Erfolg – es schien, als seien die „Corridas“ aus dem spanischen Kulturgut einfach nicht wegzudenken.

Doch manche Probleme lösen sich von ganz allein. Nicht Tierschützer dürften dem Stierkampf den Garaus machen, sondern der Lauf der Zeit. Die Spanier verlieren einfach das Interesse an dieser jahrhundertealten Tradition – der Stierkampf kommt aus der Mode. Eine Veranstaltung, die immer weniger Zuschauer anlockt, befindet sich irgendwann auf dem absteigenden Ast.

In Katalonien gibt es zum Beispiel nur noch eine einzige Arena, in der regelmäßig Stierkämpfe stattfinden: „La Monumental“ in Barcelona. In anderen  Städten ließ man schon vor Jahren die Arenen abreißen, weil sie bei Kämpfen halb leer standen. Jetzt haben auch noch Abgeordnete des Regionalparlaments von Katalonien mehrheitlich ein Volksbegehren für ein Verbot des Stierkampfs gebilligt. Das Verbot tritt damit aber noch nicht in Kraft, es muss vorher erst verschiedene Ausschüsse durchlaufen.

Ob ein Verbot kommt oder nicht, ist wahrscheinlich gar nicht mehr so wichtig. Denn man spricht bereits davon, dass der Stierkampf in ganz Spanien in einer tiefen Krise stecke. Das Publikum besteht fast nur noch aus alten Männern. Und deshalb finden auch immer weniger „Fiestas“ statt.

Das wiederum hat zur Folge, dass die Kampfstiere sozusagen arbeitslos werden. Die Züchter können mit den überflüssigen Tieren nichts anfangen. Nicht einmal sie zu schlachten lohnt sich: Weil die Kampfstiere älter sind als Mastvieh, ist ihr Fleisch längst nicht so zart und wird deshalb nicht gekauft.

Alles in allem kann man also von einer guten Nachricht für Tierfreunde sprechen – und die scheinen manche Leser meines Blogs zu bevorzugen, wie etwa „noske“ in einem Kommentar zu diesem Beitrag.

Zootag im Nürnberger Tiergarten

So beliebt wie Fernsehserien über Zoos sind Veranstaltungen in Zoologischen Gärten, bei denen die Besucher selbst Gelegenheit haben,  einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Das kann man im Nürnberger Tiergarten zweimal im Jahr: im Frühjahr und im Herbst. Die nächste Möglichkeit besteht am kommenden Sonntag, 18. Oktober, am „Zootag“. Das ist allerdings leider kein „Tag der offenen Tür“ – man muss ganz normal Eintritt zahlen.

Dafür gibt es auch ein Extra-Programm. Man kann das neue Pavianhaus besichtigen oder  Schlangen und Alpakas „hautnah“ erleben. Wer schon immer den Unterschied zwischen Kamel und Dromedar wissen wollte, erfährt ihn sozusagen am lebenden Objekt. Wer sich für die Delfin-Lagune interessiert, kann an Führungen über die riesige Baustelle teilnehmen. Im sonst nicht zugänglichen Betriebshof des Tiergartens erfährt man alles über den Speiseplan der Zootiere. Außerdem zeigt der Tierarzt dort, wie man mit einem Blasrohr schießt – und Besucher können das selbst ausprobieren. Mit dieser Methode bekommen manche Zootiere Spritzen (z.B. die Eisbären gegen Räudemilben) oder werden betäubt.

Nashornbaby3Wer das Panzernashorn-Baby Seto Paitala  noch nicht gesehen hat, kann das am Zootag auch gleich noch nachholen. Im Elefantenhaus, wo die Nashörner untergebracht sind, wird außerdem ein Film über die Geburt von Seto Paitala vorgeführt. Und dann gibt es noch jede Menge Infos über Tierschutz-Projekte, angefangen vom Jahr des Gorillas bis hin zu einem Schutzprojekt des Landauer Zoos für Humboldt-Pinguine.

Baustellen-Tag im Tiergarten

Wer am Sonntag etwas an der frischen Luft unternehmen möchte und noch nicht weiß, wohin, für den hätte ich einen Tipp: Der Nürnberger Tiergarten veranstaltet zum ersten Mal einen „Tag der Offenen Baustelle“.

Klingt vielleicht zunächst nicht sehr reizvoll, hat aber seinen Grund. Seit Monaten präsentiert sich der Tiergarten weniger wie ein Landschaftszoo sondern eher wie eine Großbaustelle. Große Baufahrzeuge wie Bagger und Baugruben beherrschen das Bild. Manche Besucher sind ziemlich frustriert, denn schließlich zahlen sie den vollen Eintrittspreis und sehen dafür besonders im Bereich gleich nach dem Haupteingang kaum noch Tiere.

Überall wird gebuddelt: An der Paviananlage, der Delfinlagune, und gleich an zwei Stellen entstehen neue Toilettenhäuschen. Das Raubtierhaus hat sich wegen diverser – teils erst während des Umbaus aufgetretener – Schwierigkeiten zur Dauerbaustelle entwickelt. Doch zumindest die wird demnächst beendet sein: Das Haus wird am 2. April feierlich eröffnet, und sowohl unser Löwen- als auch das Tigerpaar kehren an den Schmausenbuck zurück. Morgen, 22. März, hat man als Besucher Gelegenheit, die ebenfalls umgestalteten Außenanlagen des Raubtierhauses und die Laufgänge der Großkatzen zu betreten – die Tiere sind nämlich noch in ihren Ausweichquartieren in anderen Zoos.

Am „Tag der Offenen Baustelle“ führen zwischen 10 und 16 Uhr Zoomitarbeiter die Besucher praktisch zu allen großen Erdlöchern im Zoogelände, erklären warum was (um-)gebaut wird und welche Verbesserungen das für die Tiere bringt. Den genauen Zeitplan gibt es an der Kasse.

Für Kinder, die sich vielleicht doch eher für Tiere als für Baustellen interssieren, werden spezielle Führungen unter dem Motto „Der Zoo am Sternenhimmel“ angeboten. Denn wir begehen nicht nur den „Tag der Offenen Baustelle“, sondern auch das Internationale Jahr der Astronomie. Welche Zusammenhänge zwischen dem Sternenhimmel und Zootieren bestehen? – Hingehen und bei der Führung mitmachen! (Beginn um 10.30 Uhr, 12.30 Uhr und 15 Uhr vor der „Arche Noah“ in der Nähe des Tiergarten-Haupteingangs)