Frei nach Marx: Opium für Delfine

YouTube Preview ImageDiese Meldung und das dazugehörige Video haben in dieser Woche Furore gemacht: Delfine, die „high“ sind, nachdem sie vorsichtig auf Kugelfischen herumgekaut haben und diese dann in der Gruppe herumgehen lassen wie ein Haschischpfeifchen. Der kleine Film dient als Werbung für eine neue Doku der BBC über die Meeressäuger und wurde prompt von Bloggern, Radio- und Fernsehsendern und in sozialen Netzwerken aufgegriffen. Die „kiffenden Delfine“ sorgten fast für so viel Aufsehen wie das Kokain, das bei Aldi zwischen Bananen gefunden wurde. Und dabei sind wir noch ein ganzes Stück vom 1. April entfernt, an dem so etwas normalerweise als Scherz die Runde macht.

Zurück zu den Großen Tümmlern. Wissenschaftler haben folgendes herausgefunden: Die Meeressäuger nutzen es aus, dass die Kugelfische ein Nervengift absondern, sobald sie angegriffen werden. Dieses Gift – in kleinen Dosen genossen – sorgt für einen Rauschzustand bei den Delfinen, den Fernsehkameras eindrucksvoll eingefangen haben. Die Tümmler ließen sich im Wasser herum- und, die Nase nach oben, an die Oberfläche hochtreiben und schienen dort von ihrem eigenen Spiegelbild fasziniert zu sein, beschrieb der britische Zoologe Rob Pilley diesen Zustand; Pilley ist einer der Produzenten der Doku-Serie.

Irre Geschichte, finde ich. Aber statt nur darüber zu schmunzeln und Witze zu reißen, sollte man vielleicht lieber mal überlegen, ob man dieses Phänomen nicht für die Zoohaltung von Delfinen nutzen könnte. Wenn die Großen Tümmler in Delfinarien – zum Beispiel im Zoo Duisburg oder im Tiergarten Nürnberg – so leiden, wie es Delfinariums-Gegner wie Peta, WDSF, die Grünen oder neuerdings auch die Piraten behaupten, dann könnte man den Tieren ab und zu doch ein paar Kugelfische spendieren – und schon würden sie ihr hartes Los nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt – mitbekommen. Das wäre, analog zum „Opium des Volkes“, wie Karl Marx die Religion umschrieb, „Opium für Delfine“ –  und auf jeden Fall realistischer als Auswilderung.

Rollentausch mit Dagmar Wöhrl

Als Bloggerin erlebt man Dinge, die man sonst im normalen Redaktionsalltag nie erleben würde. So hat sich die Tierfreundin und Nürnberger Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl, die auch Vorsitzende des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth und Umgebung ist, kürzlich via Twitter mit einem originellen Wunsch an mich gewandt: Sie wollte einen Interview-Termin mit mir ausmachen, um mich über mein Blog auszufragen. Das Interview wird in der nächsten Ausgabe der Zeitung des Tierschutzvereins abgedruckt, die Ende Juni erscheint.

Tja, hab´ ich mir gedacht, warum nicht? Ist doch mal interessant, so ein Rollentausch. Normalerweise muss ich mir Fragen ausdenken, nun muss das mal eine tun, die sonst oft selbst mehrere Interviews am Tag gibt – ob für Zeitungen oder fürs Fernsehen.

Und ich muss sagen: Es hat tatsächlich Spaß gemacht. Wir haben uns beide bestens amüsiert, und unser NZ-Fotograf Roland Fengler hat den denkwürdigen Termin gleich noch zum Video gemacht.

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Nur mit Mantel in den Allwetterzoo!

Heute mal eine kleine Quizfrage: Wer kennt das Manteltier? Noch nie gehört? Na dann: Nichts wie los in den Allwetterzoo Münster! Dort kann man diese seltenen Tiere jetzt bewundern. Keine Zeit? Gut, dann hilft vielleicht folgendes Video weiter:

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Kommt Ihnen irgendwie komisch vor, das Ganze? Zu Recht: Bei dem Video handelt es sich um ein Kunstprojekt, zu dem auch die Reaktion der Zoobesucher gehört. Ich finde es wirklich witzig.

Aber da mein Blog ja nicht nur witzig sein, sondern auch Wissen vermitteln soll: Hier die Aufklärung. In Wirklichkeit leben Manteltiere einzeln oder in Kolonien auf dem Meeresboden. Manche sehen ein wenig wie Lockenwickler aus, allerdings wie biegsame Lockenwickler, die sich mit dem Meeresstrom hin- und herwiegen. Ihr Körper ist in eine Art Mantel gehüllt (daher der Name!), der aus einem an Cellulose erinnernden Material besteht. Sie ernähren sich von Plankton, das sie mit dem Meerwasser durch ihren Körper strudeln lassen.

So, wieder was gelernt für heute!